Jobben

Gutes für den Geldbeutel

published: 04.07.2009

Wer sich gerne eine CD mehr leisten oder kleine Extrawünsche bezahlen will, muss sich etwas einfallen lassen (Foto: Public Address)Wer sich gerne eine CD mehr leisten oder kleine Extrawünsche bezahlen will, muss sich etwas einfallen lassen (Foto: Public Address)

Wer sich gerne eine CD mehr leisten oder kleine Extrawünsche bezahlen will, muss sich etwas einfallen lassen. Denn nicht nur der Traum vom Mountainbike oder einer neuen Gitarre lässt sich oft nicht vom Taschengeld allein bezahlen. Für viele Schüler bietet ein Nebenjob die Möglichkeit, die finanzielle Lage ein wenig aufzubessern und außerdem wichtige Erfahrungen für das Berufsleben zu sammeln.

Doch bevor ihr loslegt, solltet ihr erst einige grundsätzliche Fragen klären: Wozu wollt ihr euer selbstverdientes Geld verwenden? Wie lässt sich ein Job am besten mit der Schule vereinbaren und welche Tätigkeiten sind überhaupt geeignet? Die Techniker Krankenkasse gibt euch Tipps.

Hauptberuflich Schüler bleiben
Vergesst nicht, dass euer "Beruf" trotz Nebenjob immer noch Schüler ist – und deshalb auch an erster Stelle steht. Ein Job sollte auf keinen Fall so anstrengend sein, dass ihr euch in der Schule nicht mehr konzentrieren könnt, weil ihr unausgeschlafen, körperlich oder psychisch ausgelaugt seid. Selbst das Gesetz legt fest, dass ein Job weder die Gesundheit eines Jugendlichen gefährden oder ihn am Schulbesuch hindern darf, noch sollte er euch so sehr belasten, dass eure Aufmerksamkeit in der Schule darunter leidet.

Redet unbedingt mit euren Eltern über eure Pläne und überlegt gemeinsam, ob und wie sich ein Nebenjob mit euren schulischen Pflichten vereinbaren lässt. Auch sollte eure Arbeit nicht so zeitintensiv sein, dass ihr eure Freunde oder Familie vernachlässigt oder Stress mit ihnen bekommt. Besonders, wenn eure Noten ohnehin nicht besonders rosig ausschauen, benötigt ihr eure Freizeit, um den Unterrichtsstoff zu wiederholen – für einen Job bleibt dann meist keine Zeit mehr. Vielleicht solltet ihr in einem solchen Fall lieber einmal über einen Ferienjob nachdenken.

Zielgerichtet vorgehen
Spart ihr auf eine teure Anschaffung oder vielleicht eine Reise, benötigt ihr vermutlich einen größeren Geldbetrag. Für solche Zwecke eignet sich ein Ferienjob – diese sind meist besser bezahlt und ihr habt die Möglichkeit, mehrere Wochen am Stück zu arbeiten. Wer öfter einmal Geld für kleine Wünsche übrig haben will, sollte dagegen lieber regelmäßig Zeit in einen Job investieren, dem er oder sie neben der Schule nachgehen kann, wie beispielsweise Zeitungen austragen oder Babysitten.

Möchtet ihr in ein bestimmtes Berufsfeld hineinschnuppern und in ganz bestimmten Bereichen Erfahrungen sammeln, wie beispielsweise in der Betreuung von Behinderten oder im Umgang mit Tieren? Dann bewerbt euch ganz gezielt bei passenden Arbeitgebern. Meist bekommt ihr in solchen Jobs zwar weniger Geld als in einer Fabrik am Fließband, dafür lernt ihr jedoch wichtige Abläufe kennen, die euch für eure persönliche und berufliche Zukunft weiterhelfen.

Einen geeigneten Job finden
Seid ihr euch im Klaren darüber, wie viel Zeit und Energie ihr investieren könnt, kann die Jobsuche beginnen. Aushilfstätigkeiten oder Minijobs werden im Kleinanzeigenteil von Tageszeitungen oder Wochenblättern angeboten, doch auch im Supermarkt um die Ecke oder in der Stadtbücherei findet ihr häufig Aushänge.

Um die Konkurrenz aus dem Feld zu schlagen, ist euer Einfallsreichtum gefragt: Vielleicht habt ihr ja schon eine konkrete Vorstellung, wo ihr gerne arbeiten würdet oder kennt jemanden in einem Betrieb? Ganz nach dem Motto "Selbst ist der Mann oder die Frau" solltet ihr die Initiative ergreifen und dort persönlich vorstellig werden. Auch Bekannte eurer Eltern, der örtliche Sportverein, Geschäfte und Firmen sind gute Adressen, um nach einer Beschäftigung zu fragen oder Aushänge zu machen. Natürlich fällt dieser Schritt nicht jedem ganz leicht, mit etwas Übung wird es jedoch einfacher und euer Selbstbewusstsein größer.

Und was sagt das Gesetz dazu?
Wie alt ihr sein müsst und welche Bedingungen euer Nebenjob erfüllen muss, regelt das Jugendarbeitsschutzgesetz. So muss ein Schüler mindestens 13 Jahre alt und seine Eltern mit der Tätigkeit einverstanden sein. Zwischen dem 13. und 14. Lebensjahr dürft ihr maximal zwei Stunden täglich, nicht vor oder während der Schulzeit, nicht am Wochenende oder an Feiertagen und nicht nach 18 Uhr arbeiten. Zwischen dem 15. und dem 18. Lebensjahr geltet ihr vor dem Gesetz zwar als Jugendliche, wenn ihr noch schulpflichtig seid, müsst ihr euch dennoch an dieselben Regelungen halten wie 13- bis 14-Jährige. Allerdings dürft ihr während der Schulferien für bis zu vier Wochen im Jahr jobben.

Wer nicht mehr vollzeitschulpflichtig ist, darf bis zu acht Stunden am Tag arbeiten, maximal 40 Stunden in der Woche zwischen 6 Uhr morgens und 20 Uhr abends. Seid ihr bereits 16 Jahre alt, dürft ihr in einer Gaststätte sogar bis um 22 Uhr arbeiten, ebenso in mehrschichtigen Betrieben. Samstage und Sonntage sind weiterhin tabu. Eure Tätigkeiten dürfen außerdem nicht zu anstrengend oder mit besonderen Unfallgefahren verbunden sein. Weiter dürft ihr nicht mit giftigen und reizenden Stoffen in Berührung kommen, sofern dies nicht für eine Ausbildung nötig ist.

Arbeit ja, Ausbeutung nein
Oft sind Schülerjobs nicht besonders gut bezahlt - über den Tisch ziehen und ausnutzen lassen braucht ihr euch jedoch nicht. Erkundigt euch vorher über übliche Bezahlungen und verhandelt ruhig, wenn euch ein Angebot allzu niedrig erscheint. Wenn ihr das Gefühl habt, dass ihr mit euren Aufgaben inhaltlich oder zeitlich überfordert seid, dürft ihr das auf jeden Fall sagen und notfalls auch kündigen. Sprecht unbedingt auch mit euren Eltern, damit sie euch gegenüber euren Arbeitgebern den Rücken stärken und notfalls einschreiten können.

[TK]

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