Community

Foren-Suche

Login

Forum > Forum

Tausche dich hier mit der Pointer-Community über Fragen zu Uni und Studium, Job, Ausbildung und Freizeit aus. Das Pointer-Forum wird moderiert, weshalb die Beiträge zeitverzögert online gehen.

15.11.2003 14:42 Zitieren Zitieren

Unbekannt
Pointer-User

15.11.2003 14:42 Zitieren Zitieren

Was ist mit mir los? Hilfe!

Hallo!
Ich bin 19 Jahre,weiblich, fange im April an zu studieren.
Seit einigen Wochen habe ich permanent Probleme. Ich bin oft extrem traurig, ohne Gund oder sehr nervös und hibbelig.
Manchmal weine ich stundenlang, ich freue mich auf gar nichts und finde es schwer zu anderen Kontakt aufzunehmen, sehne mich aber gleichzeitig danach.
In letzter zeit musste ich viele Entscheidungen treffen, aber ich habe immer Angst etwas so zu wählen, dass ich es hinterher bereuen könnte. Ich kann für einige Wochen ins Ausland, wo ich auch schon mal war und was mich damals absolut glücklich gemacht hat. jetzt habe ich das gefühl ich halte es dort nicht aus und habe Panik, erwache nachts daeurnd mit furchtbarem herzrasen. Gleichzeitig habe ich Angst die reise abzusagen und das Gefühl meine Familie ständig zu enttäuschen und zu belasten.Und wieder Angst etwas zu tun was ich bereuen könnte. ich stelle mich selber immer unter Druck und bringe nichts mehr auf die reihe, auch wenn ich eigentlich möchte. Ich fühle mich von allen unverstanden und schäme mich sehr darüber zu reden. Bitte helfen Sie mir. Was kann ich tun?

28.11.2003 02:18 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

28.11.2003 02:18 Zitieren Zitieren

Liebe Unbekannt, du brauchst dich wirklich nicht wegen deiner Schwierigkeiten zu schaemen. Was du beschreibst, sind die Symptome einer Depression, die vermutlich durch innere Konflikte ausgeloest wurde. Du beschreibst ja, dass du dich gerade in einer Schwellensituation befindest, dem Uebergang vom Elternhaus zum unabhaengigen Erwachsenenleben. Damit sind, wie du ja auch andeutest, viele wichtige Entscheidungen faellig: der Auszug in eine eigene Wohnung, eine WG oder ins Studentenheim, moeglicherweise verbunden mit einem Ortswechsel, die Entscheidung fuer einen spaeteren Beruf mit Wahl des passenden Studiums, das Zurechtfinden an der Uni, das eigene Wirtschaften ohne “Hotel Mama” und vieles andere mehr. Alle diese Entscheidungen bedeuten nicht nur den Schritt in etwas Neues und Unbekanntes, sondern vor allem auch eine Menge Trennungen von Gewohntem und Sicherem. Auch wenn du dich als Teenager vielleicht schon ziemlich erwachsen gefuehlt hast, die Eltern haben dir vermutlich in Wirklichkeit doch noch vieles abgenommen, du brauchtest die Verantwortung fuer dein eigenes Leben noch nicht zu uebernehmen. Aus dieser sicheren Position heraus ist auch ein laengerer Auslandsaufenthalt keine echte Trennung, du kehrtest ja hinterher ins Elternhaus zurueck und hast wieder in der Familie gelebt. Wenn du als Studentin ins Ausland gehst, sieht die Sache fuer dich emotional ganz anders aus. Du bist jetzt keine “organisierte” Austauschschuelerin mehr, sondern eine unabhaengige Erwachsene, die fuer sich selbst sorgen muss.
Alle Schwellensituationen im Leben (Auszug aus dem Elternhaus, Beginn der Berufstaetigkeit, Heirat, 1.Kind, Auszug der Kinder, Ausscheiden aus dem Berufsleben, usw.) sind mit einer seelischen Krise verbunden, auch wenn man sie vielleicht sehnlichst erwartet hat. In dieser Krise liegen der Wunsch nach dem Neuen mit der Angst vor dem Unbekannten im Widerstreit. Dieser Konflikt fuehrt oft zu einer Depression mit Niedergeschlagenheit, Selbstzweifeln, Panikgefuehlen und Versagensaengsten, wie du sie ja auch schilderst. Verschaerft wird so eine depressive Verstimmung dann auch noch dadurch, dass du offenbar einen hohen Anspruch an dich stellt, das Gefuehl hast, andere zu enttaeuschen und alles 100%ig richtig machen willst.
Drei Dinge moechte ich dir empfehlen: 1. Schaem dich nicht, dein Zustand ist keine Schwaeche, sondern eine typische reaktive Depression, die in Schwellensituationen haeufig auftritt. Du solltest deinen Zustand nicht verheimlichen, sondern mit deiner Familie und deinen Freunden darueber reden. 2. Geh als Sofortmassnahme zu einem Arzt (Hausarzt oder Nervenarzt) und lass dir ein Medikament gegen deine Depression verschreiben. Damit kannst du die Sache dann ruhiger angehen und stehst nicht mehr so unter Druck. 3. Wende dich an einen aerztlichen oder psychologischen Psychotherapeuten (Gelbe Seiten oder Liste bei deiner Krankenkasse erhaeltlich) und vereinbare einige Therapiesitzungen. Vermutlich wirst du mit wenigen Stunden auskommen. Diese Kurztherapie wird dir helfen, deine widerspruechlichen Gefuehle besser zu verstehen und deine Schwellenaengste zu ueberwinden.
Ich wuensche dir fuer deine Zukunft alles Gute und druecke dir den Daumen fuer deinen geplanten Auslandsaufenthalt,
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

Aktuell im Forum gelesen

Thema / Erstellt von

Letzter Beitrag

Antw.

Hits

26.06.2015 um 15:33
von Unregistriert Direkt zum letzten Beitrag springen

3

632

29.09.2016 um 15:53
von Tara Direkt zum letzten Beitrag springen

1

5.452

04.07.2014 um 08:28
von someda Direkt zum letzten Beitrag springen

4

978

02.05.2014 um 13:31
von Finsch Direkt zum letzten Beitrag springen

14

1.052

11.09.2005 um 22:49
von Dr. Karin AndersonExpoerte Direkt zum letzten Beitrag springen

5

619

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung