Fußball-Bundesliga

Eklat beim BVB-Sieg gegen Leverkusen

published: 22.02.2016

Leverkusens Trainer Roger Schmidt legte sich mit dem Schiedrichter an (Foto: Public Address) Leverkusens Trainer Roger Schmidt legte sich mit dem Schiedrichter an (Foto: Public Address)

Bayer Leverkusen hat die erste Liga-Niederlage im Kalenderjahr 2016 kassiert. Vor eigenem Publikum verlor der Tabellendritte am Sonntag gegen Borussia Dortmund mit 0:1 (0:0). In einer hitzigen Partie sorgte Schiedsrichter Felix Zwayer für ein Bundesliga-Novum: Er unterbrach das Spiel in der 64. Minute, weil Leverkusens Trainer Roger Schmidt den Verweis auf die Tribüne nicht hinnehmen wollte. Erst nach neun Minuten wurde die Partie wieder fortgesetzt.


In einer zerfahrenen ersten Hälfte ereignete sich im Topspiel zunächst wenig. Beide Mannschaften verteidigten kompakt, für die Angriffsreihen gab es lange kein Durchkommen. So dauerte es 45 Minuten, ehe die Zuschauer in der ausverkauften BayArena die erste Großchance sahen: Pierre-Emerick Aubameyang schoss aus guter Position knapp am Tor vorbei.


Im zweiten Spielabschnitt änderte sich zu Beginn wenig, doch dann wurde es hektisch. Matthias Ginter führte einen Freistoß in der eigenen Hälfte schnell aus und leitete damit das 0:1 durch Torjäger Aubameyang ein. Das hatte heftige Proteste der Leverkusener zufolge, denn der Ball hatte bei der Aktion knapp sechs Meter vor dem Ort des Fouls gelegen. Der Unparteiische Zwayer schickte Schmidt wegen zu starken Reklamierens daraufhin auf die Tribüne, was dieser jedoch nicht einsehen wollte. Deswegen unterbrach der Schiedsrichter nach minutenlangen Diskussionen das Spiel - eine derartige Szene hatte es zuvor noch nie in der Bundesliga gegeben. Nach einer neunminütigen Pause ging es dann weiter, auch weil der Bayer-Trainer nachgegeben hatte.



Kurz darauf erhitzte eine weitere Szene die Gemüter. Dortmunds Sokratis spielte den Ball im eigenen Strafraum klar mit der Hand, doch der Elfmeter-Pfiff blieb aus. So stand es am Ende eines denkwürdigen Spiels weiterhin 0:1. Damit rangiert der BVB wie zuvor acht Punkte hinter Tabellenführer Bayern München auf Platz zwei. Bei der Heim-Mannschaft war die Aufregung nach dem Abpfiff groß. Sportvorstand Rudi Völler redete sich beim Fernsehsender Sky ob des nicht gegebenen Hand-Elfmeters völlig in Rage. Schmidt droht indes ein Ermittlungsverfahren des DFB-Kontrollausschusses. Neben einer Geldstrafe ist auch eine Spielsperre im Bereich des Möglichen.




[Jonas Bickel]

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