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28.09.2004 08:34 Zitieren Zitieren

Eva
Pointer-User

28.09.2004 08:34 Zitieren Zitieren

Hilfe für eine Magersüchtige?

Hallo!
Am ersten Schultag, als wir eine Mitschülerin das erste Mal nach den Sommerferien wiedersahen, war ein Grooßteil von uns von ihrem Aussehen schlicht und ergreifend geschockt. sie hatte wahnsinnig abgenommen, sicher, sie war zuvor schon dünn gewesen, aber nun sieht sie wirklich krank aus, dunkle Ringe unter den Augen, ... Neulich im Sportunterricht war das Ganze erst so richtig zu sehen, so gut wie keine Oberweite mehr, jeder Knochen an der Wirbelsäule scheint durch die Haut, schmale Schultern, dürre Arme. Im sportunterricht war sie schon immer sehr ehrgeizig und leistungsorientiert, sie treibt auch in der freizeit wahnsinnig viel sport, in letzter zeit jedoch macht ihr kreislauf nicht mehr mit, weshalb sie auch mit tennis beispielsweise schon aufgehört hat...
Meine Frage nun: wie kann man ihr helfen? sie ist intelligent, keine frage, aber trotzdem glaube ich nicht, dass sie sich von sich aus über ihre krankheit bewusst wird. ihre mutter schiebt ihr abnehmen darauf, dass sie in den ferien bei einem praktikum in den usa zu sehr beschäftigt war, um noch genügend zeit fürs essen zu finden.. zudem haben bekannte sie wie ich gehört habe schon einmal auf ihr problem angesprochen, jedoch ohne erfolg.
welcher schritt also bleibt noch? Die eltern kontaktieren? ihr irgendeine beratungsstelle ans herz legen und darauf hoffen, dass sie bemerkt, dass sie diese hilfe nötig hat?
wir alle sind recht hilflos, um ehrlich zu sein... es ist nicht leicht an sie heranzukommen, da auch so kaum jemand mehr mit ihr zu tun hat, sie ist, grob gesagt, so etwas wie ein außenseiter, hat keine guten freunde hier in der schule... was aber klar ist, ist, dass man irgendetwas tun MUSS.

01.10.2004 10:09 Zitieren Zitieren

petra
Gast

01.10.2004 10:09 Zitieren Zitieren

Hallo Eva,
ich habe auch eine Freundin, die Essprobleme hat und sehr sehr dünn ist. Sie ist nicht direkt magersüchtig, aber immer wenn es ihr schlecht geht, dann kann oder will sie nix mehr essen. Also versuche ich, dass es ihr möglichst nicht schlecht geht, rede viel mit ihr und koche dann für sie. Wenn sie sich wohlfühlt und nicht alleine essen muss, isst sie viel lieber und auch viel mehr.
Wahrscheinlich wird es also durch das "Außenseitergefühl" für deine Klassenkameradin nur noch schlimmer. Vielleicht solltet ihr erstmal mir ihr reden, bevor ihr mit den Eltern redet. Gewinnt ihr vertrauen und ratet ihr eine Therapie zu machen. Aber ganz vorsichtig!Ich habe leider auch feststellen müsen, dass das mit der Therapie sehr schwierig ist. Desto mehr man denjenigen dazu "drängt", je weniger wird er es machen.
Es gibt, glaube ich, auch so Beratungsstellen für die Angehörigen und Freunde von Magersüchtigen. Da würde ich mal nachfragen.Weiß allerdings keine Adresse. Bekommt man aber bestimmt übers Internet raus.
Auf jeden Fall müsst ihr versuchen deiner Klassenkameradin zu helfen!Viel Glück dabei!
Petra, 23

