Maniküre

Spülen greift die Nägel an

published: 23.02.2007

Durch ständigen Kontakt mit Wasser und Waschsubstanzen quillt das Keratin in den Nägeln auf  (Foto: Shift Drive/Shutterstock.com) Durch ständigen Kontakt mit Wasser und Waschsubstanzen quillt das Keratin in den Nägeln auf (Foto: Shift Drive/Shutterstock.com)

Tibor ist genervt. Seitdem er den Nebenjob als Barkeeper in seiner Stammkneipe hat, sind seine Fingernägel immer weicher geworden. Ständig biegen sie um und reißen dabei ein. Zum einen tut das ziemlich weh, wenn der Nagel über dem Nagelbett abreißt, zum anderen kann er sich hinter dem Tresen keine hässlichen Hände leisten. Bisher hat Tibor Nagelprobleme immer als "Frauenkrankheit" abgetan. Zwar sind ihm schon öfter kleine weiße Verfärbungen auf seinen Fingernägeln aufgefallen, die störten ihn aber bislang nicht. Dass kaputte Nägel nicht nur einen kosmetischen Makel bedeuten, sondern tatsächlich Schmerzen bereiten, merkt Tibor erst jetzt.




Woher kommen weiche Nägel?

Jeder Mensch ist verschieden, das gilt auch für die Fingernägel. Ob du harte, weiche, schmale oder breite Nägel hast, liegt verschlüsselt in deinen Erbanlagen. Genauso wenig, wie du dir aussuchen kannst, wie dick oder dünn deine Haare sind, wirst du auch die Beschaffenheit deiner Nägel kaum beeinflussen. Wenn sie sich allerdings wie bei Tibor innerhalb kurzer Zeit stark verändern, gibt es einen Grund dafür.

In den meisten Fällen lassen sich die Ursachen für weiche, rissige Nägel schnell ausmachen. Tibor muss als Barkeeper laufend seine Hände in das Spülwasser für die Gläser tauchen. Durch diesen ständigen Kontakt mit Wasser und Waschsubstanzen quillt das Keratin in seinen Nägeln auf, wodurch diese ihre Stabilität verlieren. Die Hornsubstanz Keratin ist ein Protein und Hauptbestandteil deiner Nägel.




Oft sind auch chemische Nagellackentferner an brüchigen und weichen Nägeln schuld. In einigen Fällen kann auch Vibration der Beschaffenheit deiner Nägel an den Kragen gehen, wenn du zum Beispiel viel Klavier spielst.

Mythos Mangelerscheinung

Weiße Flecken auf den Nägeln deuten auf Mangelerscheinungen hin - klare Sache? Weit gefehlt! Ein Mangel an Mineralstoffen ist nur äußerst selten die Ursache für brüchige, weiche oder gefleckte Fingernägel.
Deine Nägel bestehen nämlich vornehmlich aus Horn und nicht aus Mineralien. Es ist deshalb nicht besonders sinnvoll, wenn du zusätzlich Präparate einnimmst, die diese angenommenen Mangelerscheinungen ausgleichen sollen. Wenn du dich ausgewogen ernährst, führst du deinem Körper ohnehin alle Stoffe in ausreichender Menge zu. Nur in seltenen Fällen führt Eisenmangel zu einer erhöhten Brüchigkeit oder Zinkmangel zu weißen Querstreifen. Allerdings wirst du dann auch unter anderen Symptomen dieser Unterversorgung leiden.




Einige Studien besagen, dass das Vitamin Biotin die Struktur der Nägel beeinflusst, da es hilft, Hautgewebe zu produzieren. Diese Substanz findet sich in Nahrungsmitteln wie Bananen oder Haferflocken. Du kannst sie also problemlos in deine täglichen Mahlzeiten einbauen.

Gefleckte Nägel

Dort, wo die Nägel weiß schimmern, sind die einzelnen Nagelplatten nicht genügend miteinander verschmolzen. Dein Nagel besteht aus drei Schichten und wenn diese nicht richtig verwachsen sind, reflektieren sie das Licht weiß. Besonders gut ist dieses Phänomen an der Lunula, dem Halbmond jedes Nagels, zu beobachten. Die schlechte Verbindung von Nagelplatten kann durch äußere Verletzungen verursacht werden, wenn du dich stößt oder deinen Finger klemmst. Aber auch Krankheiten oder bestimmte Medikamente verursachen dieses Problem.

Was hilft?

Tibor könnte zukünftig bei seiner Arbeit Spülhandschuhe tragen, um seine Nägel zu schonen. Zwischendurch sollte er sie allerdings ablegen, da auch durch das permanente Tragen von schlecht durchlüfteten Handschuhen oder Schuhen die Nägel weich werden. Wenn ihm das zu umständlich ist, gibt es auch wasserabweisende Schutzcremes, die er auf die Hände auftragen kann.




Die Hände und Nägel nach jedem Waschen einzucremen, bewahrt sie vor dem Austrocknen. Es gibt auch Nagelhärter, die die Fingernägel vor dem Aufquellen bewahren. Allerdings solltest du darauf achten, dass keine wasserentziehenden Stoffe enthalten sind, wie beispielsweise Formaldehyd. Genauso ist es schädlich, wenn du acetonhaltigen Nagellackentferner benutzt.

Es tut deinen Fingernägeln gut, wenn du zum Kürzen anstatt einer Schere oder eines Knipsers eine Feile benutzt. Diese versiegelt nämlich die Nagelspitze, sodass sie nicht so schnell einreißt. Alte Hausrezepte gibt es zudem: So hilft das tägliche Einreiben der zu weichen Nägel mit Zitronensaft oder ein Bad in warmem Olivenöl.

[Franzisca Teske]

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