Passivrauchen

Keine Lust auf blauen Dunst?

published: 14.03.2010

Auch im Qualm, den ein Nichtraucher in der Nähe einer Zigarette einatmet, sind krebserregende Substanzen enthalten (Foto: Public Address)Auch im Qualm, den ein Nichtraucher in der Nähe einer Zigarette einatmet, sind krebserregende Substanzen enthalten (Foto: Public Address)

Zigaretten schaden nicht nur Rauchern, sondern auch allen anderen, die den Qualm einatmen. Auf Partys, in Kneipen oder auch zu Hause müssen Nichtraucher dennoch häufig in Kauf nehmen, mit dem stinkenden Passivrauch bedampft zu werden. Dabei bleibt nicht nur der saubere Geruch der Kleidung auf der Strecke, sondern auch die Gesundheit. Die Techniker Krankenkasse (TK) klärt euch über die Risiken auf.

Gereizte Atemwege

Schon nach einem einzigen verqualmten Abend kann man häufig die Symptome der schädlichen Wirkung des Passivrauchens an sich selbst feststellen: Die Augen tränen, im Hals kratzt es unangenehm und bei größeren Anstrengungen reagiert der Körper kurzatmiger als sonst. Manchmal kommen auch Schwindel, Kopfschmerzen oder Übelkeit hinzu. Im belasteten Organismus haben Infekte jetzt eine größere Chance, sich einzunisten.

Fühlt ihr euch belästigt, wenn in eurer Gegenwart geraucht wird?

  • Ja! Ich finde es schlimm, das man sich dem Rauch kaum entziehen kann.

  • Darüber habe ich mir noch nie wirklich Gedanken gemacht.

  • Nein, das ist mir total egal.

Die Reizung der Atemwege entsteht durch massive Schadstoffe im Tabakrauch, der nach Angaben der Welt- gesundheitsorganisation WHO mehr als 50 unterschiedliche, krebserregende Chemikalien enthält. Auch im Dunst, den ein Nichtraucher in der Nähe einer Zigarette einatmet, sind gefährliche Substanzen wie beispielsweise Blausäure, Ammoniak und Kohlenmonoxid zu finden.

Übrigens setzt ihr euch sogar dann einem Gesundheitsrisiko aus, wenn ihr euch in Räumlichkeiten aufhaltet, in denen zwar gerade keine Zigarette brennt, aber normalerweise geraucht wird. Denn die Tabakfeinstaubpartikel lagern sich an Wänden, Decken, Böden und Gegenständen ab und werden von dort wieder in die Raumluft abgegeben.
Der giftigste Anteil des Rauches stammt übrigens aus dem Qualm, der vom glimmenden Ende der Zigarette abgegeben wird, da der Tabak dort mit einer niedrigeren Temperatur verbrennt. Selbst kleinste Mengen dieser Stoffe tragen zur Entwicklung von Tumoren bei.

Lebensbedrohliche Folgen

Das Deutsche Krebsforschungszentrums (DKFZ) hat untersucht, wie sich Passivrauchen auf den Organismus auswirkt. Die Forscher fanden heraus, dass in Deutschland jährlich etwa 3.300 Nichtraucher an den Konsequenzen des unfreiwilligen Mit-Qualmens sterben. Zu den lebensbedrohlichen Folgeerkrankungen zählen beispielsweise die koronare Herzkrankheit, Schlaganfälle und chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen wie chronische Bronchitis und Lungenkrebs.

Wer von euch zu viel Qualm inhaliert, riskiert neben den gefährlichen Folgen übrigens auch ein schlechtes Gedächtnis. Wie eine Studie britischer Forschern jüngst zeigte, trägt Passivrauchen nämlich zur Gefäßverkalkung bei und verschlechtert so die Leistungsfähigkeit des Gehirns.

Nur Mut!

Wenn ihr euch durch den Rauch anderer belästigt fühlt, braucht ihr keine Hemmungen zu haben, euer Problem zu äußern. Bittet Freunde oder eure Familie, in eurem Beisein nicht drinnen zu rauchen. Sicher werden sie Verständnis haben, dass ihr keine Lust habt, eure Gesundheit aufs Spiel zu setzen.

Falls ihr euch von einem fremden Raucher gestört fühlt, bittet denjenigen höflich, die Zigarette in eine andere Richtung zu halten oder weist gegebenenfalls auf bestehende Rauchverbote hin. Glücklicherweise gibt es inzwischen viele Lokalitäten, die rauchfrei sind. Für einen unbeschwerten Abend ohne Gesundheitsrisiko streicht alle anderen am besten von eurer Liste.

[TK]

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