02.10.2004 10:34 Zitieren Zitieren

Eva
Pointer-User

02.10.2004 10:34 Zitieren Zitieren

Hi Petra!
Erstmal danke für deine antwort Lächeln Wie du versuchst deiner freundin zu helfen, finde ich super von dir.
auf meine situation lässt sich das allerdings schlecht übertragen Stirnrunzeln
Ja.., mit ihr reden. Nur es ist so verdammt schwierig die richtigen Worte dafür zu finden. Man soll ja nicht auf Gewicht, Aussehen und sowas anspielen, hab ich gelesen. Wie fängt man das Gespräch also am besten an? Mit "wir machen uns Sorgen um dich"? gut, aber wie gehts weiter? es is auch generell schwierig, weil ein gespräch mit ihr schon an sich was ganz ungewöhnliches is, wir reden ansonsten eigentlich recht selten miteinander... und man hat halt einfach angst etwas falsch zu machen. und vor den kopf gestoßen zu werden und zu hören "von was redst du überhaupt, ich hab keine ahnung was du willst" oda so.
aber vielleicht ist so ein offensives gespräch ja auch des falsche und wir sollten erst mal versuchen generell hin und wieder mal mit ihr ins gespräch zu kommen und sie bissl mehr zu integrieren. und erst dann allmählich auf ihr problem zu sprechen kommen. nur, es ist halt so schwierig da noch mit ihr "normal" zu reden, wenn man am liebsten sagen würd "mensch, tu doch was, schau dich doch mal an, du machst dich kaputt, dir gehts so dreckig, so kanns nicht weitergehn"... aber mir ist schon klar, dass es so einfach nicht geht.
mh, ein forum für angehörige hab ich gefunden, is aber übers wochenende geschlossen. werd am montag also nochmal schauen...
Ciao und nochmals danke für deine Tipps,
Eva

05.10.2004 01:30 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

05.10.2004 01:30 Zitieren Zitieren

Liebe Eva, ich finde es toll, dass du dir Gedanken um deine magersuechtige Klassenkameradin machst und ihr helfen moechtest. So, wie du ihr Verhalten beschreibst, besteht kein Zweifel an ihrer Magersucht, auch das exzessive Sporttreiben (um ja alle Kalorien abzuarbeiten) ist typisch fuer diese schwere seelische Erkrankung. Ihr Aussenseitertum ist sicherlich ein Teil ihrer Problematik, aber nicht unbedingt der Ausloeser. Da deine Mitschuelerin bereits ausser ihrer Magerkeit weitere ernste koerperliche Symptome zeigt, wie zum Beispiel ihre Kreislaufschwaeche beim Sport, muss so schnell wie moeglich etwas geschehen. Leider kannst du Petras Erfahrung nicht auf dieses Maedchen uebertragen, weil sie nicht deine Freundin ist, und du nicht ihr Vertrauen und damit auch keine Einflussmoeglichkeiten auf sie hast. Wenn du versuchst, mit ihr ueber ihr Problem zu reden, wird sie wahrscheinlich abblocken und alles abstreiten. Krankheitsuneinsichtigkeit ist naemlich leider auch ein typisches Symptom einer Magersucht. Ihre Mutter steckt vermutlich den Kopf in den Sand und will lieber den Ausreden ihrer Tochter glauben, als die unangenehme Einsicht zulassen, dass ihr Kind psychisch krank ist. Daher ist es besser, du ueberlaesst das dringend notwendige aufklaerende Gespraech jemanden, auf den sie hoffentlich hoert. Am besten waere es, wenn du, vielleicht mit anderen Klassenkameraden zusammen, dich an einen eurer Lehrer wendet und ihr oder ihm genau schildert, wie ihr die Sache seht, und was euch Sorgen macht. Die Schule wird dann die Mutter offiziell informieren, und mit ihr besprechen, was getan werden muss, um ihrer Tochter zu helfen, Vielleicht koennte das Problem "Magersucht" auch im Unterricht thematisiert werden, es gibt genuegend Lehrmaterial zu diesem Thema, auch Filme. Darueberhinaus waere es aber auch toll, wenn du und deine Freundinnen versuchen wuerdet, eure Mitschuelerin mehr einzubeziehen, sodass sie aus ihrer Isolation herauskommen kann, und sich mehr akzeptiert fuehlt.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

 
 

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