Musterung

Ein ganz normaler Termin!

published: 11.04.2008

Bei der Musterung wird festgestellt, für welche Tätigkeiten bei der Bundeswehr man infrage kommt (Foto: Public Address)Bei der Musterung wird festgestellt, für welche Tätigkeiten bei der Bundeswehr man infrage kommt (Foto: Public Address)

Etwa ein halbes Jahr vor dem 18. Geburtstag trifft es jeden: Man(n) erhält eine Aufforderung von dem zuständigen Kreiswehrersatzamt, sich zur Musterung zu melden. Auch, wenn ihr euch später für den Zivildienst entscheidet: Um diesen Termin kommt ihr in der Regel nicht herum. In Ausnahmefällen erfolgt die Musterung auch noch bis kurz vor Vollendung des 23. Lebensjahres.

Doch keine Panik: Zunächst wird lediglich festgestellt, ob ihr wehrdienstfähig seid und wenn ja, für welche Tätigkeiten bei der Bundeswehr ihr infrage kommen würdet. Schließlich ist nicht jeder körperlich dazu in der Lage, beispielsweise als Flieger oder Taucher zu arbeiten. Deswegen führt ein Arzt verschiedene medizinische und psychologische Untersuchungen durch, die in etwa mit einem gründlichen Check bei eurem Hausarzt vergleichbar sind.

Damit ihr schon vorab wisst, was genau bei der Musterung auf euch zukommt, hat die Techniker Krankenkasse für euch recherchiert.

Eure Krankengeschichte wird erfasst
Damit das Kreiswehrersatzamt eine möglichst vollständige Krankengeschichte von euch erstellen kann, solltet ihr alle medizinischen Unterlagen mitbringen, die ihr besitzt. Vorhandene Atteste, der Allergiepass oder euer Impfbuch werden zusammen mit euren persönlichen Daten erfasst. Bei einer Laboruntersuchung werden dann eure Größe und Gewicht ermittelt. Außerdem müsst ihr hier auch eine Urinprobe abgeben, die auf eventuelle Krankheitshinweise untersucht wird.

Dann befragt euch ein Musterungsarzt zu eurer bisherigen Krankengeschichte. Dazu gehören unter anderem chronische Leiden, Allergien, frühere Operationen, Unfälle oder Angaben zu Medikamenten, die ihr unter Umständen regelmäßig einnehmen müsst sowie Fragen über Erkrankungen in der Familiengeschichte. Informiert euch möglichst schon vorher bei euren Eltern oder Verwandten, damit ihr alle Auskünfte geben könnt.

Die körperliche Untersuchung
Abschließend werdet ihr von Kopf bis Fuß durchgecheckt. Der Mediziner prüft euren Bewegungsapparat, das Herz- und Kreislaufsystem sowie Haut und Sinnesorgane, verbunden mit einem Seh- und Hörtest.
Die ebenfalls übliche Untersuchung des Intimbereiches könnt ihr – wie alles andere, was euch unangenehm ist - verweigern. Falls ihr bestimmte Untersuchungen nicht durchführen lassen möchtet, hat das keinerlei negative Folgen für euch. Der Arzt wird dann in seinem Protokoll einfach "Untersuchung verweigert" angeben oder, falls ihr die gesamte Untersuchung verweigert, "nach Augenschein tauglich oder untauglich gemustert" dokumentieren!

Psychologischer Check
Neben der körperlichen Untersuchung prüft das Kreiswehrersatzamt auch, welche Begabungen ihr habt, um euch bei eurer Grundausbildung richtig einzusetzen. Um herauszufinden, was ihr besonders gut könnt und was euch weniger liegt, werdet ihr in bestimmten Bereichen wie Rechtschreibung, Mathematik, Logik, Merkfähigkeit und gegebenenfalls Technik und Reaktionsfähigkeit getestet.

Und zum Schluss: Das Beratungsgespräch
In einem abschließenden Gespräch mit einem Wehrdienstberater wird euch das ärztliche Ergebnis eröffnet und der Musterungsbescheid überreicht. Darin steht, welchen "Tauglichkeitsgrad" ihr erlangt habt. Insgesamt wird unterschieden, ob ihr wehrdienstfähig, vorübergehend nicht oder gar nicht wehrdienstfähig seid. Je nach Grad seid ihr für jede Tätigkeit oder nur eingeschränkte Aufgaben zugelassen.

Der Berater klärt euch auch darüber auf, welche Möglichkeiten es für euch beim Bund gibt und wo ihr unter Umständen eingesetzt werden könntet. Seid in diesem Gespräch möglichst offen und ehrlich, denn dann habt ihr die besten Chancen, dort zu landen, wo ihr auch hin möchtet. Falls ihr beispielsweise überlegt, bei der Bundeswehr eine Ausbildung zu absolvieren oder gerne den LKW-Führerschein machen würdet, ist dies der ideale Zeitpunkt, um euch ausführlich darüber informieren zu lassen.

"Ausgemustert"
Wer "ausgemustert" wird, braucht weder den Bundeswehr- noch den Zivildienst abzuleisten. Meist führen schwerwiegende gesundheitliche Probleme wie Stoffwechselerkrankungen, Herzrhythmusstörungen oder eine schiefe Wirbelsäulenstellung zu einer Ausmusterung, doch auch Über- oder Untergewicht sind Gründe, als untauglich bewertet zu werden.

Für eure weitere Zukunft hat eine Ausmusterung keinerlei schlimme Folgen. Ihr seid nämlich keineswegs verpflichtet, darüber Auskunft zu geben, dass oder weswegen ihr ausgemustert wurdet. Auch fallen sämtliche Ergebnisse eurer Untersuchung unter die ärztliche Schweigepflicht; nur mit eurem Einverständnis haben also zukünftige Arbeitgeber oder Behörden Zugriff auf eure Akte.

[TK]

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