Epidemie auf Haiti

Cholera - Was ist das?

published: 11.12.2010

Viele Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, den beispielsweise dieser Brunnen spendet. Die Cholera wird durch u.a. über verunreinigtes Wasser übertragen (Foto: Public Address)Viele Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, den beispielsweise dieser Brunnen spendet. Die Cholera wird durch u.a. über verunreinigtes Wasser übertragen (Foto: Public Address)

Am 12. Januar 2010 wurde eines der ärmsten Länder der Erde, die Republik Haiti, von einem schweren Erdbeben der Stärke 7,3 erschüttert. Auch Monate später herrschen noch immer katastrophale Zustände im ganzen Land. Gebäude wurden zerstört und überall fehlt es an Lebensmittel, sauberem Trinkwasser und Medikamenten. Neben all diesen Problemen, mit denen sich die ca. 9,7 Mio Menschen auf Haiti konfrontiert sehen, breitet sich seit Mitte Oktober die Cholera aus. Bisher sind 2.100 Menschen an der schweren Durchfallerkrankung gestorben, mehr als 90.000 sind nach Angaben des Ministeriums in Port-au-Prince erkrankt.

Cholera ist eine Krankheit, die von Bakterien hervorgerufen wird. Sie wird in erster Linie durch verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel übertragen. Daher tritt die Cholera meist in armen Ländern und besonders nach Naturkatastrophen auf.

Krankheitsverlauf

Die Inkubationszeit, also die Zeit, die zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit vergeht, beträgt etwa fünf Tage. Die Cholera-Bakterien siedeln sich im Dünndarm an und produzieren dort Gifte, die die Darmwand schädigen. Wasser und Mineralien aus der Nahrung können dann vom Darm nicht mehr ausreichend aufgenommen werden.

Der erkrankte Mensch leidet am fünften Tag nach der Ansteckung plötzlich und ohne Fieber oder Übelkeit an starkem Brechdurchfall, der seinen Körper schon nach ein bis zwei Tagen stark austrocknet. Wenn die Krankheit nicht behandelt wird, kann der Flüssigkeitsverlust dazu führen, dass der Kreislauf des Erkrankten zusammenbricht. Etwa jeder zweite Mensch, der keine ärztliche Hilfe bekommt, stirbt an der Cholera.

Um die Cholera zu behandeln, bekommen Patienten in Entwicklungsländern Antibiotika gegen die Bakterien und eine spezielle Trinklösung, in der unter anderem Traubenzucker und Kochsalz enthalten sind. Sie gibt dem Körper verlorene Flüssigkeit zurück.

Epidemien

Stecken sich innerhalb kurzer Zeit sehr viele Menschen mit einer Krankheit an, sprechen Ärzte von einer Epidemie.
Heute kommt es in Industrieländern nur noch extrem selten zu Cholera-Epidemien, da die hygienischen Bedingungen sehr viel besser sind als in Entwicklungsländern. Dies war jedoch nicht immer so: Noch im 19. Jahrhundert gab es die Cholera auch in Europa. Vor allem in den Großstädten lebten damals viele Menschen auf engstem Raum zusammen. Es gab keine Kanalisation und keine richtigen Toiletten. Krankheiten breiteten sich daher leicht aus.

Dass die Cholera über verunreinigtes Wasser übertragen wird, fand in Deutschland der Mediziner und Mikrobiologe Robert Koch heraus. Er hatte diese Entdeckung auf einer Indienreise gemacht. Als es 1892 in Hamburg zur letzten großen Cholera-Epidemie in Deutschland kam, bei der mehr als 8.500 Menschen starben, wurde Koch nach Hamburg geschickt, um zu helfen. Dort setzte er sich beispielsweise dafür ein, dass alle Bürger ihr Trinkwasser abkochen, um die Bakterien abzutöten.

Meldepflicht

Da große Sorge bestand, die Cholera könnte sich auf ganz Deutschland ausweiten, wurde gesetzlich bestimmt, dass jeder Kranke gemeldet werden müsse. Heute gibt es eine solche Meldepflicht auch auf internationaler Ebene. Wie viele andere Krankheiten werden alle Cholera-Fälle der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeldet. Die WHO als Organisation der Vereinten Nationen (UNO) dafür zuständig, die Gesundheit aller Menschen weltweit zu verbessern und zu sichern. Aktuell überwacht sie auf Haiti die Cholerafälle und organisiert internationale Hilfsmaßnahmen, damit den Bewohnern des Inselstaates möglichst schnell geholfen werden kann.

[TK]

Links

Weltgesundheits- organisation (WHO)

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