Referendum

Keine Olympiade 2024 in Hamburg

published: 30.11.2015

In Hamburg votierte eine Mehrheit gegen die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele (Foto: Public Address) In Hamburg votierte eine Mehrheit gegen die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele (Foto: Public Address)

Hatten die Verantwortlichen die Stimmung in der Stadt falsch eingeschätzt? Lag es an einer erhöhten Angst vor Anschlägen nach dem Terror in Paris? Oder gaben Bedenken zur Finanzierung den Ausschlag? Was auch immer der Grund war: Die Hamburger haben sich am 29. November in einem Referendum gegen eine Bewerbung für Olympia 2014 entschieden. Mit einem Ergebnis von 51,6 Prozent Nein- zu 48,4 Prozent Ja-Stimmen werden die Olympischen und Paralympischen Spiele in neun Jahren nun nicht in Deutschland ausgetragen. In Kiel, wo die Segelwettbewerbe stattfinden sollten, sieht die Stimmung positver aus: Hier stimmten 65,6 Prozent der Bürger mit Ja, gegenüber 34,4 Prozent Nein-Stimmen.


Die für eine Bürgerbefragung dieser Art hohe Beteiligung von rund 50 Prozent zeugt davon, dass das Thema den Bewohnern der Hansestadt am Herzen lag. Etwa 650.000 der 1,3 Millionen Wahlberechtigten hatten in dem vierwöchigen Verfahren ihre Stimme abgegeben. Vor fünf Jahren gingen in der Elbmetropole nur 39,3 Prozent zur Urne, als ein Volksentscheid zur Schulreform anstand.


Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz stellte am Wahlabend im Rathaus klar: "Hamburg wird sich nicht um die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele bewerben. Ich hätte mir eine andere Entscheidung gewünscht, aber sie ist klar, und das Ergebnis ist zu akzeptieren." "Das Ergebnis ist natürlich enttäuschend", sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Alfons Hörmann, "aber es ist eine demokratische Entscheidung und ohne Wenn und Aber zu akzeptieren. Die Mehrheit will derzeit offensichtlich keine Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele. Es war immer klar, dass es ohne die mehrheitliche Unterstützung der Hamburgerinnen und Hamburger keine erfolgreiche Bewerbung geben wird." Noch am Sonntag kündigte auch die Bewerbungsgesellschaft an, ihre Aktivitäten einzustellen.

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Die Autorin: Heike Kevenhörster

Spaziergängerin, Köchin, Krimi-Fan. Die Redaktionsleiterin von Pointer wuchs in der RASTA-Stadt Vechta auf, studierte anschließend in Hamburg und London. Sie liebt Japan, Lebkuchen, Musik auf Vinyl, Judith Butler, James Brown, die 20er- und 60er-Jahre, Mod-Kultur und Veggie-Food.

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