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17.03.2004 21:55 Zitieren Zitieren

Bruno
Gast

17.03.2004 21:55 Zitieren Zitieren

Liebesproblem macht mich kaputt

Hallo!
Zuerst einmal zu meiner Person: Ich bin männlich und gerade 18 geworden; die folgende Sache fing aber vor zimlich genau einem Jahr mit 17 an. Ich habe ein zimlich heftiges Problem, welches ich selber nicht lösen kann.Ich war bis vor 2 Jahren eine sehr starke Persönlichkeit , voller Selbstvertrauen und habe mein Leben genossen, indem ich alles gemacht habe, was mir in den Kopf kam. Hemmungen hatte ich so gut wie keine, einzig hatte ich Probleme, Mädchen, in die ich verliebt war, meine Liebe zu beichten bzw. eine Beziehung einzugehen. Von "echten" Beziehungen wollte ich nichts wissen, einzig und allein der "Spaß" mit dem anderen Geschlecht stand für mich im Vordergrund.Vor 2 Jahren lernte ich ein für mich ganz besonderes Mädchen kennen, in das ich mich wirklich verliebt habe. Die Besonderheit war, das sie von verhergegangenen Freunden schlecht behandelt wurde und man mir mitteilte, ich müsse unbedingt alles ganz langsam angehen lassen. Somit musste ich also meinen Character ändern. Dies habe ich auch für sie gerne getan; nur als wir zusammen waren, fühlte ich mich komisch weil ich nicht recht wusste wie ich sie behandeln sollte. Ich wirkte mit Sicherheit sehr unsicher. Nach 2 Wochen hat sie Schluss gemacht, warum genau kann ich nicht sagen, angeblich wegen zu wenigen Gefühlen. Ich war jedenfalls am Boden zerschmettert und so traurig wie nie zuvor.Kurze Zeit später lernte ich ein neues Mädchen kennen (sie kam neu auf die Schule). Schnell waren wir sehr gut befreundet. Allerdings war da noch jemand anderes mit dem sie sich gut verstand. Dann haben wir sie einmal besucht und er betatschelte sie die ganze Zeit. Das ging mir furchtbar gegen den Strich. Als ich nach hause fuhr fühlte ich mich von ihr weniger anerkannt und respektiert als er; das war ein wirklich ekelhaftes Gefühl.Am nächsten Tag ging es mit meinem eigentlichen Problem los. Ich hatte nur sie im Kopf und konnte kaum was essen. Mir wurde beim Mittagessen auf einmal furchtbar schlecht und ich musste mich spontan übergeben. Die Übelkeit wurde dabei durch ein abruptes zusammenziehen (ja so in etwa fühlt sich das an) des Magens hervorgerufen. Danach musste ich ihr einfach sagen, "das sie für mich mehr als nur eine gute Freundin ist". Dies tat ich über das Internet (ICQ). Dass das Internet dafür sehr ungeeignet ist, weiss ich; jedoch konnte an kann ich mit ihr einfach nicht vernünftig reden. Sie sagte, das sie lieber nur mit mir befreundet bleiben möchte. Nach einer kurzen Zeit hielt ich das nicht mehr aus und sagte ihr immer wieder, "wie sehr ich sie liebe". Die oben beschriebene Übelkeitsattake widerholte sich noch öfter, z.B. manchmal wenn sie mir in der Schule begegnete oder mich über das Internet anschrieb. Ca. einen Monat nachdem ich ihr meine Liebe