Gerüche

Hast du den richtigen Riecher?

published: 02.02.2007

Die Nase unterscheidet etwa 10.000 verschiedene Düfte  (Foto: shutterstock.com/Andresr) Die Nase unterscheidet etwa 10.000 verschiedene Düfte (Foto: shutterstock.com/Andresr)

Der Geruchssinn beeinflusst dich vielleicht stärker, als dir lieb oder zumindest bewusst ist. Spätestens seit Parfum auch auf der Kinoleinwand Furore macht, sollte jedoch klar sein, wie bestimmend der Duft einer Person ist. Zwar entscheidet er nicht zwangsläufig über Leben und Tod, sicherlich wirkt er sich aber darauf aus, wer dir sympathisch ist und wer nicht.

Schon der allgemeine Sprachgebrauch verrät die heimliche Macht des richtigen Riechers, wie folgender möglicher Dialog zeigt: "Den Mark find´ ich echt dufte!" - "Wirklich? Ich kann ihn überhaupt nicht riechen. Der kommt immer so arrogant daher, das stinkt mir total."

Während bis weit in das 19. Jahrhundert hinein Parfum vor allem zum Übertünchen von Körpergeruch diente, geben die Deutschen heute im Schnitt 790 Millionen Euro jährlich für spezielle Luxusparfums aus, wobei der Gewinn der einfachen Drogerien und Kaufhäuser noch nicht mit einberechnet ist. Warum bemühen sich die meisten Menschen so sehr, gut zu duften?

Das Riechorgan
Unsere Nase unterscheidet rund 10.000 verschiedene Düfte, die beispielsweise süßlich und schwer oder grell und scharf sein können. Bevor du einem Geruch jedoch bestimmte Attribute zuweist, bringt er einen langen Weg hinter sich.

Beim konzentrierten Erschnüffeln eines Aromas gelangen etwa 20 Prozent der eingeatmeten Luft in die Region der Riechschleimhaut, die sich in der obersten Nasenmuschel befindet. Die Duft-Moleküle treffen hier auf die so genannten Riech-Sinneshaare, lösen sich im Sekret auf und docken an einem zu ihnen passenden Rezeptor an.

Hat ein Molekül die richtige "Haustür" gefunden, wird seine Ankunft in elektrische Informationen umgesetzt, die über die Riechzellen in Sekundenbruchteilen ins Gehirn gelangen. Was dort damit geschieht, wirkt sich darauf aus, wie du den Duft bewertest.

Erinnerst du dich?
In einer als Riechkolben bezeichneten Region des Endhirns werden die Duftinformationen ihren endgültigen Bestimmungsorten zugeführt. Ein Teil gelangt dabei ins limbische System, das für Erinnerungen und Gefühle zuständig ist.
Hast du schon einmal etwas Ähnliches gerochen, wirst du die Gefühle während dieser ersten "Duftbegegnung" automatisch dem Duft selbst zuschreiben. Dein Gehirn entscheidet nun, ob deiner Meinung nach etwas lecker oder eklig, lieblich oder abstoßend riecht und identifiziert gleichzeitig einzelne Duftrichtungen.

Wer seinen Geruchssinn verbessern will, sollte übrigens viel Calcium zu sich nehmen und auf seinen Hormonhaushalt achten, denn beides beeinflusst die Riechqualität.

Den Partner erschnüffeln
Vor 30 Jahren entdeckte der Forscher Dr. David Berliner, dass unsere Nasen nicht nur normale Gerüche wahrnehmen können, sondern auch so genannte Pheromone. Zu ihnen gehören unter anderem Sexualhormone oder bestimmte Alarmsubstanzen.

In der Tierwelt dienen solche Lockstoffe dazu, dem anderen Geschlecht die fruchtbaren Tage mitzuteilen. So bestimmen beispielsweise Pheromone entscheidend das Liebesleben der Hamster. Die Weibchen legen in der Zeit des Eisprungs eine Spur, von der das Männchen magisch angezogen wird.

Umstrittene Theorien besagen, dass auch das Sexualverhalten der Menschen maßgeblich von den Pheromonen gelenkt wird. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass bei der Partnerwahl diejenigen bevorzugt werden, deren Geruch sich am stärksten vom eigenen unterscheidet. Dadurch solle garantiert werden, dass entstehende Nachkommen mit einem möglichst großen Genpool ausgestattet werden.

Es bestehen allerdings keine gesicherten Ergebnisse, die diese Behauptungen endgültig belegen. Fest steht, dass der Mensch über eine breite Palette an fantasievollen Möglichkeiten verfügt, um einen potenziellen Partner auf sich aufmerksam zu machen, und auch ein guter Duft kann dazu beitragen, dass die Chemie im wahrsten Sinne des Wortes stimmt. Jeder besitzt schließlich seine ganz eigene "Duftmarke", die auf den einen mehr und auf die andere weniger anziehend wirkt.

Wenn dir also mal wieder etwas "stinkt", weil jemand, den du "nicht riechen" kannst, dich "vollgemieft" hat, dann halte einfach deine Nase in den Wind und lasse dich zu deinem Traumpartner führen.

[Birte Frey/Franzisca Teske]

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