Jobs für Schüler

Sommer, Sonne, Job?

published: 04.07.2008

Arbeiten in der Eisdiele: In den Ferien steht mancher Schüler auch mal auf der anderen Seite der Eistheke (Foto: Public Address)Arbeiten in der Eisdiele: In den Ferien steht mancher Schüler auch mal auf der anderen Seite der Eistheke (Foto: Public Address)

Während andere faulenzen und sich in der Sonne räkeln, wollt ihr die Sommerferien lieber dafür nutzen, eure Finanzen ein wenig aufzubessern? Sechs Wochen schulfreie Zeit bieten viele Möglichkeiten, sich zu erholen und trotzdem etwas für die Haushaltskasse zu tun – im besten Falle lässt sich das eine sogar mit dem anderen verbinden. Die Techniker Krankenkasse stellt euch einige Jobs vor, die sich in der Sommersaison für Schüler anbieten.

Was, wo, wann?
Bevor ihr euch in die sommerliche Arbeitswelt stürzt, solltet ihr euch über gewisse Rahmenbedingungen informieren. Folgendes sagt das "Jugendarbeitsschutzgesetz":
- Mit 13 und 14 Jahren dürft ihr maximal zwei Stunden täglich, nicht vor oder während der Schulzeit, nicht am Wochenende, an Feiertagen und nicht nach 18 Uhr arbeiten. Dabei darf es sich lediglich um leichte Jobs wie beispielsweise Babysitten, "Gassi gehen" oder Zeitungen austragen handeln.
- Zwischen 15 und 18 Jahren geltet ihr vor dem Gesetz zwar als Jugendliche, wenn ihr noch schulpflichtig seid, müsst ihr euch dennoch an dieselben Regelungen halten wie 13- bis 14-Jährige. Allerdings dürft ihr während der Schulferien bis zu vier Wochen jeweils werktags acht Stunden zwischen sechs und 20 Uhr arbeiten.
- Ab 16 ist es Schülern erlaubt, im Gaststättengewerbe bis um 22 Uhr und in Schichtbetrieben zwischen fünf und 23 Uhr zu arbeiten. Samstage und Sonntage sind weiterhin tabu. Eure Tätigkeiten dürfen außerdem nicht zu anstrengend oder mit besonderen Unfallgefahren verbunden sein. Weiter dürft ihr nicht mit giftigen und reizenden Stoffen in Berührung kommen. Weitere Informationen zum Thema findet ihr übrigens auch hier.

Sinnvoll planen
Eine weitere wichtige Frage ist, wie viel eurer Freizeit ihr in den Job investieren wollt. Besonders, wenn ihr ein anstrengendes Schuljahr hinter euch habt oder sogar noch Stoff aufholen müsst, solltet ihr genügend Raum zum Relaxen einplanen. Gönnt euch möglichst zu Beginn der Ferien erst einmal eine "echte" Auszeit, die mindestens eine Woche dauern sollte. Genauso solltet ihr die letzte Ferienwoche nicht mehr mit anstrengenden Jobs verbringen, damit ihr nicht ausgelaugt ins neue Schuljahr startet. Wer in den verbleibenden Wochen auch noch Lerneinheiten geplant hat, sollte versuchen, eine Balance zwischen Lern- und Arbeitszeit zu halten und keinesfalls mehr als acht Stunden täglich insgesamt damit verbringen. Zusätzlich solltet ihr unbedingt die Wochenenden für reale Freizeit reservieren.

Werdet ihr in den Sommerferien jobben?

  • Ja, das ist eine tolle Chance, um mein Taschengeld aufzubessern.

  • Mal sehen.

  • Auf keinen Fall, ich will in meinen Ferien nur relaxen.

Urlauber? Goldgrube für Sommerjobber!
Im persönlichen Umfeld tut sich zur Urlaubszeit eine wahre Goldgrube an Gelegenheitsjobs auf, denn wer lange wegfährt, kann sich schließlich nicht selbst um Heim und Garten kümmern. Fragt doch einmal bei Nachbarn, Freunden oder Bekannten nach, die einen längeren Urlaub geplant haben. Vielleicht müssen Blumen gegossen, Tiere versorgt oder der Briefkasten gelehrt werden - Pflichten, die ihr ohne große Probleme übernehmen könnt. Auch Babysitter, die zur Kinderbetreuung mit in den Urlaub reisen oder die die Eltern zwischendurch einmal entlasten, sind bei vielen Familien gern gesehen.

Was hat der Sommer...
...das der Winter nicht hat? Wer dieser Frage auf den Grund geht, stößt schnell auf weitere mögliche Arbeitsfelder: So herrscht in Schwimmbädern, Eisdielen oder Straßencafés Hochsaison, und jede helfende Hand wird dringend benötigt. Auch in Gärtnereien oder in der Landwirtschaft fallen im Sommer spezielle Arbeiten wie Ernten, Pflanzen oder auch Verkaufen an. Häufig suchen entsprechende Betriebe Verstärkung für die besucherstarken bzw. arbeitsintensiven Wochen im Sommer – das ist eure Gelegenheit! Überlegt euch allerdings vorher gut, wie oft und über welchen Zeitraum ihr einen solchen Job erledigen möchtet. Servicejobs wie Eisverkaufen oder Kellnern können nämlich zur Hochsaison oft ziemlich anstrengend und stressig sein, während eine Tätigkeit als Erntehelfer körperlich sehr anspruchsvoll ist.