eingestand, sagte sie mir sie hätte seit 2 Wochen einen neuen Freund. Ich rastete spontan völlig aus, schrieb ihr das ich so sehr gelitten habe und das ich sie hasse. Irgendwann entschuldigten wir uns beide für unser falsches Verhalten, aber die Freundschaft ist natürlich hin. Die Sache ist schon bald ein Jahr vergangen und wir haben privat eigentlich keinen Kontakt mehr. Wenn sie mir begegnet, wird mir nicht mehr übel. Aber es sind leider deutliche Naben geblieben; ich bin nämlich nicht mehr in der Lage, neue Kontakte zu Mädchen zu finden. An Sylvester war ich bei einem Kumpel feiern, dessen Schwester mehrere Freundinnen einlud. Als ich diesen begegnete, wurde mir auf einmal wieder schlecht und ich ging ersteinmal an die frische Luft. Ein anderes Bespiel: Als ich bei meinem Onkel war, feierte dessen Tocher Geburtstag. Auf einmal kam meine Tante und lies von den Freundinnen meiner Cousine ausrichten, ich wäre ganz süß und sollte doch mal zu ihnen kommen. Da ging das schon wieder los. Ich wollte da einfach nur schleunigst weg. Aktuell habe ich schon wieder so ein Problem. Ein Mädchen auf unserer Schule lächelt mich in letzer Zeit immer ganz lieb an und wir grüßen uns auch immer. Ich weiss nicht warum sie damit angefangen hat, ich kenne sie nämlich fast gar nicht. Das einzige was ich weiss ist, das sie mal gesagt hat, ich wäre "soooo coool" und mit mir könnte man bestimmt super viel Spaß haben. Sie wirkt auf mich echt sehr sympatisch und sie ist auch wirklich ne ganz hübsche. Auf der einen Seite freut mich das natürlich, aber auf der andereb Seite kommt mitlerweile der oben beschriebene Streß auf, und dieser ist für mich eher eine Qual. Und da ich so leide und mein Selbstvertrauen fast gänzlich verloren habe, sehe ich auch nicht die Möglichkeit, mich mal mit ihr zu treffen und sie genauer kennen zu lernen. Zu allem Überfluss habe ich jetzt auch noch ein Problem mit meinen Freunden. Ich habe 2 sehr sehr gute Freunde mit denen ich quasi mein ganzes Leben gelebt habe. Der eine hat seit 2 Jahren eine Freundin und hatte für uns fast keine Zeit mehr. Mittlerweile hat sich das gelegt und er möchte wieder mehr das machen, was wir früher getan haben. Nur da habe ich im Moment überhaupt kein Interesse dran. Mein anderer Freund hat seit 3 Monaten eine Freundin; und er übertreibt mit ihr vollkommen, ich sehe ihn fast gar nicht mehr. Ich würde gerne wissen, warum ich so viel Angst habe vor Mädels habe. Der Liebeskummer quält mich schon ungemein, aber die Angst hindert mich zu allem Überfluss eine neue Beziehung aufzubauen. Auf Partys gehe ich auch nicht mehr, weil ich dort schnell depressive Anfälle kriege, vor allem wenn ich Päärchen sehe. Ich lese schon sehr viel über Psychologie, genauer gesagt über Eifersucht, Depressionen, Neurosen, etc.; aber es hilft mir nicht weiter. Mit ein paar Büchern kann man eben nicht das lernen, was "profis" in 5 Jahren studiert haben.
Herzlichsten Dank für Hilfe!! LG Bruno

