Gesundes Schuhwerk

Open-Air für die Zehen

published: 02.06.2010

Achtet beim Kauf eurer sommerlichen Fußbekleidung nicht nur auf die Optik. Schön ist nicht immer auch gesund!  (Foto: Public Address) Achtet beim Kauf eurer sommerlichen Fußbekleidung nicht nur auf die Optik. Schön ist nicht immer auch gesund! (Foto: Public Address)

Für deine Füße beginnt bald die Open-Air-Saison: Flip-Flops, Sandalen oder Stilettos bevölkern dann wieder Straßen, Cafés und Parks. Beim Kauf deiner Fußbekleidung solltest du jedoch nicht nur auf die Optik achten, denn schön bedeutet oft nicht unbedingt gesund.

Viele sind sich beim Kauf unsicher, worauf sie achten müssen und treffen ihre Wahl lediglich nach optischen oder preislichen Kriterien. Für den Fuß bedeutet das häufig Unangenehmes: Die Treter sind zu klein, zu eng, zu groß, zu weit, bestehen aus ungesundem Material oder geben keinen Halt.

Sind deine Füße aber in Form, schaffen sie die beste Voraussetzung für einen gesunden Körper: Sie stabilisieren die Knie und den Rücken und schützen die Gelenke und Bandscheiben vor Fehlbelastungen. Damit du leichtfüßig und ohne Beschwerden durch die warme Jahreszeit kommst, hat die Techniker Krankenkasse das sommerliche Schuhwerk unter die Lupe genommen.

Bequeme Strandtreter
Seit geraumer Zeit haben die Flip-Flops – oder auch Zehensandalen – den sommerlichen Schuhmarkt fest im Griff. Eine Untersuchung des Magazins "Öko-Test" sorgte jüngst für Bedenken: Die Redaktion hatte 25 Zehensandalen untersucht und dabei in 17 Produkten teils hohe Mengen gesundheitsschädlicher Stoffe entdeckt. Zum einen handelte es sich dabei um Weichmacher, die Phthalate, zum anderen um zinnorganische Verbindungen. Der Zentralverband der Podologen und Fußpfleger Deutschlands rät aus diesem Grund davon ab, solche Schuhe länger als einige Stunden zu tragen.

Aus orthopädischer Sicht sind die Schlappen nicht bedenklich, da sich Zehen und Gelenke viel bewegen müssen und dadurch trainiert werden. Du solltest jedoch darauf achten, sie nur zu Gelegenheiten zu tragen, bei denen der Fuß nicht auf besonderen Halt angewiesen ist. Für stundenlange Wanderungen oder gar Kletterpartien greifst du besser auf festeres Schuhwerk zurück.

Gefängnis für die Füße
Sitzen die Schuhe zu eng, können nicht nur unangenehme Druckstellen, Blasen oder Entzündungen entstehen. Unter Umständen verformen sich sogar die Fußgelenke. Damit du sicher sein kannst, dass du die richtige Größe und Weite für seinen Fuß auswählst, solltest du Schuhe immer nachmittags kaufen, da dieFüße dann dicker sind als morgens. Achte darauf, dass deine Zehen im Schuh locker nebeneinander liegen und du entspannt mit ihnen wackeln kannst. Im Stehen sollte vorne etwa ein Zentimeter Platz bleiben. Achtung: Nähte oder Unebenheiten im Inneren des Schuhs geben fiese Druckstellen! Übrigens kannst du eure Füße auch online oder bei den Aktionen der Initiative "Gesundheit für Deutschland" genau vermessen lassen.

Sauna im Schuh
Auch Füße müssen atmen. Besonders synthetisches Material wie beispielsweise Plastik macht aus deinen Schuhen schnell ein Gefängnis, in dem deine Füße stark schwitzen.
Das verursacht nicht nur einen unangenehmen Geruch. Die warme Feuchtigkeit schafft zudem ein günstiges Klima für Pilzerkrankungen.

Tragt geschlossene Schuhe deshalb gerade im Sommer nicht ohne Socken. Besonders Strümpfe aus Naturfasern eignen sich hervorragend. Damit die Füße gut belüftet werden, empfehlen sich Schuhe mit Ledersohlen. Auch solltest du deine Treter nachts gut lüften und regelmäßig wechseln.

High Heels adé?
Besonders weibliche Füße haben es oft nicht leicht, wenn ihre Besitzerin gerne auf Absatzschuhen umherläuft. Verjüngen sich die Stilettos gleichzeitig im Bereich der Zehen, führt das oft zu Verformungen der Füße. Auf Dauer verbiegt sich der große Zeh nach innen, während der Ballen durch die zu starke Belastung nach außen tritt. Wer ständig Absatzschuhe trägt, riskiert auf lange Sicht außerdem, dass sich Wadenmuskulatur und Sehnen verkürzen und das Kniegelenk verschleißt. Gönne deinen Füßen zwischendurch lieber eine wohlverdiente Pause.

Nicht minder ungesund sind Plateau-Sohlen: Die Muskeln der Füße werden durch die dicken Sohlen nicht gefordert, im schlimmsten Fall verkümmern sie sogar. Gleichzeitig kannst du den Fuß nicht mehr in gewohnter Manier abrollen. Wer dennoch nicht auf die geliebten High Heels verzichten will, sollte zumindest zwischendurch flache Schuhe tragen.

Kleine Rutschpartie gefällig?
Wer gerne barfuß in seine Sandalen schlüpft, kennt das Problem: Die Innensohle wird durch den Fußschweiß glatt und macht so gerade an warmen Tagen den Spaziergang zur Rutschpartie. Leder und Materialien wie Kork oder Naturlatex helfen dabei, dass die Füße wohltemperiert bleiben. Einige Outdoor-Sandalen haben gleich Rillen in der Innensohle, durch die die Flüssigkeit von deinen Fußsohlen weggeleitet wird. Um das Rutschen zu vermeiden, eignen sich auch spezielle Einlagen, die bei Sandalen und Sandaletten auf der Sohle haften. Insbesondere Alltagsschuhe sollten unbedingt über ein Fußbett verfügen.

Am besten barfuß
Barfuß laufen macht nicht nur Spaß. Es ist auch die gesündeste Art, sich fortzubewegen. Besonders auf Naturböden kann sich der Fuß optimal ausbilden. Muskeln und Gelenke werden durch den Bewegungsablauf gestärkt. Gleichzeitig förderst du die Durchblutung und regst so das Herz-Kreislaufsystem an. Nutze also die warme Saison, um deinen Füßen so oft wie möglich einen Ausflug in die Freiheit zu gönnen.

[Franzisca Teske]

Links

Gesundheit für Deutschland
Hier könnt ihr eure Füße online vermessen.
Tour-Termine für Aktionen der Initiative

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