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01.05.2004 23:11 Zitieren Zitieren

tom aus köln
Gast

01.05.2004 23:11 Zitieren Zitieren

selbst II

Ich habe etwas vergessen: In dem Buch heißt es immer, dass der Mensch sein Selbst verloren hat, es kein Selbst mehr gibt, eine Rückkehr unmöglich ist. Auch, dass es keine richtige Kommunikation unter Menschen gibt, auch wenn sie sich tagtäglich unterhalten. Wie soll ich das jetzt verstehen und damit umgehen? ...Tom aus Köln

02.05.2004 11:58 Zitieren Zitieren

Karolina
Gast

02.05.2004 11:58 Zitieren Zitieren

Hi Tom,
also ich habe selbst einmal ein Buch von Erich Fromm gelesen, es hieß glaube ich "Die Antwort der Liebe". Ich glaube, dass das wichtigste bei solchen Büchern ist, dass man sich nicht reinsteigert. Man kann sich so ein Buch durchlesen, kurz darüber nachdenken und als die Meinung eines Autors ablegen. Erich Fromm hat seine Meinung aufgeschrieben, die aber noch lange keine Tatsache ist und das darfst du nicht vergessen! Versuch nicht alles so ernst zu nehmen. Ich finde dieses ganze blöd Gelabere von wegen: "...ich muss noch zu mir selber finden..." total affig. Wieso kann man nicht einfach so leben, diese ganzen Gedanken sind übertrieben. Es wird ja auch oft gesagt, man solle sich nicht verstellen. Man verstellt sich doch sowieso jeden Tag und genau das ist die Persönlichkeit eines Menschen. Man spielt viele verschiedenen Rollen, jeden Tag. Bei seinen Eltern ist man die Tochter, bei dem Freund die Geliebte, man ist sowieso immer anders und das ist auch gut so. Leb doch einfach so in den Tag hinein und denk bzw. philosophier nicht so viel rum. Ich denke mir immer, das Leben wird schon einen Sinn haben, sonst wären wir nicht hier. Ich glaube, irgendwann wird man diesen Sinn erfahren. Solange heißt es abwarten, leben und Tee trinken. Mach einfach das Beste draus!

Liebe Grüße, Karolina

PS: Ich finde es schon interessant, Dinge zu hinterfragen oder manchen Sachen verstehen zu wollen, aber man sollte es nicht übertreiben, denn jeder hat da so seine eigenen Ansichten. Du solltest auch deine eigenen Ansichten haben, dann lebt es sich am besten. blinzeln

02.05.2004 12:52 Zitieren Zitieren

Verena, 20 Jahre
Gast

02.05.2004 12:52 Zitieren Zitieren

Hi Tom!
Ich denke, du bist ein sehr intelligentes Bürschchen und gerade deswegen machst du dir viel zu viele Gedanken über das Thema dieses Buches! Du hast ja selbst gemerkt, dass dich das Lesen sehr bedrückt und anscheinend runterzieht...so seh ich das zumindest. Wenn nicht, dann korrigiere mich bitte! Ich würde sagen, dass du dir einfach mal eine Auszeit von dem Buch gönnen solltest. Auch mal etwas mit Freunden machen z.B.! Um dich abzulenken und wieder die wundervollen Seiten des Lebens zu entdecken!!! Es gibt Bücher, die darüber berichten, wie man ein glücklicher Mensch wird.....das wär doch vielleicht auch keine schlechte Lektüre oder? Ich hoffe, ich konnte dir wenigstens etwas helfen, da ich leider das Buch, um das es dir geht überhaupt nicht kenne! Schöne Grüße, VerenaPS: Woher weiß man schon, ob dieser Autor recht hat mit seiner Meinung???? Vielleicht hat er sich alles zusammengesponnen und ein anderer schreibt zum gleichen Thema etwas ganz anderes!

