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04.08.2004 15:24 Zitieren Zitieren

Ricki
Gast

04.08.2004 15:24 Zitieren Zitieren

Bin ich ein Messie Opfer?

Ich habe einen Bekannten, den ich sehr oft treffe. Er leidet seit seiner Jugendzeit unter einer anankastischen Persönlichkeitsstörung mit Messie-Syndrom. Er selbst sagt aber, es wäre nicht so und möchte sich nicht in Behandlung begeben. Sein zwanghaftes Verhalten nervt nicht nur mich, sondern auch andere in seiner Umgebung. Was kann ich tun, dass er sich endlich in Behandlung begibt oder sich wenigstens outet?

07.08.2004 14:10 Zitieren Zitieren

Michael
Pointer-User

07.08.2004 14:10 Zitieren Zitieren

Gibt Frau Doktor entlich eine Antwort, oder weiß sie nicht bescheid? Ist Frau Doktor auch so klug, wie sie denkt? Ich bin 19 Jahre alt und aus Hamburg und ich wäre sehr an einer Antwort interessiert, weil ich ein änliches Problem in meiner Familien habe.

09.08.2004 11:38 Zitieren Zitieren

Sid
Gast

09.08.2004 11:38 Zitieren Zitieren

Hallo Ricki!
Woher weisst du denn, dass er eine Persönlichkeitsstörung hat - da muss er doch zumindest mal in Behandlung gewesen sein, oder hast du das selbst diagnostiziert?
Dass sich jemand gegen bestimmte Diagnosen wehrt bzw. leugnet bestimmte psychische Krankheiten zu haben, finde ich nachvollziehbar. Vielleicht ist er noch nicht so weit.
Ob er sich outet oder in Behandlung begibt ist sein Sache - da kannst du nichts tun! Du kannst ihm nur sagen, dass dich sein Verhalten nervt und dich ggf. weniger oder gar nicht mehr mit ihm treffen. Vielleicht ändert er sich dann. Du kannst ihn jedenfalls nicht ändern.

Sid

09.08.2004 11:41 Zitieren Zitieren

Sid
Gast

09.08.2004 11:41 Zitieren Zitieren

Hi Michael!

Vielleicht kannst du deine Sitation an folgender Stelle näher beschreiben. Auch wenn da nicht viel los ist, die Wahrscheinlichkeit, dass dir jemand antwortet ist hoch.

http://www.f23.parsimony.net/forum48794/
(Forum für Angehörige von Messies)

Sid

09.08.2004 11:51 Zitieren Zitieren

Susanne
Gast

09.08.2004 11:51 Zitieren Zitieren

Meistens führen äußere Anlässe wie Verluste von Menschen, aber auch z. B. des Arbeitsplatzes, zu Krisen, in denen die Betroffenen therapeutische Hilfe benötigen. Dies müssen aber nicht immer gravierende Anlässe sein, sondern gerade durch die Persönlichkeitsstörungen selbst können sich Krisen entwickeln, da durch die Persönlichkeitsstörungen z. B. das Arbeitspensum nicht mehr geschafft werden kann und deswegen der Arbeitsplatz verloren geht. Weiterhin können durch die Persönlichkeitsstörungen Konflikte in den mitmenschlichen Beziehungen auftreten und wenn diese, ebenfalls wieder bedingt durch die Persönlichkeitsstörungen, nicht gelöst werden können, sondern sich immer mehr verschärfen, kann dies zu Partnertrennungen und Rückzug von Freunden mit Vereinsamung führen. Zunächst kann ambulante Psychotherapie hilfreich sein. Häufig reichen deren Möglichkeiten mit vielleicht einem Gespräch pro Woche jedoch nicht aus und dann bedarf es der Herausnahme aus dem häuslichen Umfeld, um in dem schützenden Behandlungsangebot einer auf die Behandlung dieser Störungsbilder spezialisierten multiprofessionellen Fachklinik mit intensiver individueller therapeutischer Hilfe Wege aus der Krise zu finden.
Überrede Deinen Freund, dass er sich therapeutisch behandeln lässt. Verwende vielleicht auch Veröffentlichungen zu diesem Thema. Beschreibung des Krankheitsbildes oder Berichte von Selbsthilfegruppen (davon gibt es ca. 50 bundesweit). Gruß Susanne

