Gas geben mit Köpfchen

Endlich Führerschein!

published: 28.09.2011

Mit der neu gewonnenen Unabhängigkeit kommt auch eine große Verantwortung auf Fahranfänger zu (Foto: Etienne Desclides on Unsplash) Mit der neu gewonnenen Unabhängigkeit kommt auch eine große Verantwortung auf Fahranfänger zu (Foto: Etienne Desclides on Unsplash)

Theoretisch Prüfung und praktische Prüfung bestanden! Nach Bibbern, Bangen und einer schlaflosen Nacht haltet ihr den Auto-Führerschein endlich in den Händen und es fühlt sich an wie Weihnachten und Geburtstag zusammen. Doch mit der lang ersehnten Unabhängigkeit kommt auch eine neue Verantwortung auf euch zu. Wer zig Pferdestärken durch die Straßen lenkt, sollte nämlich nicht nur seine Freiheit genießen, sondern ist auch verpflichtet, auf die anderen Verkehrsteilnehmer zu achten.

Besonders junge Fahranfänger begehen häufig typische Fehler. Glücklicherweise kannst du etwas tun, um dein Unfallrisiko aufs Minimum zu reduzieren. Die Techniker Krankenkasse hat einige Tipps für Fahranfänger (und Fortgeschrittene) gesammelt.

Cool hinterm Steuer

Wer sich gerade mit seinem Freund gezofft oder eine schlechte Note kassiert hat, sollte erst einmal tief durchatmen, bevor er oder sie den Schlüssel in der Zündung umdreht. Zu schnell lauft man Gefahr, seine Wut an "dem Volldeppen" vor einem auszulassen und unüberlegte Manöver zu starten. Wer mit Frust, großer Freude oder Aufregung im Bauch hinters Lenkrad klettert, kann sich außerdem nicht hundertprozentig aufs Fahren konzentrieren und gefährdet somit seine Umwelt. Versuche, bei jeder Tour – und sei es nur bis zum Kaufmann um die Ecke – deine Emotionen aus dem Spiel zu lassen.




Mal eben schnell...

Du musst dringend einkaufen, wolltest deiner Banknachbarin noch die Mathe-Aufgaben vorbeibringen und in einer Stunde bist du im Kino verabredet? Wer noch "eben schnell" fünf Dinge zu erledigen hat, lässt sich leicht dazu hinreißen, das Gaspedal zu stark durchzutreten. Hinzu kommt, dass du hektisch wirst und vor lauter Stress den Pfeiler hinter dir oder den Fahrradfahrer vor dir übersiehst. Anstatt deine Verspätung wieder "herauszufahren", gib deiner Freundin Bescheid, dass du dich verspätest, oder verschiebe einen Termin nach hinten. Denn egal, wie sehr du unter Zeitdruck stehst: Wer ruhig und besonnen fährt, kommt mindestens genauso schnell ans Ziel – und das ohne Beule.

"Los, jetzt überhol´ doch!"

du kannst stolz darauf sein, die Fahrprüfung bestanden zu haben, denn damit hast du bewiesen, dass du fit für den Straßenverkehr bist und dich deiner Verantwortung und Rolle als Verkehrsteilnehmer bewusst bist. Leider vergessen Fahranfänger bisweilen, dass sie eben Anfänger sind. Selbst, wenn du dich sicher fühlst, lassen sich einige Situationen durch Erfahrungswerte leichter beurteilen. Zwar führt mangelnde Fahrpraxis oft nur zu Blechschäden, doch in Kombination mit einer gehörigen Portion Selbstüberschätzung passiert bisweilen auch viel Schlimmeres. Zu schnell kommt man bei schlechtem Wetter von der Fahrbahn ab, gerät ins Schleudern oder in den Gegenverkehr, weil man entgegenkommende Fahrzeuge falsch eingeschätzt hat.

Sei erwachsen und selbstbewusst genug, dir diese mangelnde Praxis einzugestehen. Auch wenn du vielleicht Freunden imponieren möchtest oder sie dich anfeuern, dass "der Platz locker zum Überholen reicht", lasst dich nicht aus der Ruhe bringen. Schließlich fühlst du dich ja auch wohler in einem fremden Auto, wenn der Fahrer nicht allzu risikofreudig fährt, oder? Tuckere also lieber einmal eine Weile hinter einem Traktor her, als im Gegenverkehr zu landen.




Keine rollende Disco

Die erste Tour mit deinen Leuten: laute Musik, drei Freunde auf der Rückbank und alle reden durcheinander. Verständlich, dass du dich nicht mehr richtig auf die Straße konzentrieren kannst. Musst du in einer solchen Situation schnell reagieren, weil ein Kind auf die Fahrbahn läuft oder dein Vordermann stark bremst, wird es unter Umständen ganz schön eng. Leicht überhörst du bei zu starkem Lärm oder lauter Musik auch Ambulanzen, Polizei oder andere Fahrgeräusche. Sogar erfahrene Autofahrer können nicht gleichzeitig telefonieren, das Radio einstellen und den Verkehr im Auge behalten – wie sollte es dann ein Fahranfänger. Sorge dafür, dass du beim Fahren nicht abgelenkt wirst und bitte deine Mitfahrer um Verständnis. Letztendlich entscheidet ein sicherer Fahrstil darüber, dass andere deinem Können vertrauen, und nicht der Lärmpegel während der Fahrt.

Kein Alkohol am Steuer

Seit dem 1. August 2007 herrscht absolutes Alkoholverbot für Fahranfänger während der Probezeit und vor Vollendung des 21. Lebensjahres. Selbst mit einer niedrigen Alkoholkonzentration im Blut ist dein Reaktionsvermögen bereits geschwächt. Auch, wenn du dich nach einem Bier oder einem Glas Wein überhaupt nicht betrunken fühlst, laufen physische Mechanismen langsamer ab. Verfügt der Autofahrer zusätzlich kaum über Fahrpraxis, kann er oder sie dieses Manko nicht ausgleichen.

Alkoholisiert zu fahren hat nichts mit Coolness oder guter Selbsteinschätzung zu tun, sondern ist schlicht unverantwortlich und dumm. Lass es nicht darauf ankommen, zu schnell endet die kurze Fahrt von der Disco nach Hause dann nämlich im Straßengraben. Dabei verletzt du möglicherweise nicht nur dich, sondern auch andere Autofahrer oder deine Mitfahrer. Selbst, wenn deine Gesundheit beim Crash keinen Schaden nimmt, kostet dich so eine Eskapade den Führerschein, bis zu 1000 Euro Bußgeld und zwei Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei.

[TK]

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