22.03.2004 15:29 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
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22.03.2004 15:29 Zitieren Zitieren

Lieber Bruno, ich habe deine mail sehr sorgfältig gelesen. Weil ich dir auch ausführlich darauf antworten möchte, bitte ich dich um etwas Geduld, weil ich jetzt zeitlich etwas knapp dran bin und morgen im Flieger sitze. Ich nehme dein Problem aber sehr ernst und werde, so bald ich wieder vorm heimischen PC sitze, dir sagen, was mir dazu einfällt.
Liebe Grüsse, Dr. Karin Anderson

29.03.2004 00:14 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

29.03.2004 00:14 Zitieren Zitieren

Lieber Bruno, offenbar verbirgt sich hinter deinem frueheren selbstsicheren Auftreten doch eine viel sensiblere, verletzlichere Persoenlichkeit, als dir bewusst war. Deine ersten Erfahrungen mit Maedchen, fuer die du dich wirklich interessiert hast, haben dich sehr enttaeuscht und tief verunsichert. Bei deiner ersten Flamme hast du dich sehr bemueht, Verstaendnis fuer ihre Situation aufzubringen, nicht zu viel von ihr zu erwarten, und dich so zu verhalten, wie sie es von dir wuenschte. Trotzdem hat sie dich nach kurzer Zeit abgewiesen. Die Beziehung zu der neuen Klassenkameradin schien sich anfangs besser einzulassen, ihr habt euch richtig angefreundet, aber dann wurde nur von deiner Seite aus mehr daraus. Obwohl du diesmal du weniger zurueckhaltend warst und deine Gefuehle staerker gezeigt hast, hat dir das auch nicht geholfen, sie hat sich in einen anderen Mann verliebt.
Solche Liebesenttaeuschungen sind leider etwas, das jeder Jugendliche erlebt. Und Liebeskummer tut sehr weh! Du hast diese Zurueckweisungen offenbar nicht ausreichend verarbeitet, sondern reagierst nun mit Koerpersymptomen, wann immer dein Unbewusstes eine neue Enttaeuschung befuerchtet. Du scheinst das mangelnde Interesse dieser Maedchen zu sehr auf dich zu beziehen, hast das Gefuehl, entweder etwas falsch gemacht zu haben oder nicht attraktiv und liebenswert genug zu sein. Dabei spielt bei ersten Liebeserfahrungen die Fantasie, wie der andere sein soll, eine viel groessere Rolle als echte Uebereinstimmung. Diese Maedchen passten von ihrem Charakter her hoechstwahrscheinlich ueberhaupt nicht zu dir. Ein Nicht-zu-Einander-Passen hat nichts mit eigener Unzulaenglichkeit zu tun, sondern mit unterschiedlichen Interessen, Ideen, Wuenschen und Anschauungen. Zwar kann man mit Freunden und Bekannten auch dann recht gut klarkommen, wenn man nur ein paar Interessengebiete teilt, fuer eine Liebesbeziehung reicht das aber nicht. Das haben die Maedchen vermutlich deutlicher gespuert als du. Denn Liebe macht bekanntlich blind!
