Ozonwerte

Sommersmog

published: 24.07.2009

Bei warmen Temperaturen verbinden sich das geruchlose Ozon und Autoabgase zu gefährlichem Sommersmog (Foto: Public Address)Bei warmen Temperaturen verbinden sich das geruchlose Ozon und Autoabgase zu gefährlichem Sommersmog (Foto: Public Address)

Hmh, ist Ozon nicht eigentlich etwas Gutes? Immerhin schützt es uns doch vor schädlicher UV-Strahlung, oder? Und wie kommt es dann, dass im Sommer ständig vor zu hohen Ozonwerten gewarnt wird?

Die Techniker Krankenkasse informiert euch über die Gefahr, die von dem geruchlosen Gas im Sommer ausgeht, und wie ihr euch davor schützen könnt.

Gutes Ozon – schlechtes Ozon

Fragt ihr euren Chemielehrer, wird er vermutlich antworten: "Ozon bleibt Ozon, eine aus drei Sauerstoffatomen bestehende Verbindung." Was man jedoch als Laie wissen sollte: Die Wirkung des Ozons auf die Gesundheit hängt davon ab, wo sich das unsichtbare Gas befindet: hoch oben in der Atmosphäre oder unten bei uns am Erdboden.

Während die Ozonschicht, die etwa 15 bis 50 km über der Erde schwebt, nämlich vor UV-Strahlen und Hautkrebs schützt, kommt es in niedrigeren Gefilden bei warmen Temperaturen und Sonnenschein zu einer gefährlichen Verbindung mit Autoabgasen – ein giftiges Sommersmog-Gemisch entsteht, das die Atemwege extrem angreift. Das Gas ist zunächst fast geruchlos, erst in sehr starker Konzentration lässt sich ein leichter, chlorähnlicher Geruch wahrnehmen. Leider gewöhnt man sich sehr schnell an diesen Geruch, sodass man ihn schon bald kaum noch wahrnimmt.

Atemorgane leiden

Nicht jeder Mensch ist gegenüber Ozon gleich empfindlich, so reagieren etwa nur zehn bis fünfzehn Prozent der Bevölkerung merklich auf das Gas. Betroffen sind vor allem diejenigen, die bei hohen Temperaturen viel Zeit unter freiem Himmel verbringen und dort herumtoben oder anstrengende, körperliche Arbeit verrichten – auch beim Ausdauersport riskiert man dann seine Gesundheit. Bei Personen, die unter Atemwegserkrankungen wie beispielsweise Asthma leiden, kommt es häufig zu gereizten Schleimhäuten im Hals- und Rachenraum.

Das giftige Gemisch ruft entzündliche Reaktionen in den Atemorganen hervor, kann Allergien auslösen oder verschärfen oder sogar Asthma provozieren. Die schädlichen Substanzen dringen tief in die Lunge ein und schädigen dort die Zellmembranen.
Dass das Ozon sein Unwesen in eurem Körper treibt, bemerkt ihr daran, dass die Augen brennen, der Hals kratzt und ihr unter Kopfschmerzen, Bronchitis oder Atemnot leidet.

Grenzwertig!
Die Ozonwerte werden in Nanogramm pro Kubikmeter gemessen. Mittlerweile werden Warnungen vor zu hohen Konzentrationen ab 180 Nanogramm sogar schon in den Nachrichten, im Radio oder im Internet bekannt gegeben, beispielsweise hier. Im Sommer solltet ihr diese Ansagen aufmerksam verfolgen, damit ihr genau wisst, an welchen Tagen ihr euch im Freien vorsehen müsst.

Freiluft-Aktivitäten einschränken
Wer unter Asthma leidet oder empfindlich auf den Sommersmog reagiert, sollte seine sportlichen Outdoor-Aktivitäten einschränken. Dazu gehört zwar nicht der Spaziergang am Nachmittag, Joggen oder Tennisspielen solltet ihr bei diesen Werten jedoch lieber nicht. Meistens treten gesteigerte Ozonwerte parallel zu hohen Temperaturen auf, bei denen ihr euren Körper ohnehin nicht übermäßig anstrengen solltet. Informiert auch eure Lehrer, falls ihr bei heiklem Wetter draußen Sportunterricht abhalten sollt.

Übrigens: Im Wald sind die Werte meist niedriger als unter freiem Himmel, Jogger können also bei leicht erhöhten Ozonwerten ins kühle Grün ausweichen.

Neben einem Sportverzicht ist es auch sinnvoll, dass ihr zu den heißen Zeiten des Tages, also am Mittag und am Nachmittag, die Fenster eurer Zimmer weitestgehend geschlossen haltet und lieber morgens und nachts kräftig lüftet. Im Durchschnitt liegen die Werte nämlich am frühen Nachmittag am höchsten, nachts wird die schädliche Substanz sogar wieder abgebaut.

[TK]

Links

Biowetter-Bericht der TK

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