Sportmuffel

Der innere Schweinehund

published: 25.10.2004

Keine Lust zu gar nichts? Schluss mit den Ausreden für Sportmuffel! (Foto: Public Address) Keine Lust zu gar nichts? Schluss mit den Ausreden für Sportmuffel! (Foto: Public Address)

Viele Menschen entwickeln richtig Fantasie, damit sie sich nicht mit dem inneren Schweinehund anlegen müssen. Sporttreiben? Jetzt? Viel zu spät. Oder zu früh. Oder zu kalt. Oder zu warm. So oder so ähnlich lauten dann die bequemen Ausreden für ausdauernde Bequemlichkeit. Es gibt aber auch noch andere Vorurteile und Legenden, die gern gepflegt werden. Und für die nicht nur Sportmuffel anfällig sind…

1. Für Ausgleichssport fehlt mir einfach die Zeit!
Klar, Zeitmangel kann ein Problem sein. Aber mal ehrlich: Meistens ist es nur ein bequemes Vorschubargument. Drei Mal in der Woche 30 Minuten für die eigene Gesundheit solltest du dir „frei räumen“ können, oder? Tipp: Stelle einen regelmäßigen Wochenplan auf, und reserviere dir feste Zeiten für dein Fitnesstraining. Die Methode „Mal gucken, wann ich’s einrichten kann“ funktioniert so gut wie nie – der innere Schweinehund lässt grüßen…

2. Die Sportarten, die wirklich was für die Gesundheit bringen, sind langweilig!
Ein wenig mehr Fantasie bitte! Gesunder Sport muss nicht nur aus Joggen, Radfahren oder Schwimmen bestehen. Es gibt mittlerweile so viele Sportangebote, dass dieses Argument wirklich nicht mehr zählt. Schon deshalb nicht, weil man sich ja jederzeit auf die Suche nach Gleichgesinnten machen kann.

3. Sport hat nur dann einen gesundheitlichen Wert, wenn man sich richtig verausgabt!
Falsch. Du solltest deinem Körper nicht zu viel auf einmal zumuten, denn Überanstrengung ist eher schädlich als gesundheitsfördernd. Klar, ein bisschen Anstrengung muss sein, aber grundsätzlich gilt auch beim Sport: „Auf die Dosis kommt es an.“ Tipp: Wenn du dich so sehr verausgabst, dass du dich beim Sport nicht mehr unterhalten könntest, schalte einen Gang runter.
Wichtig ist für deine Fitness vor allem, dass du regelmäßig Sport treibst. 20 bis 30 Minuten Laufen ist bereits ausreichend, das allerdings zwei bis drei Mal in der Woche.

4. Ich habe mich so ans Faulsein gewöhnt – das kriege ich nicht mehr weg!
Zugegeben: Hat man sich erst mal ein bestimmtes Verhaltensmuster angewöhnt, fällt die Veränderung sehr schwer. Das Gehirn produziert Ausreden am Fließband, damit alles so bleibt, wie wir es gewohnt sind. Wichtig ist, dass du auf diese „gedanklichen Abwehrreaktionen“ vorbereitet bist. Welche Gründe könnte es geben, die dich am Sport hindern? Wie kannst du es schaffen, deine Trainingseinheit trotzdem zu absolvieren? Wer die Antworten auf diese Fragen parat hat, ist schon fast aus dem Schneider. Dennoch solltest du dich für die ersten Wochen auf einen harten Kampf mit deinem inneren Schweinehund gefasst machen. Der wird erst aufgeben, wenn dein „neues Leben“ als Ausdauersportler zur Gewohnheit wird.

5. Wenn ich Sport treibe, nehme ich automatisch ab!
Natürlich verbraucht der Körper mehr Energie, wenn er gefordert wird. Aber wer sich nach dem Joggen gern mit einer ausgiebigen Burger-Mahlzeit „belohnt“, hat die abgelaufenen Kalorien schnell wieder auf den Rippen. Eine gesunde Ernährung ist daher genauso wichtig wie Fitnesstraining.

6. Je mehr Traubenzucker ich beim Sport zu mir nehme, desto besser!
Traubenzucker ist bei vielen Sportlern als schneller Energielieferant sehr gefragt. Größere Mengen des süßen Helfers sollte man aber nicht zu sich nehmen, da der Körper dann die eigene Zuckerproduktion zurückfährt und die Energieversorgung sich langfristig verschlechtert. Auch hier gilt also: Maß halten.

[Jens Findeisen]

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