Gesund Saunieren

Wärme für die Seele

published: 10.04.2007

Beim Saunieren steigt die Körpertemperatur um etwa ein bis zwei Grad Celsius (Foto: Public Address)Beim Saunieren steigt die Körpertemperatur um etwa ein bis zwei Grad Celsius (Foto: Public Address)

Die Woche war mal wieder stressig: Die Rückenmuskulatur ist verspannt, die Haut gereizt und gerötet und du fühlst dich einfach nur kaputt. Um die Gedanken zu ordnen und die Seele baumeln zu lassen, kannst du ruhig öfter einmal eine Sauna besuchen. Das Gute daran: Der Aufenthalt in der Wärme steigert nicht nur das subjektive Wohlbefinden sondern ist auch noch sehr gesund.

Was passiert im Körper?
Im heißen Dampf weiten sich die Blutgefäße, womit der Körper versucht, die Wärme nach außen zu leiten. Gleichzeitig erhöht sich die Pulsfrequenz um 50 Prozent und die Körpertemperatur steigt um etwa ein bis zwei Grad Celsius. Man befindet sich in einer Art künstlichem Fieber, wodurch - wie auch bei echtem Fieber - die Krankheitserreger im Organismus zerstört werden.

Die Temperatur der Haut steigt ebenfalls an, nämlich um gute zehn Grad Celsius, und ihre Durchblutung steigert sich um 900 Prozent. Unter diesen Bedingungen teilen sich die Zellen besser und die Haut bekommt ein strafferes und jüngeres Aussehen. Besonders bei Akne, Schuppenflechte oder Neurodermitis kann ein Heißluftbad helfen.

Innerhalb kürzester Zeit beginnt der Körper zu schwitzen, um die Haut abzukühlen. Pro Minute werden circa zehn Gramm Wasser verdampft. Im Verlauf mehrerer Saunagänge quillt die oberste Hornschicht der Haut auf. So lockern sich verhornte Hautzellen und lassen sich einfach wegwaschen. Außerdem werden beim Schwitzen auch Schmutz- und Fettpartikel aus den Hautporen geschwemmt.

Im anschließenden Kaltbad ziehen sich die Blutgefäße schnell wieder zusammen und werden so trainiert. Nebenbei entspannt sich die Muskulatur, der Blutdruck sinkt und Kreislauf und Stoffwechsel werden angenehm angeregt. Diese Reaktionen kommen dem fleißigen Saunagänger besonders im Winter zugute. Normalerweise ziehen sich die Gefäße nämlich krampfartig zusammen, sobald man in die Kälte kommt, allerdings passiert das nicht, wenn sie trainiert sind. So bleiben die Schleimhäute im Rachenraum immer gut mit Blut versorgt und verfügen über genügend weiße Blutkörperchen, die Krankheitserreger bekämpfen können.

So saunierst du richtig
Bevor man die Sauna betritt, sollte man duschen und den Körper komplett abtrocknen, da man sonst den Schwitz-Vorgang verzögert. Wer zum ersten Mal in eine Sauna geht, sollte es sich auf einer der unteren Bänke bequem machen, weil dort die Temperatur am niedrigsten ist. Wer einen schwachen Kreislauf hat, sollte sich ruhig auf den Rücken legen. Maximal hält man sich etwa eine Viertelstunde pro Saunagang in der Kabine auf, oft hängen Sanduhren an der Wand, um die Dauer zu überprüfen. Bevor man aufsteht, sollte man sich um des Kreislaufs Willen für eine Minute aufsetzen.

Anschließend kühlt man den Körper an der frischen Luft ab, wobei die Lunge besonders gut Sauerstoff aufnimmt. Dann wird der Schweiß kalt abgeduscht und der Körper weiter durch ein kaltes Bad im Tauchbecken, Fluss oder See oder beim Wälzen im Schnee abgekühlt. Bei den Variationen sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Zum Schluss gönnt man sich eine Ruhephase, die mindestens eine Viertelstunde dauern sollte. Dabei kann individuell unterschiedlich starkes Nachschwitzen einsetzen, dem man durch warme Fußbäder entgegenwirken kann.

Obwohl der Körper während der Sauna-Gänge viel Flüssigkeit verliert, sollte man nicht unbedingt zwischen den Phasen trinken. Das Schwitzen bewirkt, dass das Blut dicker wird. Der Körper gleicht dies aus, indem er Wasser aus den Körpergeweben ins Blut überführt. Würde man trinken, würde dieser Effekt wegfallen und der Organismus seine "Schlackenstoffe" nicht loswerden. Deshalb ist es sinnvoller, erst nach dem beendeten Saunabad zu trinken. Zu empfehlen sind dann Mineralwasser und verdünnte Fruchtsäfte.

Die Prozedur wird normalerweise zwei- bis dreimal wiederholt, um einen guten Effekt zu bewirken. Man kann sie auch beliebig ausdehnen, allerdings sollte man den Körper nicht überfordern und ihm genügend Flüssigkeit zuführen.

Wann hilft und wann schadet das Saunieren?
Bei verschiedenen Krankheitsbildern kann ein Sauna-Besuch sogar zur Genesung des Patienten beitragen. So wird er bei Infarktpatienten beispielsweise als Therapie angewandt, weil das Herz in der Saunawärme besser durchblutet und versorgt wird. Auch bei Problemen mit dem Ischias, Rheuma oder bei Durchblutungsstörungen macht man sich diese Wirkung zunutze. Bei Migräne-Patienten trägt das Saunieren dazu bei, die Blutgefäße im Hirn zu trainieren.

Wer mit einer Entzündung, einer akuten Infektion oder mit Herz-Kreislauf-Problemem zu kämpfen hat, sollte die Sauna allerdings lieber meiden. Auch für Menschen mit Venenthrombosen oder Krampfaderleiden ist das Heißbad nicht förderlich. Wer hohen Bluthochdruck, Herzprobleme, Nierenkrankheiten, eine Schilddrüsenüberfunktion oder Epilepsie hat, sollte auf jeden Fall vor dem Saunabesuch Rücksprache mit seinem Arzt halten.

[Franzisca Teske]

Gefällt's? Teile es.

Das könnte dich auch interessieren:

Services
Service

Hochschulkarte

Suche

Mimadeo / shutterstock.com
Über 19.000 Studiengänge an 747 Hochschulstandorten
Werbung
Werbung
Werbung
Werbung