Oft ist es so, dass Menschen dann besonders empfindlich auf Zurueckweisungen reagieren, depressiv oder koerperlich krank werden, wenn diese Enttaeuschungen an alte Kindheitsaengste und -erfahrungen ruehren, wie etwa nicht so akzeptiert wie man ist, oder nur gegen Leistung geliebt zu werden. Moeglicherweise faellt dir ja ein Beispiel von frueher ein, wo du unter einem aehnlich starken Gefuehl des Abgelehntwerden gelitten hast. Vielleicht koenntest du dich dann besser von deinen jetzigen Erfahrungen distanzieren und zu einer anderen inneren Einstellung zu neuen Flirt- und Kennenlernversuchen kommen. Eine passende Partnerin zu finden, bedeutet, immer wieder neu Kontakte auszuprobieren, bis du dir sicherer in deinem Gespuer fuer dich selbst und die andere bist. Dazu gehoeren leider auch negative Erfahrungen. Wenn naemlich das Wunschbild, das sich das Maedchen von einem moeglichen Partner gemacht hat, mit deiner Wirklichkeit nicht uebereinstimmt. Das gleiche wird dir umgekehrt mit Sicherheit genauso passieren. Wuerdest du dann etwa auch denken, dass das betreffende Maedchen als Persoenlichkeit nicht akzeptabel ist?
Ich kann mir sehr wohl vorstellen, dass es dich zusaetzlich getroffen hat, dass du in dieser Situation auch noch von deinen beiden Freunden emotional im Stich gelassen wurdest. Was du beschreibst, ist allerdings das typische Verhalten von Frischverliebten - alle bisherigen Freundschaften und Aktivitaeten sind auf einmal scheinbar ganz unwichtig neben der grossen Liebe. Das wirkt zwar sehr kraenkend, aber die menschliche Psyche ist tatsaechlich so eingerichtet, dass das Einstellen auf einen neuen Partner erstmal Vorrang hat. Diese Phase der Abkapselung geht aber meist nach einigen Wochen oder Monaten vorueber. Du solltest versuchen, auch dieses scheinbare Desinteresse nicht auf dich zu beziehen, sondern Nachsicht zu ueben, abzuwarten und deinen Freunden ihr Verhalten nicht nachzutragen - wenn du erst einmal selber gluecklich verliebt bist, koennte es dir aehnlich gehen.
Es waere gut, wenn du dich trotz deiner erlebten Enttaeuschungen doch dazu ueberwinden koenntest, wieder auf Maedchen, die dir gefallen, zuzugehen. Gerade, wenn dann auch noch von der anderen Seite deutliches Interesse signalisiert wird - was dich offenbar sehr verbluefft - sollte es einfacher fuer dich sein, denn da besteht ja kaum die Gefahr, dass du dir eine Abfuhr einhandelst! Und wenn das Maedchen nicht die Richtige ist, dann wird es vielleicht die naechste oder uebernaechste sein.
Wenn du befuerchtest, dass deine Aengste sich wieder als Uebelkeit aeussern koennten, und dich dadurch wieder blockieren, solltest du dir von deinem Hausarzt ein leichtes Beruhigungsmittel verschreiben lassen und davon eine Pille vor der Party nehmen (dann aber keinen Alkohol trinken!). Wenn das aber alles nichts fruchtet, und deine sozialen Aengste weiter zunehmen, muesstest du doch eine Psychotherapie in Erwaegung ziehen. Dann koennten dir ein Verhaltenstherapeut oder ein tiefenpsychologisch orientierter Psychotherapeut dabei helfen, dich innerlich “umzuprogrammieren” und deine Selbstwertzweifel und Kontaktangst zu ueberwinden.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

