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Verleihung in Dresden

"Fair Play Preis" für Asamoah

published: 17.10.2011

Im Dress des FC St. Pauli zeigte sich Gerald Asamoah im Februar 2011 besonders fair (Foto: Public Address) Im Dress des FC St. Pauli zeigte sich Gerald Asamoah im Februar 2011 besonders fair (Foto: Public Address)

Fußball-Profi Gerald Asamoah, Paralympics-Siegerin Katrin Green, Ehrenamtlerin Heike Schmidt und der Deutsche Frisbeesport-Verband sind die Gewinner des diesjährigen "Fair Play Preises" des Deutschen Sports. Das Bundesministerium des Innern und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) haben die Auszeichnung in Dresden gemeinsam verliehen. Die Preisübergabe fand anlässlich des "Festes der Begegnung" der Stiftung Deutsche Sporthilfe im Eventwerk statt.

"Gerade im Sport wird deutlich, wie wichtig Fairness, die Einhaltung von Regeln und Respekt vor den Mitmenschen für die Gesellschaft sind. Wer sich fair verhält, gerade auch in schwierigen Wettkampfsituationen, und wer sich für andere einsetzt, der macht sich gleichzeitig um den Sport und um unsere Gesellschaft insgesamt verdient. Diesen Menschen, die sich derart vorbildlich verhalten, gebührt unser Dank und unsere Anerkennung. Es ist mir deshalb eine besondere Freude, dass wir heute Menschen mit dem Fair Play Preis auszeichnen, die sich in diesem Sinne verdient gemacht haben", erklärte Dr. Ole Schröder, Parlamentarischer Staatssekretär im für Sport zuständigen Bundesinnenministerium, anlässlich der Preisverleihung in Dresden.

Gerald Asamoah

Gerald Asamoah erhielt den Preis für seinen Einsatz für Gerechtigkeit im Abstiegskampf während der zurückliegenden Saison der Fußball-Bundesliga. Im Februar 2011, in der Schlussphase des Spiels gegen Hannover 96, wurde seinem damaligen Club FC St. Pauli ein Eckstoß zuerkannt, allerdings zu Unrecht, wie Asamoah auf Nachfrage des Schiedsrichters erklärte. Der Eckstoß, eine Torchance für den vom Abstieg bedrohten FC St. Pauli, wurde daraufhin nicht gegeben. Hannover 96 gewann die Partie, St. Pauli stieg später ab. Dennoch sah Asamoah auch im Nachhinein keine Alternative: "Da muss man ehrlich sein", begründete der gebürtige Ghanaer seine Aktion und wurde mit seiner Mannschaft an diesem Tag nicht Verlierer, sondern "Fairlierer".

Katrin Green

Die 26-jährige Katrin Green aus Leverkusen, die 2008 bei den Paralympics in Peking Gold im 200-Meter-Lauf gewonnen hatte, setzte sich bei der Leichtathletik-WM der Behinderten im Januar dieses Jahres in Christchurch/Neuseeland in außergewöhnlicher Weise für ihre schärfste Konkurrentin, die Französin Marie Amelie LeFur ein. Der Kampfrichter hatte die Spikes von Marie Amelie LeFur beanstandet, die daraufhin in normalen Turnschuhen und mit Tränen in den Augen zum Start kam. Katrin Green erkannte die Probleme der Mitfavoritin und bestand noch kurz vor dem Start darauf, dass die Französin ihre Spikes zurückerhielt. Diese gewann daraufhin Gold. Green, die im Alter von fünf Jahren nach einem tragischen Unfall den linken Unterschenkel verlor, blieb Silber – und die Gewissheit, dass es ein fairer Wettkampf war.

Heike Schmidt

Zeichen gegen Gewalt und Menschenfeindlichkeit setzt Heike Schmidt aus Cramonshagen bei Schwerin unermüdlich in vielen Aktionen seit rund 20 Jahren. Als 1992 die Bilder vom Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Rostock-Lichtenhagen durch die Presse gingen und ausländerfeindliche Ausschreitungen gegenüber Asylbewerbern Deutschland erschütterten, begann die heute 60-Jährige, sich aktiv gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt zu engagieren. Selbst sportbegeistert, nutzt sie seither das Potenzial, das gerade der Sport auf diesem Feld bietet. Auf der „Toleranzmeile“ ihres Vereins, des Schweriner SC, hat sie eine Vielzahl von Veranstaltungen initiiert, so etwa in diesem Jahr die „Sternenfahrt nach Schwerin“, ein großes Kinder- und Jugendfußballfest. Mit viel prominenter Unterstützung, allen voran 24 Profispielern von Werder Bremen, setzten alle Teilnehmer gemeinsam ein Zeichen gegen Gewalt und Menschenfeindlichkeit. Für die Initiatorin und Preisträgerin besonders erfreulich: die Fahrt geht weiter. Im nächsten Jahr findet die Sternenfahrt in Rostock statt!

"Ultimate"-Frisbee

Mannschaftssport auf höchstem Niveau ganz ohne Schiedsrichter kennzeichnet die Frisbee-Sportart „Ultimate“. Die Spielregeln basieren darauf, dass Spaß und gegenseitiger Respekt im Vordergrund stehen, dass Spieler nicht absichtlich Regeln verletzen und harte Strafen deshalb nicht nötig sind. Zu den Grundregeln gehört es deshalb, dass die gegnerischen Mannschaften ihre Konflikte selber lösen, und dies selbst in Bundesligen und bei Weltmeisterschaften. Für diese beispiellose Art, Mannschaftssport zu betreiben, wurde der in Köln ansässige Deutsche Frisbeesport-Verband (DFV) ausgezeichnet.

Links

www.fairplaypreis.de

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