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19.05.2004 10:09 Zitieren Zitieren

Facebook-User tom aus köln
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19.05.2004 10:09 Zitieren Zitieren

Asperger-Syndrom

Hallo, kennt sich jemand mit dem Asperger-Syndrom aus? Ist nicht jeder irgendwie davon betroffen? tom

21.05.2004 13:45 Zitieren Zitieren

Facebook-User lydia
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21.05.2004 13:45 Zitieren Zitieren

was ist das überhaupt?

31.05.2004 01:03 Zitieren Zitieren

Facebook-User
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31.05.2004 01:03 Zitieren Zitieren

Lieber Tom, das Asperger Syndrom ist eine mildere Variante des Autismus. Diese Stoerung ist erst in den letzten Jahren als abgegrenztes Syndrom bekannt geworden.
Asperger-Betroffene haben Schwierigkeiten in ihrem Umgang mit anderen. Sie wenden sich ihrem Gegenueber nicht mit den normalen (instinktiven) Gesten, der normalen Mimik oder Koerperhaltung zu. Sie vermeiden zum Beispiel den Blickkontakt, ihr Gesichtsausdruck ist wenig lebhaft, sie nesteln oder zupfen beim Sprechen staendig an sich herum und nehmen eine eigenartig wirkende Koerperhaltung ein. Sie haben grosse Problem damit, ihrem Alter entsprechend, Freundschaften oder Beziehungen einzugehen. Wenn sie etwas interessiert, versuchen sie nicht, dieses Interesse mit anderen zu teilen und sie zeigen oft auch kein Interesse fuer das, was die Menschen um sie herum interessiert. Sie nehmen keinen Anteil an Gefuehlen anderer und reagieren nicht auf die Versuche anderer, Kontakt aufzunehmen. Ihr Interesse gilt oft nur wenigen, aber dafuer absonderlichen Dingen, und die Beschaeftigung damit kann geradezu zwanghaft sein Sie haben grosse Schwierigkeiten damit, sich an Veraenderungen ihres Tagesablaufs oder ihrer taeglichen Routine zu gewoehnen, sie erledigen Dinge immer auf dieselbe Weise und ziehen es auch vor, wenn ihre Kleidung, ihr Essen usw. immer dem entspricht, was sie gewohnt sind. Sie haben die Angewohnheit, bestimmte immer gleiche Bewegungen staendig zu wiederholen, z.B. ihre Haare zu drehen, scheinbar etwas im Ohr zu suchen, mit den Fingern zu schnippen, die Haende zu ringen oder mit dem Oberkoerper vor- und zurueckzuschaukeln.
Patienten mit dieser Stoerung haben oft einen langen Leidensweg als “schwer erziehbare” Kinder hinter sich, bevor ihre Verhaltensauffaelligkeiten als Krankheitssyndrom erkannt werden. Ich kenne zwei junge Maenner, die an Asperger Autismus leiden. Beide haben sich sehr in der Schule gequaelt, wurden immer wieder von den Lehrern gemassregelt wegen unerklaerlicher Wutausbrueche und unangepasstem Verhalten, und waren bei den Mitschuelern unbeliebt wegen ihrer Kontaktscheu. Der eine konnte die Weite seines Kinderzimmers nicht ertragen und schlief nur, wenn er alle Moebel in der Zimmermitte zusammenstellte und sich darin wie in einer Hoehle verkroch, er lehnte es als Teenager so lange ab, den Zustand seines Koerpers zu veraendern (Waesche wechseln, Duschen) bis er wegen seines Geruchs aus der Schule nach Hause geschickt wurde. Der andere zwirbelte seine Haare als Kleinkind so lange, bis er Kahlstellen am Kopf hatte, und fiel immer wieder durch eigenartige Tics wie staendiges Augenzwinkern und Kopfschuetteln auf. Beide hatten kaum Beziehungen zu Klassenkameraden und wurden fast nie irgendwohin eingeladen. Beide wurden zu verschiedenen Therapeuten geschickt, ohne dass sich irgendetwas bei ihnen veraenderte. Bei beiden wurde die Diagnose erst im Alter von 16 Jahren gestellt, als ihre Eltern mit ihnen bereits erfolglos von Arzt zu Arzt und von einer Erziehungsberatungsstelle zur anderen gelaufen waren. Wie mir einer der beiden, inzwischen 22, berichtete, war er erst, nachdem seine Symptome als Asperger Syndrom diagnostiziert und er mit Psychopharmaka behandelt wurde, in der Lage, die beaengstigenden Reize des normalen Alltagslebens auszuhalten, ohne entweder staendig auszurasten oder sich zu verkriechen. Beide Jungen waren trotz hoher Intelligenz uebrigens nicht in der Lage, irgendeine Ausbildung zu machen, und leben in einer betreuten Umgebung.
Wie du aus dieser Beschreibung siehst, koennen die meisten von uns von Glueck sagen, dass sie nicht von dieser Stoerung betroffen sind!
MfG, Dr. Karin Anderson

 
 

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