Ernährungsirrtümer

Von Fett, Vitaminen und Kartoffeln

published: 23.04.2011

Sind braune Eier wirklich gesünder als weiße? (Foto: Public Address)Sind braune Eier wirklich gesünder als weiße? (Foto: Public Address)

Woher kommt eigentlich die Annahme, dass braune Eier gesünder seien als weiße? Gibt es noch andere Märchen rund ums Essen, die man einmal genauer hinterfragen sollte? Die Techniker Krankenkasse hat sich auf die Suche nach populären Ernährungsirrtümern gemacht.

Braune Eier gesünder als weiße?

Braune Eier sind natürlicher und deswegen viel gesünder? Dieses Märchen kommt wohl daher, dass zu Beginn der Bio-Ära hauptsächlich braune Eier als Bio-Produkte verkauft wurden. Allerdings hängt die Farbe des Eis lediglich von der Hühnerrasse ab. Übrigens sagt auch die Dotterfarbe nichts über die Qualität der Eier aus.

Gemüse nur frisch auf den Tisch?

Viele Leute meinen, dass es nichts Gesünderes als frisches Gemüse gibt. Dabei ist Tiefkühlkost manchmal bedeutend vitaminreicher, da die Nährstoffe im Vergleich zu frischem Gemüse oft besser konserviert werden. Tiefgekühltes wird erntefrisch schockgefroren, sodass die Vitamine weitgehend erhalten bleiben. Frische Ware hingegen wird oft zu lange transportiert und gelagert und verliert an Nährwert, wenn sie im Kühlschrank liegt.

Macht abends essen dick?

Bloß nicht mehr nach 18 Uhr essen? Diese Regel ist an den Haaren herbeigezogen, denn nicht die Uhrzeit der Mahlzeit, sondern die Kalorienzahl bestimmt, ob man zunimmt. Man darf ruhig spät essen, allerdings sollten zwischen Essen und Zubettgehen etwa drei Stunden liegen, da dann ein Großteil bereits verdaut ist.

Von Vitaminen nie genug?

Je mehr Vitamine desto besser? Falsch! Überdosierungen können sogar die Gesundheit gefährden, so die englische Lebensmittelbehörde Food Standard Agency. In großen Dosen sind besonders Beta-Karotin und Vitamin B6 gefährlich. Es ist also sinnvoller, nicht zu viel, dafür aber regelmäßig Vitamine zu sich zu nehmen.

Kartoffeln als Dickmacher?

Von wegen, Kartoffeln machen dick: 100 Gramm Kartoffeln enthalten gerade einmal 70 Kalorien. Problematisch ist allein die Zubereitung, die bei Kartoffelprodukten wie Pommes oder Chips häufig sehr fettreich ausfällt. So enthalten beispielsweise 100 Gramm Pommes Frites schon 267 Kalorien.

Steinobst + Wasser = Bauchweh?

Oft hört man, wie Eltern ihre Kinder warnen: "Trink kein Wasser, wenn Du Pflaumen gegessen hast, sonst bekommst Du Bauchweh!" Diese "Weisheit" stammt vermutlich aus Zeiten, in denen das Wasser noch aus Brunnen geschöpft wurde und mehr Bakterien enthielt. In Kombination mit Steinobst führten diese Erreger dann leicht zu einem schmerzenden Bauch. Bei der heutigen Wasserqualität braucht man sich darum allerdings nicht mehr zu sorgen.

Macht Fett fett?

Fett macht nicht generell dick. Lediglich zu viel Fett vom Rind oder Schwein kann krank machen, wenn man sich gleichzeitig nicht ausreichend bewegt. Der Geschmacksträger liefert als energiereichstes Nahrungsmittel am meisten Kalorien. Es macht deshalb durchaus Sinn, auf seinen Fettkonsum ein wachsames Auge zu haben. Allerdings sind pflanzliche Fette und auch Fischfett für eine gesunde Ernährung sogar wichtig, da sie schädliche Stoffe im Blut vermindern.

"Light" macht schlank?

Nicht überall, wo "light" drauf steht, ist auch "light" drin! Der Begriff "light" ist nämlich gesetzlich nicht geschützt und muss nicht zwangsläufig heißen, dass ein Produkt kalorienarm ist. So handelt es sich bei vielen Light-Produkten nicht um kalorienarme, sondern nur um kalorienreduzierte Produkte.

Effektive Null-Diät?

Wer abnehmen will und komplett auf das Essen verzichtet, tut weder sich noch seinem Körper einen Gefallen. Der Organismus schaltet nämlich um, sobald er keine Nährstoffe mehr erhält und verbraucht weniger Kalorien. So kommt es schnell zum ungeliebten Jo-Jo Effekt. Gesünder ist es, pro Woche etwa ein halbes Kilo abzunehmen, indem man täglich etwas weniger Kalorien zu sich nimmt. Auch Sport trägt wesentlich dazu bei, den ständigen Kalorienverbrauch anzukurbeln.

Macht zu viel Schokolade Pickel?

Dieses Gerücht haben vermutlich geizige Menschen erfunden, die ihre Schokolade nicht teilen wollten. Pickel sind durch Talk verstopfte Poren, Schokolade wiederum hat keinen erwiesenen Einfluss auf die Talkproduktion. Allerdings tragen Süßigkeiten in rauen Mengen - und somit auch Schokolade - allgemein zu einem schlechteren Befinden und auch zu einem schlechteren Hautbild bei.

[TK]

Gefällt's? Teile es.

Das könnte dich auch interessieren:

Services
Service

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung