EM-Überblick

Aluminium rettet die Schweiz

published: 20.06.2016

Paul Pogba (l.) traf gegen die Schweiz zweimal die Latte (Foto: Eibner-Pressefoto) Paul Pogba (l.) traf gegen die Schweiz zweimal die Latte (Foto: Eibner-Pressefoto)

Die Schweiz steht im Achtelfinale der Fußball-Europameisterschaft. Gegen Gastgeber Frankreich reichte der Nati ein 0:0, um das Weiterkommen als Zweiter der Gruppe A klarzumachen. Die Franzosen, die sich bereits am zweiten Spieltag für die Runde der letzten 16 qualifiziert hatten, schließen die Gruppenphase als Tabellen-Erster ab. Frankreich ging die Partie offensiv an. Zwölf Minuten waren gespielt, als Paul Pogba mit einem Schlenzer nur die Latte traf. Kurz darauf scheiterte der Mittelfeldspieler an Torwart Jan Sommer. Und die Pogba-Show ging weiter: Aus 25 Metern donnerte der 23-Jährige den Ball erneut an den Querbalken (16. Spielminute). Die Partie verflachte daraufhin ein wenig. Nach einer knappen Stunde Spielzeit tauchte dann Antoine Griezmann vor Sommer auf, der die Kugel um den Pfosten lenkte. Von der Schweiz war vorne wenig zu sehen. Und hinten half erneut das Aluminium: Der eingewechselte Dimitri Payet setzte einen Volleyschuss an die Unterkante der Latte. So blieb am Ende bei einem 0:0, das für die Schweiz äußerst schmeichelhaft war.


Albanien hat sich im anderen Spiel der Gruppe A die theoretische Möglichkeit auf das Achtelfinale gesichert. Das Team von Giovanni de Biasi bezwang Rumänien mit 1:0 und kann als Gruppendritter noch auf das Weiterkommen hoffen. Albanien übernahm nach einigen Anfangsschwierigkeiten die Kontrolle und ging kurz vor der Pause in Führung. Armando Sadiku nutzte einen Patzer von Rumäniens Torhüter und köpfte aus kurzer Distanz zum 1:0 ein (44.). Von Rumänien kam auch im zweiten Spielabschnitt zu wenig.

Highlights Rumänien - Albanien


Gruppe D

Kroatien hat den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale verpasst. Gegen Tschechien führte das Team von Ante Cacic lange mit zwei Toren, am Ende stand aber ein 2:2 auf der Anzeigetafel. Ivan Perisic brachte die Kroaten nach 37 Minuten mit einem trockenen Schuss ins lange Eck in Führung. Nach der Pause erhöhte Ivan Racitic den Abstand. Der Spieler des FC Barcelona überlupfte Peter Cech gekonnt (59.). Tschechiens Trainer Vrba reagierte mit Wechseln, die sich auszahlen sollten. Joker Milan Skoda köpfte eine Viertelstunde vor Abpfiff zum 1:2 ein. Und mit der letzten Aktion des Spiels gelang den Tschechen tatsächlich noch der Ausgleich. Nach einem Handspiel von Domagoj Vida gab es einen Elfmeter, den der eingewechselte Tomas Necid sicher verwandelte. Überschattet wurde die Partie von Ausschreitungen auf den Zuschauerrängen.


Der amtierende Europameister Spanien hat sich gegen die Türkei keine Blöße gegeben und mit einem 3:0-Sieg das Achtelfinale erreicht. Alvaro Morata sorgte nach einer Nolito-Flanke per Kopf für das 1:0 (34.). Nur drei Zeigerumdrehungen später klingelte es erneut im Kasten von Volkan Babacan. Ein Klärungsversuch von Mehmet Topal landete genau vor den Füßen von Nolito, der eiskalt vollstreckte. Kurz nach der Pause war es erneut Morata, der zum 3:0 einschob. Spanien baute damit eine beeindruckende Serie aus: Seit dem ersten Vorrundenspiel der EM 2012 ist die "Seleccion" ohne Gegentor.


Gruppe E

Italien steht im Achtelfinale der Europameisterschaft. Der Finalist von 2012 gewann gegen Schweden mit 1:0. Die Partie war zu Beginn stark von Taktik geprägt, brisante Torszenen suchte man vergeblich. Erst gegen Ende des Spiels wurden die Italiener gefährlich: Nach einer Flanke von Emanuele Giaccherini köpfte Marco Parolo das Leder an die Latte. Die Azzuri schöpften dadurch neuen Mut. In der 88. Minute kam Eder an den Ball. Der Stürmer zog nach innen und versenkte die Kugel aus 15 Metern im rechten Toreck. Für Schweden bedeutet dieser späte Gegentreffer schon fast das Aus.


Im zweiten Spiel der Gruppe feierte Belgien einen souveränen 3:0-Sieg gegen Irland. Die erste Hälfte dominierten die Roten Teufel zwar, hatten aber Pech beim Abschluss. Das änderte sich schon kurz nach dem Wiederanpfiff. Kevin de Bruyne setzte sich auf der rechten Seite durch und legte in die Mitte zu Romelu Lukaku. Dieser vollendete von der Strafraumgrenze zur verdienten Führung. Und die Belgier legten nach: Erst traf Axel Witsel mit einem wuchtigen Kopfball (61.). Dann war es zehn Minuten später erneut Lukaku, der nach einer starken Vorlage von Eden Hazard den 3:0-Endstand markierte. Für beide Teams ist am letzten Spieltag noch alles möglich. Irland trifft auf Italien, Belgien misst sich mit Schweden.


Gruppe F

Portugal ist auch im zweiten Spiel dieser EM nicht über ein Unentschieden hinausgekommen. Die Partie gegen Österreich endete 0:0. Dabei hatte alleine Christiano Ronaldo etliche Torchancen. Nach einer halben Stunde war es jedoch zuerst sein Sturmpartner Nani, der den Ball aus kurzer Distanz an den Pfosten setzte. In der zweiten Hälfte kam es dann zum Privatduell zwischen Ronaldo und ÖFB-Keeper Robert Almer. Der Schlussmann behielt bei einem saftigen Linksschuss des portugiesischen Stürmers die Oberhand (55.). Kurz darauf entschärfte Almer einen Kopfball von CR7 mit einem starken Reflex. In der 78. Minute gab es einen berechtigten Foulelfmeter für die Seleção. Ronaldo trat an und nagelte die Kugel an den linken Pfosten. So blieb es aufgrund der schlechten Chancenverwertung beim Remis.


Im anderen Spiel der Gruppe F trennten sich Island und Ungarn mit 1:1. Die Isländer gingen in der 38. Minute durch einen umstrittenen Elfmeter in Führung. Nachdem Ungarns Keeper Gabor Kiraly einen sicher geglaubten Ball fallen gelassen hatte, lief Aron Gunnarsson auf Tamas Kadar auf. Den viel diskutierten Strafstoß verwandelte Gilfy Sigurdsson sicher. Erst in der Schlussviertelstunde erhöhte Ungarn seine Offensivbemühungen. Und so fiel in der 88. Minute der Ausgleich. Nach einem Querpass in den isländischen Fünfmeterraum drückte Abwehrmann Birkir Saeversson den Ball unglücklich über die eigene Torlinie. Dadurch bleibt die Gruppe F spannend: Alle vier Mannschaften können noch das Achtelfinale erreichen. Am letzten Spieltag trifft Tabellenführer Ungarn auf Portugal, Island muss gegen Österreich ran.



[Jonas Bickel]

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