Genveränderte Lebensmittel

Erkennt ihr "Genfood"?

published: 04.07.2009

Gentechnisch veränderter Raps ist in der EU als Futter- und Lebensmittel zugelassen (Foto: Public Address)Gentechnisch veränderter Raps ist in der EU als Futter- und Lebensmittel zugelassen (Foto: Public Address)

Beim Thema Gentechnik scheiden sich die Geister: Verfechter und Gegner streiten sich ausdauernd über Risiko und Nutzen, viele Verbraucher stehen den Produkten nach wie vor skeptisch gegenüber. Umso wichtiger, dass ihr im Supermarkt in der Lage seid, so genanntes Genfood von anderen Lebensmitteln zu unterscheiden, um eine eigene Wahl zu treffen. Die Techniker Krankenkasse informiert euch, wo gentechnisch veränderte Lebensmittel enthalten sein können und wie ihr sie erkennt.

Genverändert?
Als genverändert gelten Lebensmittel, die aus gentechnisch veränderten Pflanzen, Tieren oder Mikroorganismen bestehen, solche enthalten oder daraus hergestellt sind. Beispielsweise Mais, der von Wissenschaftlern gentechnisch so bearbeitet wurde, dass er gegenüber Schädlingen resistent wird, gilt als genverändert.

Nahrungsmittel, bei deren Herstellung allerdings nur spezielle gentechnische Verfahren eingesetzt wurden, gelten nicht unbedingt als genverändert. So werden beispielsweise bei vielen lebensmitteltechnologischen Prozessen Bakterien, Hefen oder Pilze als Helfer eingesetzt, unter anderem bei der Käseherstellung. Wurden solche Helferlein gentechnisch erzeugt, gelten die Endprodukte trotzdem nicht als genverändert. Auch Produkte von Tieren, die mit genetisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden, gehören nicht dazu.

Gen-Food im Supermarkt
In Europa sind gentechnisch veränderte Sorten von Soja, Mais, Raps, Baumwolle und Zuckerrüben zugelassen. Sie dürfen sowohl direkt als Lebensmittel verwendet werden als auch an Tiere verfüttert werden. Was auf den ersten Blick recht überschaubar aussieht, ist in der Realität etwas verzwickter. Denn die genannten Pflanzen können – in verarbeiteter Form - in vielen Lebensmitteln auftauchen: Mais findet sich beispielsweise als Maisstärke in Backmischungen oder Pudding wieder und Soja ist unter anderem als Sojalezithin in Schokolade oder Speiseeis enthalten.
Weitere Produkte, die euch im Supermarkt begegnen können, sind Öl aus gentechnisch veränderten Sojabohnen oder Raps, Traubenzucker und Glukosesirup aus gentechnisch veränderter Maisstärke oder Aromen aus gentechnisch verändertem Sojaeiweiß. Reine Gen-Produkte wie etwa Gemüse, Obst oder Fleisch sind hierzulande noch verboten.

Genauer Blick in die Zutatenliste
Das Gesetz schreibt vor, dass gentechnisch veränderte Nahrungsmittel eindeutig gekennzeichnet werden müssen. Auf den Etiketten bzw. den Zutatenlisten von Genfood findet ihr dann den Zusatz "genetisch verändert" oder "aus genetisch verändertem .... hergestellt". Da viele Käufer die Produkte allerdings eher negativ beurteilen, verzichten Supermärkte oft auf Lebensmittel mit diesem Hinweis.

Stammt euer Frühstücksei allerdings von einem Huhn, welches mit genveränderten Futtermitteln gefüttert wurde, ist diese Information genauso wenig auf der Verpackung zu finden, wie bei einem Käse, der mithilfe von gentechnisch veränderten Enzymen gewonnen wurde. Erzeugnisse, die nicht "aus", sondern "mit" gentechnisch veränderten Organismen hergestellt wurden, unterliegen nicht der Kennzeichnungspflicht.

"Ohne Gentechnik"
Wer sichergehen möchte, dass seine Nahrungsmittel eben auch nicht "mit" gentechnisch veränderten Stoffen hergestellt wurden, sollte auf die Kennzeichnung "Ohne Gentechnik" achten. Dieses freiwillige Siegel wurde 2008 eingeführt und darf nur verwendet werden, wenn bei der Produktion nachweisbar keine Gentechnik eingesetzt wurde.

So können Milchbauern, die beispielsweise kein Gen-Soja an ihre Kühe verfüttern, dies nun deutlich signalisieren. Allerdings dürften dem Tierfutter Enzyme, Aminosäuren und Vitamine zugefügt werden, die mithife gentechnisch veränderter Organismen hergestellt wurden. Weiterhin garantiert das Siegel, dass weder Zutaten aus gentechnisch veränderten Pflanzen noch aus daraus hergestellten Produkten beigemengt wurden. Lebensmittel, die mithilfe der eingangs erwähnten Helferlein erzeugt wurden, dürfen das Siegel nicht verwenden.

[TK]

Gefällt's? Teile es.

Das könnte dich auch interessieren:

Services
Service

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung