Trend Singlespeed-Fahrräder

Zwei Räder, ein Gang

published: 19.09.2012

Besonders auf flachem Gelände beliebt: Singlespeed-Fahrräder (Foto: Public Address) Besonders auf flachem Gelände beliebt: Singlespeed-Fahrräder (Foto: Public Address)

Zeig mir dein Fahrrad und ich sage dir, wer du bist. Nach diesem Motto radeln immer mehr junge Menschen durch deutsche Städte. Ihre Räder sind bunt und individuell. Inzwischen werden sogar die Reifen, Felgen und Ketten der Rahmenfarbe angepasst. Wer ganz vorne an der Trendsetterfront mitfahren möchte, braucht dazu unbedingt ein spezielles Fahrrad: das Singlespeed-Bike. Die Techniker Krankenkasse hat sich die schnellen Zweiräder angeschaut und erklärt, worauf du achten solltest.

Früher war ein Held, wer ein Rennrad mit einer Zwölfgangschaltung besaß. Kein noch so steiler Berg schien mehr ein Hindernis zu sein – einfach in den richtigen Gang schalten und locker drüberfahren. Für Singlespeed-Fahrer ist eine Schaltung eine Beleidigung und völlig überflüssig. Sie fahren mit nur einem Gang durch die Straßen. Aber es muss der richtige Gang sein.

Trend Singlespeed: Zwei Räder, ein Gang

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Singlespeed-Fan Michaela R. ist schon seit einiger Zeit mit so einem Trendbike unterwegs. Die ehemalige Mit-Betreiberin eines Fahrradladens rät jedem Anfänger, ein Singlespeed-Fahrrad zunächst beim Fachhändler zu testen: Nur so findet jeder den richtigen Gang. "Der darf nicht zu leicht sein, vor allem aber nicht zu schwer. Sonst drohen Knieprobleme", sagt die 25-Jährige.

Der Renner für den Straßenverkehr

Singlespeed-Fahrräder sind Rennrädern ähnlich, die Rahmen oft identisch. Allerdings verzichten Singlespeedfans auf alle überflüssigen Teile. Dazu gehört die Gangschaltung vorne und hinten sowie ein zweites Kettenblatt, wie es an jedem Rennrad montiert ist. Die Bikes sind reduziert, aber schnell. Dünne Reifen sorgen für wenig Rollwiderstand. Das ist ideal für den Straßenverkehr in den meist flachen Städten – zumindest wenn nicht viele Anstiege auf der Strecke auftauchen.

Singlespeed: Darauf solltest du achten

Knie: Damit du beim Singlespeedfahren keine Knieprobleme bekommst, brauchst du den für dich passenden Gang. Deshalb unbedingt vorher beim Fachhändler testen.

Sattelhöhe: Auch die falsche Sattelhöhe kann zu Knieproblemen führen. Die richtige hast du, wenn du, auf dem Sattel sitzend, mit deiner Ferse noch bequem auf die nach unten ausgerichtete Pedale kommen kannst. Dabei sollte das Knie nicht ganz durchgestreckt sein.

Helm: Ein Helm kann im Falle eines Sturzes dein Leben retten. Nie ohne losfahren.

Bremsen: Singlespeed-Bikes kommen von der Radrennbahn – hier wird ohne Bremsen gefahren. Für den Straßenverkehr solltest du jedoch unbedingt Bremsen an dein Fahrrad monitieren lassen. Sonst begibst du dich in Lebensgefahr.

Außerdem sorgen Singlespeedbikes für ein neues, viel direkteres Fahrerlebnis. Eine breitere Kette verbindet das Ritzel hinten mit dem vorderen Kettenblatt. Dadurch ist das Fahrgefühl für den Radler intensiver, der Kontakt mit dem Asphalt auch durch die dünnen Reifen noch besser spürbar. Dazu sind die Räder oft sehr wendig – ein weiterer Vorteil im städtischen Straßenverkehr. Singlespeedfreunde haben auch deutlich weniger Kosten mit Verschleißteilen. Denn wo weniger drangeschraubt ist, geht auch weniger kaputt.

Längst ist die Fahrindustrie auf den Trend aufmerksam geworden und bietet immer mehr durchgestylte Singlespeed-Bikes von der Stange in etlichen Farben an. Wer mag, kann sein Rad inzwischen nach seiner bevorzugten Klamottenfarbe kaufen. Fans der ersten Stunde wie Michaela stellen sich ihre Fahrräder aber nach wie vor lieber selbst zusammen. Seltene Stahlrahmen von alten renommierten italienischen und französischen Radschmieden sind heiß begehrt und erreichen bei Internetauktionen Rekordsummen.

"Mir gefällt das Individuelle an den Fahrrädern", erklärt Michaela. Ihren alten magentafarbenen Stahlrahmen hat sie von einem Flohmarkt in Belgien. Ein Freund brachte ihr das seltene Stück mit. "Die Gemeinschaft unter Singlespeedfahrern ist groß. Viele grüßen sich auf der Straße oder halten an der Ampel ein kleines Schwätzchen", sagt Michaela. Dann geht es weiter durch den Großstadtdschungel.

[Jörg Römer]

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