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11.01.2004 01:47 Zitieren Zitieren

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11.01.2004 01:47 Zitieren Zitieren

Misshandlung von kleinem Kind

Hallo,

ich weiß nicht, ob mein Thema hier ins Forum passt, aber ich schreibe es einfach mal, weil ich mein Entsetzen irgendwie ausdrücken muss.
Ihr habt doch bestimmt alle von der schrecklichen Tat gehört, ein 3-jähriges, armes Kind wird auf einer Toilette misshandelt und halbtot aufgefunden. Ich find diese Tat so furchtbar schrecklich, ich kann es einfach nicht fassen. Ich selber bin eigentlich ziemlich hartgesotten, wenn ich Fernsehberichte über Vergewaltigung usw. höre, dann kann ich auf Durchzug schalten, obwohl das auch nicht richtig ist. Aber bei dieser Tat war ich zum ersten Mal total entsetzt und einfach nur erschüttert. Ich habe absolut kein Verständnis für so eine schreckliche Tat. Wie kann man denn so krank sein und ein kleines Kind so schrecklich behandeln u. es zu Tode quälen. Als ich das Bild von dem völlig entstellten kleinen Kind im TV gesehen habe, da kamen mir die Tränen in die Augen und mir kommen auch jetzt wieder Tränen, wenn ich das hier schreibe. Ich weiß nicht, was in den Köpfen von den beiden vorging, die diese Verbrechen begangen haben? Was haben die sich dabei gedacht? Wie kann eine Mutter ihr eigenes Kind so quälen. Mir tut das Kind so unendlich leid, ich bin so traurig darüber!

Wenn ich darüber nachdenke, dann muss ich wieder weinen. Wie soll man die Täter bestrafen? Ich habe keine Ahnung! Todesstrafe? Viel zu lasch. Quälen sollte man die beiden, ganz ehrlich, sie sollten das gleiche Leid erfahren, wie das Kleine.
Und was wird jetzt aus dem Fall? Die beiden werden ins Gefängnis kommen, aber wie lange? 3-4 Jahre? Und dann sind sie wieder frei? Ich kanns nicht fassen. Ich finde das so traurig und schlimm!

Ich weiß nicht, wie man so grausam sein kann, ich weiß es einfach nicht...........

Sabine, 18 Jahre

13.01.2004 22:59 Zitieren Zitieren

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13.01.2004 22:59 Zitieren Zitieren

Liebe Sabine, Menschen, die solche Verbrechen begehen, sind abnorme Persoenlichkeiten, die bestimmte emotionale Reifungsstufen nicht durchlaufen haben. In solchen sadistischen Misshandlungen oder Vergewaltigungen geht es um Hass, Minderwertigkeits- und Ohnmachtsgefuehle, die nicht in sich selbst verarbeitet, sondern gegen ein wehrloses Opfer gerichtet werden. Entweder wird ein solches Opfer regelrecht gesucht, um diese Gefuehle abzureagieren, oder sie brechen auf, wenn der Taeter einem Wesen (Mensch oder Tier) begegnet, das durch irgendwelche Merkmale (Hilflosigkeit) oder Umstaende (Alleinsein) diese unterdrueckten Gefuehle beim Taeter triggert. Die Taeter erleben, wenn sie ihr Opfer quaelen, fuer kurze Zeit ein lustvolles, berauschendes Allmachtsgefuehl, was im Gegensatz zu ihrem normalen schlechten Selbstwertgefuehl steht.
Menschen, die kleine Kinder so misshandeln oder toeten, sind meistens als Kinder selbst schwer seelisch und/oder koerperlich misshandelt worden. Sie haben keine Gewissensinstanz entwickeln koennen, habe keine Frustrationstoleranz und ihnen fehlt das seelische Handwerkszeug, unlustvolle Erfahrungen angemessen zu verarbeiten. So staut sich alles in ihnen auf, bis es sich wie in einem Rausch durch ihr sadistisches Handeln entlaedt. Hinterher haben sie kein schlechtes Gewissen, sondern verdraengen das Erlebnis entweder sofort oder rechtfertigen ihr Tun, in dem sie behaupten, sie seien provoziert worden.
Ich habe einige Zeit in einer psychiatrischen Abteilung fuer psychisch kranke Kriminelle gearbeitet. Dort waren mehre Maenner untergebracht, die grauenvolle Morde begangen hatten. Sie waren durchweg unscheinbar, im Verhalten eher unterwuerfig, selbstmitleidig, und hatten keinerlei Unrechtsbewusstsein, sondern sahen sich als Opfer widriger Umstaende.
Dieses mangelnde Unrechtsbewusstsein und Sich-selbst-als-unschuldig-verfolgt-Erleben verhindern leider, dass solche Taeter einer wirksamen psychotherapeutischen Behandlung zugaenglich sind. Ich bin gegen die Todesstrafe, die Deutschland auf die gleiche Stufe archaisch-rachsuechtiger Mentalitaet mit Staaten wie Saudiarabien, Nordkorea und Texas bringen wuerde. Ich denke allerdings, dass die Gesellschaft vor Menschen, die bewiesen haben, dass sie zu solchen Taten faehig sind, geschuetzt werden muss. Haftstrafen, die nach Ableistung von 2/3 der Zeit wegen guter Fuehrung ausgesetzt werden, sind sicher keine Loesung. Eine Wiederholungsgefahr besteht ja nicht im Gefaengnis, sondern draussen, daher sollten solche Taeter nach Ende ihrer Haft in Sicherheitsverwahrung.
Mit freundlichen Gruessen, Dr. Karin Anderson

 
 

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