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Neue Studien

Motivation durch Aktivitäts-Tracker?

published: 15.03.2017

Neue Untersuchungen erhellen, für wen Fitnesstracker eine super Sache sind (Foto: Dragon Images/Shutterstock.com) Neue Untersuchungen erhellen, für wen Fitnesstracker eine super Sache sind (Foto: Dragon Images/Shutterstock.com)

Gut geschlafen? Ein Blick auf die App verrät es. Mehr Bewegung in den Alltag integrieren und gesünder leben? Häufig nur ein Vorsatz. Damit Taten folgen, sollen Fitnessnessarmbänder oder Aktivitätstracker und andere Geräte motivieren und zeigen, wie Pfunde purzeln. Eine spontane Miniumfrage im Bekanntenkreis ergibt: Über die Nutzung streiten sich die Geister. Manche Menschen möchten sich möglichst gut kennenlernen. Andere empfinden es als unnötig oder im schlechtesten Fall als Belastung. Einen Blick hinter das subjektive Empfinden einzelner haben in den letzten Jahren die Forscher am Informatikinstitut OFFIS getan. Sie führten Studien durch, die das "Warum" und das "Wie" in der Nutzung von derartigen Trackern näher analysieren.


Wer sind die Benutzer?

Überraschung: Das Durchschnittsalter liegt deutlich über 40 Jahren! Es sind also nicht nur die sportlichen 20-Jährigen, wie man im ersten Moment glauben könnte. Eine grundsätzliche Offenheit für Technik bei den Nutzern ist wichtig. Technik-interessierte Nutzer scheinen eher bereit zu sein, einen Tracker zu verwenden, denn die erstmalige Installation von Software auf dem Smartphone oder dem PC ist eine Hürde, die genommen werden muss.


Wie werden die Tracker eingesetzt?

Es gibt einige "Power User" die ihren Tracker über viele Monate hin jeden Tag von morgens bis abends nutzen. Ein Großteil der Anwender hat jedoch ein sporadischeres Nutzungsverhalten.
• Manche nutzen ihn für einige Tage und lassen ihn dann für einige Tage liegen – hier scheint der Wunsch im Vordergrund zu stehen, eine Belohnung für ein gutes Verhalten in Form einer hohen Schrittzahl auf dem Tracker zu sehen.
• Andere machen längere Pausen, holen den Tracker aber regelmäßig für ein paar Tage wieder hervor. Dies deutet darauf hin, dass die subjektive Empfindung über das eigene Verhalten mit einer objektiven Messung bestätigt werden soll.
• Wieder andere nutzen den Tracker nur wenige Wochen und lassen ihn dann liegen. Hier haben die Nutzer wohl keinen Wert aus der Nutzung gefunden.


Sind die Tracker nützlich?

Bei der Nutzung steht nicht nur die Förderung der körperlichen Aktivität im Vordergrund. Viele Anwender möchten ihr eigenes Verhalten besser verstehen und Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Werten erkennen - beispielweisezwischen der Aktivität und dem Gewicht. Die gesammelten Daten können sehr hilfreich sein, um anstehende Entscheidungen mit Bedeutung für die eigene Gesundheit zu unterstützen. Für den einen ist es der letzte Anstoß, um sich endlich einen Hund anzuschaffen und so regelmäßig vor die Tür zu kommen. Andere nehmen die Auswertungen sogar zum Anlass, die nicht nur ungeliebte, sondern auch ungesunde Arbeitsstelle zu wechseln. Und als Teil der eigenen, persönlichen Gesundheitsakte können die Werte in Zukunft womöglich wichtige Hinweise auf Gesundheit und Krankheit geben.


Was können die Tracker wirklich?

Fast alle Aktivitätstracker versprechen, auch den Schlaf messen zu können. Dazu werden sie am Arm getragen und messen die nächtliche Bewegung. Das klappe zwar tatsächlich überraschend gut, meinen die Forscher, nur komfortabel und praktikabel sei das kaum. Wer sich für die Messung des Schlafes interessiere, solle auf spezielle andere Geräte zurückgreifen, bei denen dünne Mess-Streifen oder -matten auf die Matratze geklebt oder darunter gelegt werden, so dass sie nicht als störend wahrgenommen werden, wenn sie Schlafdauer und –tiefe messen, empfehlen die Wissenschaftler. Zusätzlich werden weitere Werte gemessen wie die nächtliche Ruhe-Herzfrequenz - für Sportler ein wichtiges Maß für Fitness – aber auch die Veränderung der Atem-Frequenz. Sie kann für manche chronisch Kranke ein wichtiges Warnsignal sein.


Für alle klassischen Gesundheitswerte gibt es mittlerweile vernetzte Geräte, beispielsweise für Gewicht, Körperfettanteil, Blutdruck oder Blutzucker. Messergebnisse werden so automatisch gespeichert, das Führen von Tagebüchern entfällt, Fehl-Erfassungen werden verringert, und langsame Veränderungen wie eine schleichende Gewichtszunahme werden über die Zeit erkennbar.

Und – wird man fitter?

Ein Aktivitätstracker ist nur ein Werkzeug von vielen möglichen. Und einfache Schrittzähler gibt es schon lange für wenige Euro zu kaufen. Allerdings komme durch die Verbindung mit Apps und Web-Diensten – und der damit einhergehenden Datenerfassung - tatsächlich eine neue Qualität hinzu, so die Forscher. So werden Veränderungen und Zusammenhänge deutlich und sichtbar. Ob das beim Nutzer etwas bewirkt, ob er sich deswegen mehr bewegt, hänge jedoch von vielen Faktoren ab.


Einer der wesentlichen ist, ob der Nutzer überhaupt eine Veränderung herbeiführen will. Wenn nein, dann wird auch ein Tracker nichts nützen. Durch einen Tracker alleine wird eine Couch Potato nicht zum Marathonläufer. Wenn die Bereitschaft jedoch grundsätzlich da ist, kann die objektive Messung sehr wohl dazu führen, dass das Verhalten auch geändert wird. Das vorgegebene Ziel, zum Beispiel 10.000 Schritte am Tag zu gehen, wird vor allen Dingen dann erfolgreich angestrebt, wenn es vom heutigen Verhalten zwar ein bisschen, aber nicht zu weit entfernt ist. Ambitionierte, aber realistische Ziele sind hier ein wichtiger Punkt. Und wer das Ziel erreicht hat, freut sich, wenn er vom Tracker regelmäßig die Belohnung für ein gutes Verhalten bekommt.

[idw/PA]

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