29.03.2004 21:44 Zitieren Zitieren

Bruno
Gast

29.03.2004 21:44 Zitieren Zitieren

Vielen Dank für diese sehr ausführliche Antwort, ich finde es ausgesprochen gut dass sie ihre Freizeit opfern um anderen Menschen zu helfen.
Ich fande den Gedanken den Sie ansprachen sehr interessant, ob ich vielleicht Abstoßung in meiner Kindheit erfahren habe. Ich war früher überhaupt kein Gruppenläufer. Im Kindergarten hatte ich einen Freund und eine Freundin mit denen ich meine Zeit verbracht habe. Mein sehr starkes Interesse an technischen Dingen zeigte sich schon von frühester Kindheit an und somit fanden es viele vielleicht komisch dass ich lieber irgendwelche Geräte auseinandergeschraubt habe anstatt mit Playmobil o.ä. zu spielen. In der Grundschule (1. Klasse) habe ich mich mit dem Freund angefreundet, der seit 2 Jahren eine Freundin hat. Ansonsten wurde ich von andern als etwas anders angesehen. Ab dem Gymnasium änderte sich das. Ich konnte in den naturwissenschaftlichen Fächern mein Können unter Beweis stellen und andere von meinen Interessen überzeugen. Auch konnte ich andere gut zum lachen bringen (leider teils auf Kosten anderer; auf der einen Seite wurde ich anerkannt und auf der anderen für meine Art gehasst). Während den weiteren Jahren (6,7 Klasse) fuhr ich liebend gerne ins Meßdinerzeltlager und genoss es mit allen Leuten Kontakt zu haben und von dem ein- oder anderen Mädchen gemocht oder vielleicht sogar verehrt zu werden. Ich musste mich zu der Zeit immer in den Mittelpunkt stellen, beispielsweise bestand ich darauf, eine Show im Lager zu moderieren.
Mitlerweile bin ich ein Schüler wie jeder andere auch, höre von vielen Menschen dass ich sehr nett bin und habe zu fast allen in der Stufe Kontakt. Auch wenn ich früher nicht von der großen Gruppe angenommen wurde wie andere Kinder, fühlte ich mich nicht eine Sekunde in meinem Leben allein, da ich immer festere Freunde hatte.
Das einzige was mal war, war bei einem Open-Air-Festival. Da wurde ich von einigen "Dorf-Raudis" blöd angemacht und bin dann schleunigst gegangen. Ich bin immer sehr scheu was öffentliche Veranstaltungen hier in dieser Ecke angeht; ich vermute das kommt von diesem einen Schlüsselerlebnis.
Familiär ist bei uns immer alles in trockenen Tüchern gewesen, da habe ich mit größter Wahrscheinlichkeit keine traumatischen Erfahrungen (wenn man das so nennen kann) gemacht.
In meiner Zeit wo ich Ansehen gewann, gab es auch einige Mädchen, mit denen die Möglichkeit bestand, etwas "anzufangen". Dazu ist es komischerweise nie gekommen, warum weiss ich nicht. Ich lernte vor gut 2 Jahren ein Mädchen kennen, welches ich interessant fand. Eines abends sagte sie mir, das sie glaube, dass sie sich in mich verliebt hat. Ich machte ihr mein Interesse an ihr klar. Im Grunde hätte ich sie einfach Küssen können und wir wären zusammen gewesen, aber ich tat das merkwürdigerweise nicht. Ich bin irgendwie ein Mensch, der viel in seinen Träumen lebt. Immer wenn ich kurz vorm Ziel war, hörte ich auf und träumte mir den Rest zusammen. Ist das nicht merkwürdig?
Und mir fällt nochwas ein. Als meine letzte Freundin nach kurzer Zeit mit mir schluss machte, bin ich auf dem Rückweg nach Hause furchtbar angefangen zu weinen und dass den ganzen Tag über. In den Folgetagen kam es dann und wann noch einmal vor, dass ich kurz ein paar Tränen vergießen musste. Nach einigen Tagen war der größte Schmerz dann überstanden. Bei der anderen, meine Schulfreundin, die mich nicht haben wollte, weinte ich so gut wie gar nicht. Als sie mir sagte, dass sie jemand anders hat, wurde ich unglaublich wütend und agressiv, nicht aber traurig. Wie passt das ins Bild?
Es tut mir leid, dass ich so viel schreibe, aber ich würde nichts lieber als diese Sache in den Griff bekommen.
Ich bin zimlich empfindlich, was das verhalten anderer gegeüber mir angeht. Ich fühle mich schnell ausgeschlossen (auch wenn dieses von anderen vielleicht gar nicht so gewollt ist) oder aber fühle mich kurzzeitig richtig gut, z.B. wenn ein hübsches Mädchen grüßt oder wenn andere interesse an meinen Interessen oder meiner Meinung zeigen. Ich denke dass das vielleicht mit meinem Selbstwertgefühl zusammenhängt?!?
Zu allerletzt hätte ich noch eine Frage, deren Antwort ich in keinem Buch und auf keiner Internetseite finden konnte.
Dieses körperliche Reagieren auf psychische Belastungen, insbesondere meine Übelkeitsattacken, wie stellt sich das ein und wann verschwindet es wieder? Kann man hier von einer Neurose sprechen?
Vielen Dank nochmals für ihre Hilfe!
Liebe Grüße Bruno

03.04.2004 22:50 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
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03.04.2004 22:50 Zitieren Zitieren

