Computerspielen & Co.

Wird E-Sport als Sportart anerkannt?

published: 23.02.2018

Beim E-Sport ist viel Training und höchste Konzentration gefordert (Foto: Gorodenkoff / Shutterstock.com) Beim E-Sport ist viel Training und höchste Konzentration gefordert (Foto: Gorodenkoff / Shutterstock.com)

Er füllt große Hallen, es geht um Preisgelder in Millionenhöhe, und sogar in der Politik ist er mittlerweile ein Thema: Die Rede ist vom elektronischen Sport, kurz E-Sport. Die E-Sport-Szene wächst und wächst. Aktuell wird sogar diskutiert, ob professionelles Computerspielen bald ein anerkannter Sport wird. Was macht E-Sport aus und was steckt dahinter? Pointer beantwortet die wichtigsten Fragen.

Was ist E-Sport?

E-Sport bezeichnet einen Wettkampf zwischen menschlichen Spielern mit Hilfe von Computerspielen. Die Regeln und Voraussetzungen sind dabei für jedes Computerspiel unterschiedlich. Es gibt sowohl Individual- als auch Mannschaftssport. Die Spieler sind meistens Profis und in Teams organisiert. Sie kämpfen in Turnieren und anderen Wettkämpfen um Preisgelder. Diese Veranstaltungen werden meistens vom jeweiligen Spieleentwickler organisiert und teilweise von Sponsoren unterstützt. Große Fußballvereine wie Schalke 04 oder RB Leipzig unterhalten bereist ihre eigene E-Sport-Abteilung. 

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Welche Fähigkeiten muss ein E-Sportler mitbringen?

Wer Computer spielt, weiß, dass es dabei vor allem die Hand-Augen-Koordination und die Reaktionsgeschwindigkeit ankommt. Auch Durchhaltevermögen und Konzentrationsfähigkeit sind wichtige Voraussetzungen, um als E-Sportler erfolgreich zu sein. Zudem ist je nach Spiel sehr strategisches Denken und Übersicht über das Spielgeschehen erforderlich. Zudem ist viel Training erforderlich, bei Mannschaftsspielen natürlich mit dem gesamten Team. Außerdem muss man sich als E-Sportler immer wieder an neue Bedingungen anpassen. Denn anders als bei anderen Sportarten ändern sich bei vielen E-Sport-Spielen häufiger die Regeln. Updates, Patches und andere Veränderungen an der Spielmechanik sorgen immer wieder für neue Herausforderungen. Die Spieler müssen sich daran anpassen und neue Strategien und Taktiken entwickeln, um weiterhin erfolgreich zu sein.

Welche Spiele werden gespielt?

Theoretisch sind nahezu alle Computerspiele potentielle Kandidaten für eine professionelle E-Sport-Szene. In der Realität geht es aber vor allem um die Finanzkraft hinter den einzelnen Spielen. Diese ergibt sich auch durch die Größe der Spielerbasis. Durch eine hohe Finanzkraft können hohe Preisgelder ausgeschrieben werden, die eine professionelle Spielerszene möglich machen und finanzieren. Am stärksten vertreten sind Echtzeit-Strategiespiele, Ego-Shooter und Sportsimulationen.
 

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Das wohl bekannteste E-Sport-Spiel ist "League of Legends". Darin bekämpfen sich zwei Fünfer-Teams auf einem Spielfeld und versuchen, die gegnerische Basis zu zerstören. Das Spiel ist aus taktischer und strategischer Sicht besonders anspruchsvoll. Bei der letzten Weltmeisterschaft im Jahr 2017 haben alleine das Finale über 40 Millionen Zuschauern online verfolgt. Die höchsten Preisgelder gibt es allerdings nicht bei "League of Legends", sondern bei "Dota 2". Das Spiel von Entwickler Valve ist im selben Genre wie "League of Legends" angesiedelt. Bei den Championships im letzten Jahr lag das Preisgeld bei über 20 Millionen Euro. Weitere sehr erfolgreiche Games in der Szene sind unter anderen "Counter Strike: Global Offensive" und "FIFA".

Bald eine anerkannter Sportart in Deutschland?

Befeuert wurde diese Frage von einer Passage im neuen Koalitionsvertrag von Union und SPD. Dort heißt es auf Seite 48: "Da E-Sport wichtige Fähigkeiten schult, die nicht nur in der digitalen Welt von Bedeutung sind, Training und Sportstrukturen erfordert, werden wir E-Sport künftig vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen und bei der Schaffung einer olympischen Perspektive unterstützen." E-Sport also bald sogar bei Olympia? In Zukunft wird das vermutlich tatsächlich der Fall sein. Denn zum einen ist die Szene unfassbar groß und gerade bei der jungen Zielgruppe sehr beliebt. Zum anderen stecken finanzkräftige Organisationen und Unternehmen dahinter.
 

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Allerdings müssen Union und SPD, sollte es wirklich zu einer Großen Koalition kommen, auch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) von ihrer Ansicht überzeugen. Dieser stuft E-Sport bisher noch nicht als Sport ein. Grund dafür war bisher vor allem, dass sich die E-Sportler bei ihrer Aktivität kaum bewegen. Diesen Einwand kann man allerdings beim Schachsport auch machen. Trotzdem gehört der deutsche Schachbund dem DOSB an, und Schach ist eine anerkannte Sportart. Das liegt hauptsächlich an der Historie des Schachsports, der bereits vor der Gründung des DOSB als Sportart akzeptiert wurde und somit Bestandsschutz genoss. Die Chancen für den E-Sport stehen aber aufgrund des nun entstehenden politischen Drucks nicht schlecht. Vielleicht ist professionelles Computerspielen also schon bald ein richtiger Sport.
 

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Der Autor: Jonas Bickel

Der Autor: Jonas Bickel

Leben, wo andere Urlaub machen: Jonas ist auf der Nordseeinsel Föhr aufgewachsen. Jeden Tag am Meer zu sein, ist zwar schön. Früh war aber klar: Journalismus auf der Insel - da kommt man nicht weit. Also nach dem Abitur ab in die Medienstadt Hamburg, wo Jonas seit 2015 Politikwissenschaft studiert. Für Pointer schreibt er oft über seine großen Hobbys: Sport - insbesondere Fußball - und Gaming.

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Der Koalitionsvertrag von Union und SPD

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