Bundesliga-Rückblick

Dino-Sterben und neue Technik

published: 13.05.2018

Der HSV stieg erstmals aus der Bundesliga ab (Foto: action press) Der HSV stieg erstmals aus der Bundesliga ab (Foto: action press)

Die 55. Spielzeit der Fußball-Bundesliga ist Geschichte. Bayern München ist schon wieder Meister und der HSV musste den historischen Gang in die Zweite Liga antreten. Pointer-Autor Jonas Bickel kommentiert einige Aufreger der Saison.
 

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Der Bundesliga-Dino ist ausgestorben

Nun ist also passiert: Mit dem Hamburger SV ist das letzte Gründungsmitglied der Fußball-Bundesliga erstmals abgestiegen. Den schweren Gang in die Zweite Liga haben sich die Hamburger in den letzten Jahren allerdings auch redlich verdient. Rettungen in der letzten Minute, knappe Relegationsspiele - der HSV stand schon lange am Abgrund. Die Verantwortlichen zogen daraus aber keine richtigen Schlüsse, Sportdirektoren und vor allem Trainer kamen und gingen in einer hohen Frequenz, die für einen Verein nur ungesund sein kann. Auch in dieser Saison waren mit Markus Gisdol, Bernd Hollerbach und Christian Titz drei Übungsleiter für die Mannschaft verantwortlich. Ausgerechnet mit Titz hat man jetzt wohl den passenden Trainer gefunden, der dem Verein neues Leben eingehaucht hat. Für den Klassenerhalt kam das zwar zu spät. Doch mit einer neu aufgestellten Mannschaft und Titz als Trainer dürfte der ehemalige Bundesliga-Dino bald wieder erstklassig sein.
 

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Bayern München und die schwachen Verfolger

Während in Hamburg getrauert wird, feiert der FC Bayern München die sechste Meisterschaft in Folge. Eine beeindruckende Leistung, die bei allen anderen Fans aber große Langeweile auslöst. Es kommen jetzt schon Kinder in die Grundschule, die keinen anderen Meister als den FC Bayern kennen. In dieser Saison wurde aber einmal mehr deutlich, dass sich die anderen Mannschaften an die eigene Nase fassen müssen. 21 Punkte liegen zwischen Platz eins und zwei, gar 29 zwischen Platz eins und drei. Kein anderes Team bekommt nur annähernd die Konstanz in eine Bundesligasaison wie der FC Bayern. So kann es für den Dauermeister auch nicht gefährlich werden.

Dabei sind die Bayern ja nicht übermenschlich gut, sondern die Verfolger schwächelten gerade in der vergangenen Spielzeit gewaltig. Die Bundesliga hat ein Qualitätsproblem, das zeigte sich eindrucksvoll im europäischen Wettbewerb. In der Champions League kam neben dem FC Bayern kein anders deutsches Team ins Achtelfinale. Borussia Dortmund gelang das Kunststück, mit mickrigen zwei Punkten schlechtester Gruppendritter aller Zeiten zu werden. Selbst gegen den zypriotischen Meister APOEL Nikosia reichte es nicht zu einem Sieg. Auch in der Europa League waren die Auftritte der deutschen Teilnehmer größtenteils beschämend. Man kann nur hoffen, dass diese Saison einen Ausnahmefall darstellt. Allerdings ist seit dem deutschen Champions-League-Finale 2013 leider ein sukzessiver Rückschritt zu erkennen. Diese Saison bildete nun den (vorläufigen) Tiefpunkt.
 

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Videobeweis - gute Idee, schlechte Umsetzung

Man hat die Aussagen noch in den Ohren, die bei Einführung des Videobeweises immer wieder gemacht worden sind: "Mit dem Videobeweis wird gar nicht mehr über Fehlentscheidungen diskutiert." Doch diese erste Saison mit Videobeweis zeigte, dass das Gegenteil der Fall ist. Selten gab es so viele Diskussionen über die Schiedsrichter und dabei insbesondere den Videobeweis. Dieser hatte schon einen schlechten Start hingelegt, als das technische Hilfsmittel am ersten Spieltag in mehreren Stadien ausfiel. Doch auch nach Überwindung der Kinderkrankheiten erhitzte der Videobeweis die Gemüter. Immer wieder gab es fragwürdige Situationen, an denen der Videoassistent entweder eingriff oder aber auch nicht. Fast identische Situationen wurden im einen Spiel kontrolliert, im anderen nicht. Für mehr Gerechtigkeit sorgte das nicht.

Dabei ist der Videobeweis an sich eine gute Sache und kann bei richtiger Anwendung den Fußball besser machen. Situationen wie im Halbfinale der Champions League, wo in beiden Duellen schwerwiegende Fehlentscheidungen getroffen wurden, gehören mit dem Videobeweis der Vergangenheit an. In der Bundesliga funktionierte der Videobeweis in vielen Spielen sehr gut - in einigen aber leider nicht. Das ist ein Problem, dass man natürlich mit mehr Übung und Erfahrung beheben kann. Dazu muss aber auch der DFB an sich arbeiten. Transparenz in Sachen Videobeweis war für den DFB lange ein Fremdwort. Widersprüchliche Aussagen und merkwürdige Begründungen trugen nicht dazu bei, dass Vereine und Fans dem Videobeweis vertrauten. Mehr Transparenz, noch bessere Schulung der Videoschiedsrichter und noch klarere Regeln sind notwendig, um das Projekt Videobeweis dauerhaft erfolgreich zu machen. Auch den Fans im Stadion sollten die Entscheidungen endlich transparent dargelegt werden. Aber das bekommt der Fußball schon hin, immerhin klappt es in vielen anderen Sportarten ja auch. Bei der Weltmeisterschaft in Russland können wir uns davon hoffentlich überzeugen.

Der Autor: Jonas Bickel

Der Autor: Jonas Bickel

Leben, wo andere Urlaub machen: Jonas ist auf der Nordseeinsel Föhr aufgewachsen. Jeden Tag am Meer zu sein, ist zwar schön. Früh war aber klar: Journalismus auf der Insel - da kommt man nicht weit. Also nach dem Abitur ab in die Medienstadt Hamburg, wo Jonas seit 2015 Politikwissenschaft studiert. Für Pointer schreibt er oft über seine großen Hobbys: Sport - insbesondere Fußball - und Gaming.

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