Vielen Dank für diese sehr ausführliche Antwort, ich finde es ausgesprochen gut dass sie ihre Freizeit opfern um anderen Menschen zu helfen.
Ich fande den Gedanken den Sie ansprachen sehr interessant, ob ich vielleicht Abstoßung in meiner Kindheit erfahren habe. Ich war früher überhaupt kein Gruppenläufer. Im Kindergarten hatte ich einen Freund und eine Freundin mit denen ich meine Zeit verbracht habe. Mein sehr starkes Interesse an technischen Dingen zeigte sich schon von frühester Kindheit an und somit fanden es viele vielleicht komisch dass ich lieber irgendwelche Geräte auseinandergeschraubt habe anstatt mit Playmobil o.ä. zu spielen. In der Grundschule (1. Klasse) habe ich mich mit dem Freund angefreundet, der seit 2 Jahren eine Freundin hat. Ansonsten wurde ich von andern als etwas anders angesehen. Ab dem Gymnasium änderte sich das. Ich konnte in den naturwissenschaftlichen Fächern mein Können unter Beweis stellen und andere von meinen Interessen überzeugen. Auch konnte ich andere gut zum lachen bringen (leider teils auf Kosten anderer; auf der einen Seite wurde ich anerkannt und auf der anderen für meine Art gehasst). Während den weiteren Jahren (6,7 Klasse) fuhr ich liebend gerne ins Meßdinerzeltlager und genoss es mit allen Leuten Kontakt zu haben und von dem ein- oder anderen Mädchen gemocht oder vielleicht sogar verehrt zu werden. Ich musste mich zu der Zeit immer in den Mittelpunkt stellen, beispielsweise bestand ich darauf, eine Show im Lager zu moderieren.
Mitlerweile bin ich ein Schüler wie jeder andere auch, höre von vielen Menschen dass ich sehr nett bin und habe zu fast allen in der Stufe Kontakt. Auch wenn ich früher nicht von der großen Gruppe angenommen wurde wie andere Kinder, fühlte ich mich nicht eine Sekunde in meinem Leben allein, da ich immer festere Freunde hatte.
Das einzige was mal war, war bei einem Open-Air-Festival. Da wurde ich von einigen "Dorf-Raudis" blöd angemacht und bin dann schleunigst gegangen. Ich bin immer sehr scheu was öffentliche Veranstaltungen hier in dieser Ecke angeht; ich vermute das kommt von diesem einen Schlüsselerlebnis.
Familiär ist bei uns immer alles in trockenen Tüchern gewesen, da habe ich mit größter Wahrscheinlichkeit keine traumatischen Erfahrungen (wenn man das so nennen kann) gemacht.
In meiner Zeit wo ich Ansehen gewann, gab es auch einige Mädchen, mit denen die Möglichkeit bestand, etwas "anzufangen". Dazu ist es komischerweise nie gekommen, warum weiss ich nicht. Ich lernte vor gut 2 Jahren ein Mädchen kennen, welches ich interessant fand. Eines abends sagte sie mir, das sie glaube, dass sie sich in mich verliebt hat. Ich machte ihr mein Interesse an ihr klar. Im Grunde hätte ich sie einfach Küssen können und wir wären zusammen gewesen, aber ich tat das merkwürdigerweise nicht. Ich bin irgendwie ein Mensch, der viel in seinen Träumen lebt. Immer wenn ich kurz vorm Ziel war, hörte ich auf und träumte mir den Rest zusammen. Ist das nicht merkwürdig?
Und mir fällt nochwas ein. Als meine letzte Freundin nach kurzer Zeit mit mir schluss machte, bin ich auf dem Rückweg nach Hause furchtbar angefangen zu weinen und dass den ganzen Tag über. In den Folgetagen kam es dann und wann noch einmal vor, dass ich kurz ein paar Tränen vergießen musste. Nach einigen Tagen war der größte Schmerz dann überstanden. Bei der anderen, meine Schulfreundin, die mich nicht haben wollte, weinte ich so gut wie gar nicht. Als sie mir sagte, dass sie jemand anders hat, wurde ich unglaublich wütend und agressiv, nicht aber traurig. Wie passt das ins Bild?
Es tut mir leid, dass ich so viel schreibe, aber ich würde nichts lieber als diese Sache in den Griff bekommen.
Ich bin zimlich empfindlich, was das verhalten anderer gegeüber mir angeht. Ich fühle mich schnell ausgeschlossen (auch wenn dieses von anderen vielleicht gar nicht so gewollt ist) oder aber fühle mich kurzzeitig richtig gut, z.B. wenn ein hübsches Mädchen grüßt oder wenn andere interesse an meinen Interessen oder meiner Meinung zeigen. Ich denke dass das vielleicht mit meinem Selbstwertgefühl zusammenhängt?!?
