Gefährliche Zahnmythen

Kaugummi statt Zahnbürste?

published: 26.10.2008

Das Zähneputzen ist unerlässlich für gesunde Zähne (Foto: Public Address)Das Zähneputzen ist unerlässlich für gesunde Zähne (Foto: Public Address)

An die gute alte Zahnfee glaubt niemand mehr, der lesen und schreiben kann. Dafür gibt es allerdings genügend andere Märchen und Halbwahrheiten, die sich in die heutige Zahnpflege und das vermeintliche "Allgemeinwissen" eingeschlichen haben und bei denen wir nicht immer wissen, ob sie richtig oder falsch sind. Stimmt es eigentlich, dass man grundsätzlich von rot (Zahnfleisch) nach weiß (Zähne) putzen soll? Und schadet Teetrinken wirklich den Zähnen? Damit ihr euch von überholten Weisheiten nicht hinters Licht führen lasst, hat sich die Techniker Krankenkasse für euch schlaugemacht.

Kaugummi statt Zahnbürste?
Besonders abends flüstert euch oft ein kleines Teufelchen ins Ohr, dass ein Kaugummi doch die Zahnreinigung übernehmen könnte? Glaubt ihm kein Wort! Nur eine Zahnbürste erwischt auch die Bakterien und Nahrungsreste, die sich in den hinteren Winkeln des Mundes verstecken.

Wer allerdings nach dem Essen einmal keine Zahnbürste zur Hand hat, darf ruhig auf ein Kaugummi zurückgreifen: Durch das ständige Kauen wird nämlich der Speichelfluss angeregt, sodass sich das Säuremilieu im Mund schneller reguliert. Außerdem hilft die Spucke dabei, größere Nahrungsreste abzutransportieren.

Schlechte Gerüche kommen aus dem Magen...
...da kann man gar nichts machen? Von wegen! Bei etwa 80 Prozent aller Betroffenen stammt der fiese Duft nicht aus der Magengegend, sondern entsteht durch mangelnde Mundhygiene. Wenn Nahrungsreste nicht regelmäßig entfernt werden, schafft ihr ein optimales "Wohnklima" für Bakterien.

Die sitzen überall zwischen den Zähnen und in der Mundhöhle und tun sich an euren Essensresten gütlich. Während sie diese zersetzen, produzieren sie schwefelige Gerüche und andere Gase, die unangenehm an faule Eier erinnern. Besonders eiweißreiche Speisen wie Fisch und Milchprodukte erzeugen beim Abbau einen schlechten Duft, aber auch eine trockene Mundschleimhaut kann dazu beitragen.

Zucker greift die Zähne an
Jein. Es ist nicht der Zucker, der schädlich für eure Zähne ist, sondern die Bakterien. Diese sind allerdings ausgesprochene Fans von Kohlehydraten. Wenn sie den Zucker zersetzen, entstehen säurehaltige Substanzen, die wiederum zu Karies führen.

Teetrinken schadet dem Gebiss
Mal abgesehen von etwas unschönen Verfärbungen, die der Tee verursachen kann, ist das totaler Quatsch. In Tee – egal ob schwarz oder grün - stecken nämlich sehr zahnfreundliche Substanzen, wie Fluor oder Tannine. Diese Substanzen hemmen das Wachstum von Karies auslösenden Bakterien. Anstelle von säurehaltigen Getränken wie beispielsweise Limonade solltet ihr also lieber auf Tee zurückgreifen.

Nach dem Essen...
...Zähneputzen nicht vergessen? Nicht zu früh freuen, denn grundsätzlich stimmt diese Weisheit schon! Allerdings sollte man unterscheiden, was man gerade zu sich genommen hat. Manche säurehaltige Speisen oder Getränke wie beispielsweise Zitrusfrüchte, Essig oder Obstsäfte greifen nämlich kurzzeitig den Zahnschmelz an, sodass er unmittelbar nach der Mahlzeit sehr leicht zu beschädigen ist. Greift ihr dann zur Bürste, könnt ihr dauerhafte Schäden verursachen. Lasst euch lieber eine halbe Stunde Zeit bevor ihr putzt, damit der Speichel die Säuren wieder neutralisieren kann.

Putzen von rot nach weiß?
Immer schön monoton von oben nach unten bürsten... hilft nur bedingt. Denkt man einmal darüber nach, ist es ganz logisch: Alle Bakterien, die sich unter dem Zahnfleischrand absetzen, lachen sich nämlich schief und krumm angesichts der friedlich vorbeischrubbenden Zahnbürste.

Es empfiehlt sich daher, die Zähne sozusagen "frei zu rütteln". Dazu setzt ihr die Zahnbürste schräg am Zahnfleischrand an und bewegt sie mit leichten, rüttelnden Bewegungen. So entfernt ihr den Schmutz, ohne das Zahnfleisch zu verletzen. Eine elektrische Zahnbürste führt diese Bewegung übrigens von ganz alleine aus!

Schrubben was das Zeug hält?
Bloß nicht! Damit tut ihr weder euren Zähnen noch dem Zahnfleisch einen Gefallen. Beim beharrlichen Bürsten scheuert ihr nämlich den Zahnschmelz herunter, der die Zähne schützt. Außerdem können Zahnfleischverletzungen entzündliche Krankheiten begünstigen (wie beispielsweise Parodontitis).

[TK]

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