02.05.2004 22:03 Zitieren Zitieren

tom aus köln
Gast

02.05.2004 22:03 Zitieren Zitieren

Antwort auf Karolina. Hey, danke für deine Antwort auf meinen Beitrag hier. Vielleicht sollte ich mich wirklich nicht so reinsteigern, aber irgendwie ist es ja auch aufregend, was bei einem solchen Prozess passiert. Na, vielleicht sollte ich - dein Tipp - einfach lernen, mehr Abstand zu gewinnen. Das mit den Ansichten und Meinungen, hm, da hatte ich schon immer meine eigenen, also so ist das nicht. Das Rollenspiel: Das ist wirklich so eine Sache. - Spielt man jetzt eine Rolle oder ist man wirklich so? Ich probiere das schon immer aus, was mir liegt und oder nicht bzw. bin ich das jetzt, oder nicht. Und wenn es mir nicht passt, dann ist es nicht gut für mich und folglich eine Rolle. Und weg damit! So sehe ich das. Also so ein Theoretiker bin ich auch nicht. Vielleicht kam das falsch rüber.

02.05.2004 22:12 Zitieren Zitieren

tom aus köln
Gast

02.05.2004 22:12 Zitieren Zitieren

Hi Verena, auch dir Danke für den Denkanstoß, etwas mehr Abstand, oder Auszeit, zu nehmen und mich nicht so reinsteigern und Ablenkung suchen ... Hm, ob mich dieses Buch runterzieht, das möchte ich jetzt nicht so sagen, es verändert nur die Sichtweise für manche Dinge, und das glaub ich, schmerzt am meisten und zwar, dass die Realität einfach ganz anders aussieht!!! Übrigens, der Autor ist Sozialwissenschaftler und Psychologe.

13.05.2004 04:32 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

13.05.2004 04:32 Zitieren Zitieren

Lieber Tom, Verena und Karolina haben Recht, Werke von Philosophen sollen dazu dienen, Denkanstoesse zu geben und Dinge, die uns selbstverstaendlich scheinen, einmal zu hinterfragen. Diese Denkansaetze sind aber nur Ideen, die als Anregung dienen sollen, sie koennen eine Diskussionsgrundlage sein, aber nicht als unumstoessliche Wahrheiten angenommen werden. Es waere natuerlich gut, wenn du diese Lektuere mit anderen Leuten diskutieren koenntest, die sich ebenfalls fuer Philosophie interessieren. Solche Bilder wie "den Mut haben, seine Geburt vollstaendig zu vollziehen" sind als Hinweis gemeint, dass wir uns ein Leben langweiterentwickeln und unsere Faehigkeiten und Begabungen, unsere Hoffnungen und Traeume verwirklichen sollen. Die Anspielung auf das "verlorene Selbst" deutet meiner Ansicht nach auf die Oberflaechlichkeit und Hektik der modernen, westlichen Lebensweise hin, bei der es vor allem um Groesser, Teurer, Schneller, Weiter, um Konsum und rasche Befriedigung geht, als um innere Werte und "unmoderne" Tugenden. Ob sich der Einzelne diesem Sog entziehen kann, liegt bei ihm selbst, fuer die Gesellschaft als Ganzes ist eine Umkehr sicher schwierig und vollzieht sich vermutlich nicht waehrend der Lebenszeit eines Individuums, sondern eher wie ein langsam ausschlagendes Pendel zwischen Rueckbesinnung und Expansion. Die nicht mehr vorhandene Kommunikation unter den Menschen wuerde ich ebenfalls nicht so wortwoertlich nehmen. Personen, die eine aehnliche Wellenlaenge haben, werden sich immer eher verstehen, als Leute, die eine sehr unterschiedliche Auffassung vom Leben haben. Wenn man allerdings auf die Welt als Ganzes schaut, sieht man das Ergebnis von Erich Fromms nicht vorhandener "richtiger" Kommunikation an allen Ecken und Enden, der Krieg im Irak und der Nahostkonflikt sind sicher ein gutes Beispiel...
Ich wuerde dir auch empfehlen, erstmal etwas Abstand von Erich Fromms "Authentisch Leben" zu nehmen. Es gibt uebrigens auch Buecher ueber Philosophie, die nicht nur intelligent, sondern auch sehr unterhaltend sind (z.B. "Sophies Welt" von Jostein Gaarder). Darin werden die Thesen der verschiedenen Philosophen anschaulich beschrieben und vergnueglich diskutiert.
MfG, Dr. Karin Anderson

 
 

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