Zu allerletzt hätte ich noch eine Frage, deren Antwort ich in keinem Buch und auf keiner Internetseite finden konnte.
Dieses körperliche Reagieren auf psychische Belastungen, insbesondere meine Übelkeitsattacken, wie stellt sich das ein und wann verschwindet es wieder? Kann man hier von einer Neurose sprechen?
Vielen Dank nochmals für ihre Hilfe!
Liebe Grüße Bruno
Lieber Bruno, deine Antwort gibt mir die Bestaetigung, dass ich mit meiner Vermutung ziemlich richtig lag, dass sich hinter deinem selbstsicheren Aeusseren ein sehr empfindsamer Mensch verbirgt. Nochmal zu deiner Frage:
Wir sind nicht einfach nur ein Produkt unserer Eltern und unseres Umfelds, sondern jeder Mensch kommt mit einem ganz ureigenen Charakter zur Welt, der dann gewissermassen vorgibt, wie wir auf bestimmte Bedingungen unserer Umwelt reagieren. Man kann das zum Beispiel daran erkennen, dass Geschwister, die in den selben Familienverhaeltnissen aufwachsen, trotzdem unterschiedliche Verhaltensweisen entwickeln. Du schreibst, dass du schon frueh ein ausgepraegtes technisches Interesse gezeigt hast, und dich durch diese Begeisterung von anderen Jungen deines Alters unterschieden hast. Du warst neugierig, wie Dinge beschaffen sind und wie sie funktionieren, und konntest dich auf diese Weise offenbar stundenlang allein mit dir selbst beschaeftigen. Als dann dieses technische und naturwissenschaftliche Interesse auf dem Gymnasium gefragt war, verschaffte dir diese Neigung, die dich bisher von Gleichaltrigen ein Stueck isoliert hatte, ploetzlich Anerkennung.
Du hattest ausserdem dann noch herausgefunden, dass man seinen sozialen Status in der Klasse dadurch erhoehen kann, dass man witzige, ironische Bemerkungen macht, ueber die andere lachen. Du hast dann ja auch deine Hemmungen soweit ueberwunden, dass du es darauf angelegt hast, im Mittelpunkt zu stehen und von anderen gesehen zu werden. Aber, wie du gemerkt hast, besteht doch ein Unterschied zwischen der "oeffentlichen Person" und dem sehr privaten Bruno, der nicht recht weiss, wie er mit Maedchen umgehen soll. Ich nehme mal an, dass du in deiner Familie ohne Schwestern und Kusinen im annaehernd gleichen Alter aufgewachsen bist, sodass dir einfach auch ein ganzes Stueck Erfahrung im Umgang mit dem anderen Geschlecht fehlt. Wenn dein Umfeld sehr religioes gepraegt war, koennten dazu noch besondere Hemmungen und Schamgefuehle herruehren. Darum hast du dir vermutlich ein "Happy End" eher herbeigetraeumt, als dich zu trauen, aktiv zu werden.
Um so zu reagieren, wie du, muss man nicht unbedingt neurotisch sein, schliesslich stehst du ja gerade erst an der Schwelle zum Erwachsenenalter und hast noch viele Erfahrungen positiver und negativer Art vor dir, aus denen du lernen kannst. Weinen ist nichts, dessen man sich genieren muesste (obwohl es in unserem Kulturkreis immer noch ein Stueck als "unmaennlich" gilt - zum Glueck aendert sich das ein bisschen!). Weinen ist ein Ventil der Psyche, um zumindest einen Teil des Schmerzes oder der Traurigkeit herauszulassen. Die Wut, die du beim zweiten Mal gefuehlt hast, ist auch ein Ausdruck des Schmerzes, aber diesmal etwas mehr nach aussen und weniger nach innen gerichtet. Diese Gefuehle bei sich wahrzunehmen ist gut, "was draussen ist, ist draussen", aber alles kommt eben nicht heraus, sondern macht sich dann auf andere Weise bemerkbar, zum Beispiel als Koerpersymptom. In deinem Fall hat dein Magen reagiert, bei einem anderen waere es vielleicht ein Hautausschlag gewesen, das ist bei jedem Menschen verschieden. Du kannst davon ausgehen, dass du aller Wahrscheinlichkeit nach allmaehlich weniger heftig reagierst, aber nur, wenn du "trainierst", es also wagst, wieder Erfahrungen mit Maedchen zu sammeln. Allmaehlich werden sich deine seelischen Antennen genauer auf diejenigen Maedchen ausrichten, die auf der gleichen Wellenlaenge senden wie du. Das wird vielleicht noch nicht die naechste Frau sein, die du attraktiv findest, aber mit jeder neuen Erfahrung lernst du und auch traurige oder schmerzliche Erfahrungen sind fuer die eigene Reifung wichtig!

Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

 
 

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