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Sportlermagersucht

Höher, schneller - leichter?

published: 15.08.2012

Hungern für sportliche Höchstleistungen? Daraus kann sich eine gefährliche Sportlermagersucht entwickeln (Foto: Public Address) Hungern für sportliche Höchstleistungen? Daraus kann sich eine gefährliche Sportlermagersucht entwickeln (Foto: Public Address)

Die gerade zu Ende gegangenen Olympischen Sommerspiele warteten täglich mit neuen Höchstleistungen auf. Auch Sportarten wie Turnen oder Synchronschwimmen, bei denen ästhetische Aspekte eine Rolle spielen, begeisterten ein Millionenpublikum. Mitunter hungern die Sportler für den Erfolg und entwickeln daraus eine Sportlermagersucht, genannt Anorexia athletica. Dass regelmäßige Bewegung und Sport positiv auf Stoffwechsel und Hormone wirken, stehe außer Zweifel, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). Eine gesundheitsgefährdende Gewichtsreduktion sei jedoch nicht durch Trainingsziele zu rechtfertigen, so die DGE. Auch im Freizeitbereich setzen sich Sportler oft ehreizige Ziele, die mit gesundem Sport nichts zu tun haben. Aus übertriebenen Trainingseinheiten und zu rigider Kalorienkontrolle kann eine Sucht entstehen. Wer sich nicht sicher ist, ob er vielleicht an Sportler-Magersucht leidet, sollte sich sofort in ärztliche Behandlung begeben.

Was ist Magersucht?

Von Magersucht spricht man, wenn ein Mensch durch eine extreme Diät sehr stark an Gewicht verliert und sein Body-Mass-Index (BMI) weniger als 17,5 beträgt. Der BMI errechnet sich aus Gewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße zum Quadrat. Bei etwa einem Fünftel aller Jungen und Mädchen im Alter von elf bis 17 Jahren in Deutschland bestehen Hinweise auf Essstörungen, so der Kinder- und Jugendgesundheitssurvey des Robert Koch-Instituts in Berlin. Etwa jedes dritte Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren ist betroffen. Magersucht, medizinisch Anorexia nervosa genannt, ist die am weitesten verbreitete Essstörung in Deutschland.

Risikogruppe Sportler

Joggen ist gesund. Doch einige Ausdauersportler entwickeln aus falschem Ehrgeiz eine gefährliche Sportlermagersucht (Foto: Public Address)Joggen ist gesund. Doch einige Ausdauersportler entwickeln aus falschem Ehrgeiz eine gefährliche Sportlermagersucht (Foto: Public Address)

Wenn zu den häufig pubertätsbedingten Verunsicherungen in Bezug auf den eigenen Körper noch vermeintlich reale Erwartungen von außen kommen, könne es kritisch werden, warnt Professorin Dr. med. Birgit Friedmann-Bette, Oberärztin an der Abteilung Innere Medizin VII: Sportmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg: "Das Risiko für Essstörungen ist bei Sportlerinnen deutlich erhöht, für deren Erfolg ein niedriges Körpergewicht vorteilhaft ist", sagt die Expertin. Das betrifft vor allem Athletinnen in ästhetisch-kompositorischen Sportarten wie Rhythmische Sportgymnastik oder Synchronschwimmen – beides auch olympische Disziplinen. Aber auch Skispringer und einige Ausdauerathleten können eine Sportlermagersucht entwickeln. Denn hier wirkt sich ein niedriges Körpergewicht positiv auf die Leistungsfähigkeit aus. "Die betroffenen Sportlerinnen und Sportler gehen oft ein erhebliches Energiedefizit ein und entwickeln nicht selten gravierende Essstörungen", sagt Friedmann-Bette.

Schwerwiegende Folgen

Professor Dr. med. Dr. h.c. Helmut Schatz von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie benennt die Gefahren einer Magersucht: "In der Folge treten hormonelle Regulationsstörungen auf, die Knochendichte nimmt ab – bis hin zur Osteoporose mit der Gefahr von Knochenbrüchen." Die wichtigste Therapie sei, das Energiedefizit auszugleichen. Das gehe mitunter allerdings mit einer Gewichtszunahme einher. Trainer, Ärzte und Sportler sollten unbedingt auf eine ausreichende Zufuhr von Calcium, Vitamin D und Eiweiß achten.

Generell haben Magersüchtige ein gestörtes Bild von ihrem Körper, worauf die Techniker Krankenkasse (TK) hinweist. Sie empfinden sich als zu dick, obwohl sie in Wirklichkeit längst untergewichtig sind. Zu den körperliche Veränderungen, die durch Anorexia ausgelöst werden, können laut TK Herz-Kreislauf-Störungen, verlangsamter Herzschlag, niedrige Pulsfrequenz, Nierenschäden, Blutbildungsstörungen, immunologische Störungen, Magen-Darm-Störungen, Elektrolytstörungen und Wasseransammlungen in Geweben gehören. Auch zeigen sich Veränderungen der Haut, Haare und Nägel. Wegen der Störung der Hormonspiegel bleibt bei Frauen meist die Regelblutung aus. Die physischen Auswirkungen der Magersucht können bis zum Tod führen. Die Sterblichkeitsrate liegt bei über zehn Prozent, so die TK. Viele Magersüchtige leiden gleichzeitig an Depressionen, Angststörungen oder Zwangserkrankungen. Möglichst frühe ärztliche und therapeutische Betreuung sind der einzige Weg, der Krankheit beizukommen.

[AWMF/TK]

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