Aufgepasst bei Fabrikarbeit!
Häufig bieten auch Großbetriebe in der Industrie typische Fertigungsarbeiten in der Fabrik an. Dort müsst ihr beispielsweise am Fließband fehlerhafte Teile aussortieren, Produkte testen oder Einzelteile zusammenstecken. Bevor ihr euch jedoch für einen solchen Job bewerbt, solltet ihr die Arbeitsbedingungen sehr genau überprüfen und ausschließen, dass ihr beispielsweise mit giftigen Abgasen oder sehr hohen Temperaturen konfrontiert seid. Erkundigt euch nach diesen Dingen möglichst vor der Bewerbung telefonisch bei eurem potentiellen Arbeitgeber, damit es nachher kein böses Erwachen gibt, eventuell kennt ihr sogar jemanden, der bereits in dem Betrieb gejobbt hat und euch weiterhilft.

Falls die Möglichkeit der Vorab-Info fehlt, könnt ihr solche wichtigen Details aber auch bei einem Vorstellungsgespräch erfragen. Ist euer Arbeitgeber nicht bereit, euch entsprechende Auskünfte zu geben, solltet ihr lieber die Finger von dem Job lassen, bevor ihr eure Gesundheit riskiert. Sprecht auch mit euren Eltern über die Bedingungen, damit sie euch gegebenenfalls bei der Einschätzung der Lage unterstützen können.

Ihr solltet euch auch erkundigen, ob ihr eventuell Schichtarbeit leisten müsst, da ihr, wie oben erwähnt, gesetzlich eventuell noch gar nicht zu bestimmten Uhrzeiten arbeiten dürft. Nur wenn ihr sicher seid, dass ihr weder mit eurer Gesundheit noch mit dem Gesetzgeber in Konflikt geratet, können diese Tätigkeiten eine gute Geldquelle darstellen.

Angemessene Bezahlung
Als Schüler seid ihr keine ausgebildeten Fachkräfte, trotzdem heißt das noch lange nicht, dass ihr nur für ein paar Cent in der Stunde arbeiten müsst. Wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf meldet, dürfen nach dem Gleichbehandlungsgrundsatz Studenten, Schüler und Aushilfen nicht schlechter bezahlt werden als fest angestellte Mitarbeiter, die die gleiche Tätigkeit ausüben.
Auch hier solltet ihr euch daher vor Jobantritt über die üblichen Löhne eures möglichen Arbeitgebers erkundigen. Überdies ist es stets sinnvoll, einen schriftlichen Arbeitsvertrag abzuschließen. So seid ihr auf der sicheren Seite, falls es einmal zu Unstimmigkeiten wegen der Höhe der Bezahlung oder der vereinbarte Arbeitszeit kommt.

Ferienjobs im Ausland
Monatelang kellnern, früh morgens Zeitungen austragen oder ewiges Babysitten unter dem Schuljahr sind nicht euer Ding? In den Urlaub fahren würdet ihr allerdings trotzdem gerne – oder zumindest einmal etwas andere Luft schnuppern? Wie gefällt euch dann die Vorstellung, als Aufsichtsperson Jugendgruppen ins Ausland zu begleiten oder einige Wochen in einer Familie als Au-pair-Mädchen oder -Junge unterzukommen?

Wer volljährig ist, kann sich bei verschiedenen Organisationen für mehrwöchige Jobs als Jugendbetreuer, Reiseleiter oder Babysitter bewerben. Beim Vermitteln von Au-pair-Stellen sind spezielle Agenturen sehr hilfreich. Zwar verdient ihr in der Regel etwas weniger als ihr vielleicht in heimischen Gefilden bekommen würdet, dafür habt ihr jedoch die Chance, in fremde Länder, Kulturen und Familien hineinzuschnuppern.

Falls nach Tarif bezahlt wird, können sich die Jobber beim Betriebsrat über die geltenden Tarifverträge informieren. Unbedingt sollten die geleisteten Stunden aufgeschrieben und abgezeichnet werden.

Übrigens...
Eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung hat gezeigt, dass in der Regel weder die Schule noch sonstige Freizeitaktivitäten leiden, wenn Schüler einen Job ausüben. Vielmehr seien jobbende Schüler auch sonst oft aktiver als ihre Altersgenossen und würden gleichzeitig schon einmal die ersten Berufserfahrungen sammeln.

Checkliste - darauf solltet ihr achten:
- Sprecht mit euren Eltern über Pro und Contra des Sommerjobs
- Eure Arbeitszeiten und -bedingungen müssen rechtlichen Richtlinien entsprechen
- Achtet darauf, dass eure Arbeit körperlich leistbar ist. Wenn ihr unsicher seid, fragt eure Eltern oder sogar euren Hausarzt (Unbedingt Arbeit mit Abgasen, bei zu hohen Temperaturen, mit giftigen Substanzen oder auch zu schweres Heben oder Tragen vermeiden)
- Fordert einen schriftlichen Arbeitsvertrag
- Klärt die Bezahlung vor Jobantritt
- Trotz des Jobs braucht ihr genügend Zeit, euch zu erholen - denkt daran, dass eure Ferien auch Erholungsphasen bieten: Gönnt euch ausreichend Pausen nach der Lern- und Arbeitszeit

[TK]

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