09.08.2004 20:27 Zitieren Zitieren

Michael
Pointer-User

09.08.2004 20:27 Zitieren Zitieren

Danke für die Info Sid. Ich werde den Link prüfen.
Lieben Gruss
Michael

11.08.2004 16:25 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

11.08.2004 16:25 Zitieren Zitieren

Liebe Ricki, leider beschreibst du nicht, wie sich die Stoerung bei deinem Freund aeussert, d.h. wie massiv die Symptome sind und wie weit sie sein Funktionieren beeinflussen. Ich gehe mal davon aus, dass dein Freund sich von nichts trennen kann, und dass seine ganze Wohnung mit irgendwelchem Zeugs vollgestellt ist, was normalerweise in den Muell oder den Sammelcontainer gehoert. Sind das aber nur Dinge wie z. B. alte Zeitungen, leere Dosen oder Flaschen, oder geht es soweit, dass verdorbene Nahrungsmittel und andere unhygienische Dinge ueberall herumliegen? Er selbst scheint ja nicht unter seinem "Sammlertum" zu leiden und will auch nicht zugeben, dass sein sein Verhalten nicht in Ordnung ist. Dabei ist ihm ja offenbar bekannt, was fuer eine Diagnose bei ihm gestellt worden ist, sonst waere in deiner Gegenwart nicht davon gesprochen worden.
Leider wird es schwer sein, deinem Freund zu helfen, wenn er keine wirkliche Krankheitseinsicht hat, und ihn sein Verhalten selbst nicht besonders stoert. Du kannst ihn ja nicht zu einem Arzt oder Therapeuten schleifen, denn fuer jede Art von Behandlung muss er erstmal selbst die noetige Motivation aufbringen. Wenn er durch sein Verhalten sich oder andere gefaehrden wuerde (z. B. wenn durch verdorbene Speisereste massenweise Ratten angezogen wuerden, oder Brandgefahr bestuende) koennte das Ordnungsamt eine Zwangsbehandlung in einer psychiatrischen Klinik veranlassen. Aber bis es soweit kommt, muesste schon eine Menge geschehen.
Du kannst nur immer wieder versuchen, mit deinem Freund zu reden und ihn auf das Abnorme seines Verhaltens hinweisen. Du kannst ihm deine Hilfe anbieten, aber solltest ihm auch klarmachen, dass weder du noch jemand anderer es so, wie es bei ihm aussieht, in seiner Bude aushalten kann. Du kannst ihm sagen, dass du ihn nicht mit deiner Kritik verletzen moechtest, sondern sehr besorgt um ihn bist, weil du siehst, dass er da von allein nicht herauskommt.
Leider ist es bei dieser Art von Stoerung (wenn sie so weit geht, wie ich vermute) nicht getan, wenn eine einmalige Hilfe in Form von Aufraeumen geleistet wird. Es geht nicht nur darum, den Messie von all dem Muell zu befreien und bei ihm klar Schiff zu machen. Er wird seine Wohnung in Nullkommanichts wieder vollgemuellt haben, weil sich an seinem zwanghaften Nichtswegwerfenkoennens ja nichts veraendert hat. Fuer einen Partner ist es - wenn er nicht selbst ein Messie ist - sehr schwer, mit so einem zwanghaften Sammler zusammenzuleben, weil der Kranke sich ja auch dagegen straeuben wird, dass der andere fuer ihn aufraeumt, und alles weiter horten moechte. Ganz schlimm wird es, wenn ein Messie-Elternteil allein mit kleinen Kindern in einer Wohnung lebt. Davon liest man manchmal in der Zeitung, aber im allgemeinen erst, wenn die Zustaende so "zum Himmel stinken", dass die Behoerden einschreiten.
Solche Zwangskrankheiten koennen mit einer Kombination aus Medikamenten und Psychotherapie soweit behandelt werden, dass der Betreffende ein einigermassen normales Leben fuehren kann. Von allein geht so eine Stoerung nicht weg, sie unterliegt allerding meist Schwankungen. Wenn der Messie unter Stress geraet, werden seine Zwaenge - es geht dabei um Angst, "etwas von sich zu verlieren", schlimmer.
Ich druecke dir den Daumen, dass du es schaffst, deinem Freund klarzumachen, dass er Hilfe braucht!
MfG, Dr. Karin Anderson

18.02.2005 00:04 Zitieren Zitieren

Barbara
Gast

18.02.2005 00:04 Zitieren Zitieren

Liebe Karin Anderson, ich fürchte, meine Tochter (12 Jahre, lieb, hübsch) ist ein Messi. Nicht nur, dass sie keine Ordnung halten kann, sondern sie "versteckt" Pausenbrote, Joghurtbecher, Hygieneartikel... Ich versuche es mit Schimpfen, Verboten, Ultimaten, Vormachen-Nachmachen...Bin mit meinem Latein am Ende. Sie leidet selbst darunter und ist dankbar, wenn ich ihr helfe, vermüllt aber in kurzer Zeit ihr Zimmer wieder. So kann ich sie doch nicht für längere Zeit fortgehen lassen z. B. auf Sprachreise in eine Gastfamilie oder in ein Berufspraktikum (sie will ins Hotelfach). Wie kann ich ihr helfen?

 
 

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