Umfrage unter Prominenten

Die Gründe für Jugendgewalt?

published: 21.01.2008

Lexington-Bridge-Sänger Ephraim (Foto: Public Address)Lexington-Bridge-Sänger Ephraim (Foto: Public Address)

Jugendgewalt ist derzeit eines der am häufigsten diskutierten Themen. Die Frage, "Was sind die Gründe für Jugendgewalt?", geht uns alle an. Scoolz hat nun mit Promis, wie Lexington Bridge, Tobi Schlegl und Mareike Fell über das Thema gesprochen. Sie und viele weitere bekannte Gesichter aus der Musik- und Showbranche haben am 12. Januar 2008 bei der "La Boum"-Fete im Hamburger Sofitel an unserer Umfrage teilgenommen und folgende Frage beantwortet:
Wo liegen Ihrer Meinung nach die Gründe für Gewalt von Jugendlichen?

Lexington Bridge/Rob: "Wir machen ja auch eine Sache mit der Bravo – Bravo und Schulen gegen Gewalt, `Schau nicht weg` heißt das– und darüber, warum Jugendliche gewalttätig werden. Ich glaube nicht, dass das so viel mit Filmen und Videospielen zu tun hat, wie viele sagen…"
Ephraim: "Ja, aber die ganze Welt wurde ein bisschen aggressiver, die Kunst, das Fernsehen und so weiter. Aber auch die Leute auf der Straße sind jetzt ein bisschen ängstlicher, man hört viel über Terrorismus und alle reagieren aggressiver…"
Rob: "Vielleicht liegt es an den Medien, die immer schreiben, dass man mehr aufpassen muss. Ich glaube das ist ein Medien-Ding."
Ephraim: "Ich glaube, wir brauchen mehr Positives in den Medien."

Auf der nächsten Seite findet ihr das Statement von Mareike Fell.

Diskutiert in unserem Help-Forum mit unserer Expertin Dr. Anderson oder mit anderen Usern über das Thema Jugendgewalt.

Mareike Fell: "Die Gründe für Jugendgewalt sehe ich ganz früh in der Erziehung, in der Bildung, in den Chancen und Perspektiven, die sie haben oder nicht haben. Ich bin der Meinung, dass Wegsperren wirklich falsch ist und dass man sich wirklich kümmern sollte. Es gibt ja ganz tolle Anti-Gewalt-Konzepte und Erziehungskonzepte und Sozialisationskonzepte. Ich denke, das ist die Chance."

Auf der nächsten Seite findet ihr das Statement von Ken Duken.

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Ken Duken: "Ich glaube ganz ehrlich, das ist ein Thema, das sehr spezifisch ist und auf keinen Fall ein Thema, das ich jetzt auf dem roten Teppich diskutieren will. Dafür ist mir das Thema zu wichtig."

Auf der nächsten Seite findet ihr das Statement von Judith Richter.

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Judith Richter: "Ich glaube, das liegt in allererster Linie am Fernsehen und an dem, was man sieht und wie sich die Zukunft entwickelt. Kinder spielen nicht mehr, sie haben keine Möglichkeit mehr, sich richtig durch Gedanken und Fantasie auszutoben. Also greifen sie zu Computerspielen und da wird ja auch sehr viel mit Gewalt gehandelt. Ich glaube, dass das einfach eine Art von Aggressionsabbau ist."

Auf der nächsten Seite findet ihr das Statement von Tobi Schlegl.

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Tobias Schlegl: "Ich komme ja aus Berlin-Kreuzberg und sitze sozusagen an der Wurzel. Diese ganze Populismusdebatte finde ich natürlich sehr traurig. Ich habe viele Kumpels die recht perspektivlos sind, die wiederum Kumpels haben, die noch perspektivloser rumlungern. Da müssen Jobangebote her, es muss die Bildung verbessert werden und das braucht natürlich Zeit. Das ist ein Thema, dass man nicht komplett aus der Welt schaffen kann, es ist da. Aber es ist schon lange da und ich verstehe gar nicht, dass die Leute DAS jetzt hier aufgreifen und als Munition benutzen, um sich kurz vor einer Wahl noch einmal wichtig zu machen."

Auf der nächsten Seite findet ihr das Statement von Tetje Mierendorf.

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Tetje Mierendorf: "Oh Gott, das kann man nicht in ein-zwei Sätzen sagen. Da gibt es ganz vielfältige Gründe. Man muss nur aufpassen, dass man das Thema nicht nur in Richtung Leute mit Migrationshintergrund schiebt, man sollte das Ganze globaler betrachten. Ich meine damit nicht ganz verschiedene Länder. Das Problem ist auch in Deutschland von einem Herrn Koch nicht in ein-zwei Sätzen zu erklären. In sofern muss man sehr vorsichtig und sensibel mit dieser Sache umgehen."

Auf der nächsten Seite findet ihr das Statement von Dr. Martin Wilhelmi.

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Dr. Martin Wilhelmi: "Ich habe noch keine Kinder, deswegen kann ich es nicht aus eigener Erfahrung sagen, aber mein Eindruck als Medienmensch ist, dass immer häufiger das Fernsehgerät zu Hause anstelle der Eltern gesetzt wird. Das heißt, man erzieht ja durch Vorbild – und wenn das Fernsehen das Vorbild ist, dann 'Gute Nacht'!"

Auf der nächsten Seite findet ihr das Statement von Saskia Valencia.

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Saskia Valencia: "Einer der Gründe ist der, das in Deutschland Familien nicht mehr die Chance gegeben wird, als Familie zu existieren und zu funktionieren. Jugendlichen haben in der Familie ja häufig gar keinen Rückhalt mehr. Sie leben oft sich selbst überlassen, die Eltern sind einem Existenzkampf unterworfen und haben überhaupt keine Zeit für ihre Kinder. Ich glaube, ein anderer Grund besteht darin, dass die Kinder zu Hause keine Werte mitbekommen und dass sie sich komplett isolieren."

Auf der nächsten Seite findet ihr das Statement von Helmut Zierl.

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Helmut Zierl: "In erster Linie geht es hier ja darum, dass den jugendlichen Ausländern die Gewalt vorgeworfen wird. Ich kann nicht beurteilen, wie das statistisch aussieht, aber ich denke, einer der Gründe ist auch Arbeitslosigkeit. Ich kriege immer wieder mit, weil ich ja teilweise in diesem Milieu gedreht habe, dass es dort auch sehr viel Drogenmissbrauch gibt, komplette Unzufriedenheit, Perspektivlosigkeit und vielleicht auch Diskriminierung. Ich weiß es nicht, aber das werden sicherlich die Hauptgründe sein."

Auf der nächsten Seite findet ihr das Statement von Eva Habermann.

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Eva Habermann: "Ich finde das relativ schwierig. Gewalt ist immer ein Ausdruck von großer Unzufriedenheit. Die Welt, in der wir leben, ist nicht so unkompliziert und nicht so einfach. Auch die Werte sind schwierig. Man überlegt immer, was macht einem am meisten Spaß und hat letztendlich zu wenige Sorgen, um die man sich kümmern muss. Man hat zu essen, man hat ein Bett, man hat Eltern, die einen versorgen. Ich glaube, gerade wenn man zu wenige Probleme hat, fängt man auf einmal an, Probleme zu suchen. Denn man hat ja keine Möglichkeit zu kämpfen. Gerade das – vielleicht auch Gewalt, die im Fernsehen gezeigt wird –, aber gerade dieses Gefühl von Nicht-Ausgelastet-Sein führt zu Gewalt."

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[Franzisca]

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