Verweigert?

Als Zivi im Einsatz

published: 07.09.2008

Der Zivildienst eröffnet eine Menge unterschiedlicher Einsatzmöglichkeiten und Tätigkeiten (Foto: Public Address)Der Zivildienst eröffnet eine Menge unterschiedlicher Einsatzmöglichkeiten und Tätigkeiten (Foto: Public Address)

"Hey Jan, bringst Du kurz den Hammer rüber?" Jan und seine Helfer befinden sich in der heißen Phase: Sie bauen gemeinsam einen Abenteuerspielplatz für die Gemeinde. In einigen Wochen soll er eingeweiht werden. Für Jan ist es das erste Mal, dass er an einem handwerklichen Projekt teilnimmt. Er ist Zivildienstleistender im örtlichen Jugendtreff und durfte sogar schon bei der Planung des Spielplatzes mitwirken.

Der Zivildienst eröffnet eine Menge unterschiedlicher Einsatzmöglichkeiten und Tätigkeiten, meist bieten vor allem soziale Einrichtungen oder Umweltschutzorganisationen entsprechende Stellen an. In Krankenhäusern und Behinderteneinrichtungen, Kindergärten oder Jugendorganisationen erhaltet ihr dabei interessante Einblicke in die Lebenswelten fremder Menschen.

Besonders bei pflegerischen Aufgaben müsst ihr euch jedoch auch gut in andere hineinfühlen und manchmal starke Nerven beweisen. Worauf ihr bei der Wahl eurer Zivi-Stelle achten solltet, erklärt euch die Techniker Krankenkasse.

Trefft eine eigene Wahl
Junge Männer müssen nach ihrem 18. Lebensjahr normalerweise den Grundwehrdienst bei der Bundeswehr ableisten. Wer diesen schriftlich verweigert, hat – sofern die Verweigerung angenommen wird – die Möglichkeit, alternativ Zivildienstleistender zu werden. Wartet jedoch mit eurem Schreiben unbedingt bis nach der Musterung beim Kreiswehrersatzamt: Wer "untauglich" gemustert wird, braucht nämlich weder Wehr- noch Zivildienst abzuleisten.

Wenn ihr als "tauglich" gemustert und als Kriegsdienstverweigerer anerkannt wurdet, erhaltet ihr eine so genannte Vorankündigung, die besagt, wann ihr euren Zivildienst antreten müsst. In der Regel bleiben euch nun noch zwei Monate Zeit, euch um eine passende Stelle zu kümmern - tut ihr das nicht, wird euch irgendwann einfach eine Stelle zugewiesen.

Viele junge Männer nutzen die Chance, während ihres Zivildienstes die ersten Berufserfahrungen zu sammeln. Ihr habt dabei die Chance, verschiedene Bereiche kennen zu lernen und eventuell sogar in den Job hineinzuschnuppern, den ihr gerne einmal ausüben möchtet. Um diese neun Monate sinnvoll zu nutzen, solltet ihr euch frühzeitig informieren, damit ihr eine tolle Stelle bekommt. Fragt dafür beispielsweise Freunde und Bekannte oder tretet an eure "Wunschorganisation" selbständig heran.

Zivildienst im Ausland
Wer seinen Zivildienst im Ausland machen möchte, sollte eher mit der Stellensuche beginnen. Vertragliche Verpflichtungen könnt ihr jedoch erst eingehen, wenn ihr als Kriegsdienstverweigerer anerkannt seid.
Achtet darauf, dass die Träger bzw. Mutterorganisationen eurer Wunschkandidaten in Deutschland angesiedelt sind. Nur so könnt ihr als Auslandszivi entsendet werden, für den der hiesige Träger die gesetzlichen Verpflichtungen erfüllt.

Für welche Aufgaben seid ihr geeignet?
Viele Jugendeinrichtungen, Altenheime oder Behinderteneinrichtungen aber auch Krankenhäuser oder Rettungsdienste beschäftigen Zivis. Je nach Institution betreut ihr dort die Bewohner oder Patienten und übernehmt leichte pflegerische Aufgaben. Beispielsweise helft ihr ihnen dabei, sich zu waschen und anzuziehen, beim Essen oder begleitet sie zu bestimmten Terminen. Auch handwerkliche oder gärtnerische Tätigkeiten oder Fahrdienste gehören zu den typischen Leistungen eines Zivis.

Wer mit alten Menschen, Behinderten oder Kranken zusammen arbeitet, sammelt viele nützliche Erfahrungen und erhält einen sehr privaten Einblick in das Leben anderer Menschen. Allerdings werdet ihr in solchen Jobs auch manchmal mit schweren Problemstellungen und Situationen konfrontiert, die euch eventuell sehr belasten. Es ist wichtig, dass ihr einen Ansprechpartner innerhalb eurer Institution und auch im privaten Umfeld habt, um über anfallende Schwierigkeiten zu sprechen. Überlegt euch vorher genau, ob ihr euch pflegerische Tätigkeiten wie Waschen, Füttern aber auch Trösten und Zuhören zutraut.

Ansprechpartner vor Ort
Besonders, wenn ihr euren Dienst im Ausland absolviert, braucht ihr unbedingt eine Vertrauensperson, an die ihr euch wenden könnt. Fast jedes Unternehmen stellt den Zivildienstleistenden einen so genannten Praxisanleiter zur Seite, der ihn besonders während der ersten Zeit intensiv begleitet. Zusätzlich gibt es auch Zivildienstbeauftragte, an die ihr euch mit Problemen, Wünschen oder Fragen wenden könnt.

Körperliche Voraussetzungen
Für bestimmte Aufgaben solltet ihr körperlich fit genug sein, um sie zu bewältigen. Wer beispielsweise schwere Lasten hebt oder Nachtdienste absolviert, sollte auch gesundheitlich dazu in der Lage sein. Sprecht dieses Thema unbedingt bei eurer Bewerbung an. Zusätzlich werdet ihr einige Tage nachdem ihr mit eurem Dienst begonnen habt, vom zuständigen Gesundheitsamt oder einem "Zivildienstarzt" noch einmal untersucht.

Einführungslehrgänge
Es ist möglich, einen einwöchigen Einführungslehrgang an einer Zivildienstschule zu absolvieren. Dort erfahrt ihr, welche Rechte und Pflichten ihr als Zivi habt. Darüber hinaus bieten diese Schulen auch Lehrgänge zu speziellen Tätigkeiten beispielsweise im pflegerischen Bereich an. Falls ihr plant, euren Dienst in so einem Bereich zu leisten, solltet ihr euch bei euren "Arbeitgebern" über diese Möglichkeit informieren.

[TK]

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