Der Schwiegerelternknigge

"Schatz, dies sind meine Eltern..."

published: 26.06.2007

Dann mal los: Freundlich lächeln und höflich sein. Um den ersten Besuch bei den Eltern der Freundin oder des Freundes kommt ihr nicht herum... (Foto: Public Address)Dann mal los: Freundlich lächeln und höflich sein. Um den ersten Besuch bei den Eltern der Freundin oder des Freundes kommt ihr nicht herum... (Foto: Public Address)

Die Schmetterlinge schwirren durch die frische Frühlingsluft - und in eurem Bauch. Denn erst vor kurzem habt ihr euch schwer verliebt. Natürlich sind der neue Freund oder die neue Freundin sensationell toll. Nachdem ihr euch schon ganz gut kennen gelernt habt, steht nun das Unvermeidliche an: der Antrittsbesuch bei den Eltern. Eine Aufgabe, bei der schnell etwas schiefgehen kann.

Bei vielen Menschen entscheidet der erste Eindruck über ein positives oder negatives Gefühl. Sollte es tatsächlich die große Liebe sein, wollt ihr es euch schließlich mit euren potenziellen Schwiegereltern nicht gleich am ersten Tag verderben. Die Techniker Krankenkasse hat ein paar Tipps, die verhindern, dass die Schwiegereltern zum Albtraum werden.

Höflichkeit kommt an
Haltet die klassischen Benimm-Regeln ein: zuerst die Mutter begrüßen, dann den Vater. Höflichkeit plus klassische Erziehung kommt in der Regel immer gut an, sie sollte jedoch nicht gleich preußisch-unterwürfig sein. Das gilt auch für das Verhalten im Gespräch. Lasst die anderen immer ausreden. Eine unbedachte Bemerkung kann das Klima für lange Zeit vergiften. Deshalb überlegt gut, bevor ihr etwas sagt.

Es kann sinnvoll sein, sich vorher beim Partner ein wenig über dessen Eltern zu informieren, um zu vermeiden, ohne böse Absicht ins sprichwörtliche Fettnäpfchen zu treten. Ein paar Informationen über heikle Themen, die besser nicht angeschnitten werden sollten, können Peinlichkeiten verhindern. Schließlich ist die fremde Familie längst nicht so vertraut wie die eigene. Generell gelten die gleichen Regeln wie bei jeder guten Freundschaft, die auch nicht an einem Tag geschlossen wird. Vertrauen braucht Zeit.

Anpassen
Passt euch den Verhältnissen und Gegebenheiten bei den Eltern eures Partners an. Jede Familie und jeder Haushalt hat ihren bzw. seinen eigenen Rhythmus und eigene Sitten und Gebräuche. Das fängt mit den Essenszeiten an. Wird nach dem Mittagessen eine kleine Siesta gehalten, respektiert diesen Brauch. Ihr müsst ja nicht schlafen gehen, sondern könnt in dieser Zeit beispielsweise lesen.

Bei aller Vorsicht solltet ihr euch nicht verstellen. Wenn die Spezialität der Elternküche Eisbein mit Sauerkraut ist, euch aber allein bei dem Gedanken daran die Spucke gefriert, dann müsst ihr das auch nicht essen.
Viel wichtiger ist, wie ihr diese Nachricht verpackt. Das sollte nämlich ohne irgendwelche "Igitts" geschehen, sondern ruhig und höflich. Wenn ihr einen bestimmten Grund habt, erzählt davon. Das macht es für alle nachvollziehbar.

Wenn es nicht klappt….
Sollte das erste Treffen mit den potenziellen Schwiegereltern trotzdem misslingen, bleibt erst einmal nett und aufgeschlossen, auch wenn ihr auf Ablehnung stoßt. Fragt später unbedingt euren Partner, was der Grund dafür sein könnte. So habt ihr die Möglichkeit, es beim nächsten Mal besser zu machen.

Erwartet nicht zu viel vom ersten Treffen. In euren Partner habt ihr euch vielleicht auf den ersten Blick verliebt, mit seinen Eltern muss es nicht zwingend auch so sein. Deshalb ist es nicht verkehrt, zunächst eine höfliche und unverbindliche Distanz zu wahren. Zwar wirkt ihr so möglicherweise ein wenig spröde, aber das ist immer noch besser, als unbewusst Fehler zu machen, die sich nachher nur schwer ausbügeln lassen. Umgekehrt dürft ihr den Schwiegereltern ruhig einen gewissen Generations-Bonus zugestehen: Sie müssen nicht alles so sehen, wie es in eurer Generation gesehen wird.

Übrigens: Wenn ihr mit eurem Partner über seine Eltern redet, ist ein gewisses Maß an Sensibilität notwendig. Über pauschale Ablehnung wie "Deine Eltern sind das Letzte" wird sich der Partner weder freuen, noch wird er - in den meisten Fällen - dafür Verständnis haben. Eher fühlt er sich persönlich angriffen und in Frage gestellt. Die meisten Menschen identifizieren sich mit ihren Eltern und lieben sie - auch, wenn sie nicht in allen Dingen mit diesen übereinstimmen. Umgekehrt solltet ihr wegen etwas sachlicher Kritik an euren Eltern nicht gleich eingeschnappt sein. Außenstehende sehen einige Dinge oft klarer. Vielleicht hilft euch das, eingefahrene Muster und Rollen zu erkennen und sie zu verstehen.

Beruhigend mag sein, dass laut einer Statistik immerhin drei Viertel aller Paare gut mit den Eltern ihres Partners auskommen. Von der Tatsache, dass etwa jedes achte Paar als Scheidungsgrund "Probleme mit den Schwiegereltern" angibt, müsst ihr euch ja nicht entmutigen lassen...

[Jörg Römer]

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