Community

Foren-Suche

Login

Forum > Help-Forum

In diesem Forum kannst du nur lesen, nicht mehr neu posten. Hier geht es zum neuen Pointer-Forum, wo du dich über Fragen zu Uni und Studium, Job, Ausbildung und Freizeit austauschen kannst.

01.06.2003 00:20 Zitieren Zitieren

Lea
Gast

01.06.2003 00:20 Zitieren Zitieren

SVV und Essstörungen

Hallo,
ich gehöre hier vielleicht nicht mehr ganz hin - ich bin 23 Jahre alt und habe seit 5 Jahren meine eigene Wohnung - trotzdem bin ich verzweilfelt unf hoffe hier hilfe zu finden.
Ich ritze mit Unterbrechungen seit ca. meinem 16 Lebensjahr. Wenn ich darüber nachdenke, fällt mir ein, dass ich mir schon immer als Kind kleinere Wunden zugezogen habe und mein größter Wusnch war mal einen Unfall zu haben - was ich auch immer durch leichtsinnige Aktionen veruschter herbeizuführen. Mit 16 habe ich das erstemal bewusst geritzt, eigentich wollte ich mich umbringen, aber ich traute mich nciht so tief zu schneiden (grund waren Probleme mit meiner damaligen Freundin und der Familie) Hörte damals aber schnell wieder auf, da miene Mutter Fragen stellte. Mit 18 habe ich wieder angefangen, durch Probleme mit meinem Freund und Mobbing im Job). schon hier wurde das ritzen stärker bzw. tiefer als damals (hatte damals eher gekratzt). Nach einer aufgedrängten Therapie, die mir eigentlich gar nicht gebracht hat hörte ich trotzedem wieder auf - war wohl doch auch eher ein Hilfeschrei an ihn.
Naja, erschreckenderweise fing ich im Dezember 2001 wieder an zu ritzen, diesmal so stark, dass ich auch Narben zurückbehalten habe. Es war eine mir unbekannte brutalität mirgegenüber damit verbunden.Außderm hörte ich auf zu essen, ich nahme innerhalb von wenigen Monaten über 20 Kilo ab. Das regelmäßige ritzen hörte im Sommer 2002 auf, das hungern ging weiter, sogar Abführmittel habe ich eingenommen.
Leider habe ich das Hungern auf Dauer nicht druchgehalten und habe extrem zugenommen, ich fühle mich furchtbar.Obwohl ich imemr noch versuche darauf zu achten was ich esse (fettarm, wenig kalorien usw.) nehem ich immer weiter zu. Gibt es irgendeine Möglichkeit dem entgegenzuwirken? Gibt es einen Weg aus dem ständigen Denken ans Essen hinaus? Schon morgens beim aufwachen kreisen miene Gedanken ums essen, ich kann an nchts anderes denken - das bringt mich fast um den Verstand. Manchmal fange ich wieder an nur ganz wenig zu essen, um wieder dünner zu werden. Ich bin jedesmal schockiert über mich selber, wenn ich merke was ich da eigentlich tue. Auch kommt immer mal wieder der starke Drang zum ritezn druch, dem ich auch nciht immer wiederstehen kann. Gerade letzte Woche habe ich mir wieder heftig zugesetzt. Gibt es irgeneinem WEg aus diesen Teufelskreis heruas ohne wieder eine Therapie machen zu müssen? Mir ist das alles so unangenehm, ich kann mit niemanden darüber reden!
Enschuldigung, wenn es etwas länger geworden ist, aber jetzt geht es mir auch schon besser.

10.06.2003 22:27 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

10.06.2003 22:27 Zitieren Zitieren

Liebe Lea, ich finde es gut, dass du so ausfuehrlich ueber deine Probleme schreibst. Ich kann mir so viel besser vorstellen, was bei dir los ist. Deine Schilderung, wie sich deine seelischen Symptome entwickelt haben, ist sehr typisch fuer Maedchen und junge Frauen, die sich selbst verletzen (diese Stoerung kommt bei Jungen sehr viel seltener vor).
Du sagst, dass du schon als Kind damit angefangen hast, dir kleine Wunden zuzufuegen, und dass du dich seit dem 16. Lebensjahr mit Unterbrechungen bewusst selbst verletzt. Du beschreibst, dass solche Selbstverletzungen durch Ritzen oder Schneiden immer dann ausgeloest wurden, wenn du traurig oder wuetend warst, verlassen und enttaeuscht gefuehlt hast. Du sagst auch, dass die Staerke dieser Attacken zugenommen hat, und dass ausserdem weitere Symptome dazugekommen sind, die deinen Koerper als Angriffsziel haben (Essstoerungen).
Du deutest an, dass du schon als kleines Maedchen am liebsten einen Unfall erlitten haettest. Weisst du noch, was du damals fuer eine Fantasie bei dieser Vorstellung hattest? Hast du gehofft, dass du damit mehr Aufmerksamkeit von deinen Eltern bekommen wuerdest? Oder dass deine Eltern dadurch von eigenen Problemen abgelenkt wuerden? Oder hast du gemeint, dass du eine “Bestrafung” verdienst? Wie war eure Familiensituation damals?
Selbstverletzendes Verhalten hat immer etwas mit der Familiensituation zu tun, z. B. mit staendigerm Streit zwischen den Eltern und Ueberforderung der Kinder durch diese Art Familienklima. Oder, schlimmer, die haeusliche Atmosphaere wird durch Gewalt gepraegt wie koerperliche und seelische Misshandlungen oder sexueller Missbrauch.
Betroffene Maedchen und Frauen haben nicht gelernt, traurige, wuetende, enttaeuschte Gefuehle auf gesunde Weise auszudruecken. Oft nehmen sie diese “negativen” Gefuehle nicht einmal mehr wahr, sondern empfinden nur Leere, Spannung und Entfremdung von sich selbst. Indem sie sich selbst Wunden zufuegen, durchbrechen sie diese unertraeglichen Empfindungen und die Spannung laesst nach - bis zur naechsten seelische Belastung.
Hungern und Ueberessen sind andere Symptome fuer die gleiche Problematik. Auch sie haben die eigene Person als Angriffsziel und schaedigen Koerper und Seele.
Liebe Lea, auch wenn deine erste therapeutische Erfahrung offenbar unbefriedigend war - eine qualifizierte Psychotherapie ist meiner Meinung nach der aussichtsreichste Weg, um deine schwerwiegenden Probleme zu ueberwinden. Deine Situation hat sich ja gegenueber damals sehr veraendert. Mittlerweile bist du erwachsen und kannst selbst die Weichen fuer eine Behandlung stellen. Du must dich nicht mehr zu einem Therapeuten schicken lassen, dir nichts mehr aufdraengen lassen.
Damals, mit 18, haben andere ueber dich bestimmt. Du selbst warst offenbar noch nicht soweit und konntest dich dem Therapeuten gegenueber nicht ausreichend oeffnen. Es hat sich kein Vertrauen und keine gute Arbeitsatmosphaere bilden koennen. Jetzt sind die Voraussetzungen anders. Du kannst selbst entscheiden. Du kannst dir eine Therapeutin (oder einen Therapeuten) selber aussuchen, die dir sympathisch ist und mit der du dir eine Zusammenarbeit vorstellen kannst. Nur unter diesen Bedingungen ist eine erfolgreiche Therapie moeglich und erfolgversprechend.
Bitte warte nicht zu lange. Deine Symptome, das hast du ja gesehen, verschwinden leider nicht von allein oder aufgrund von guten Vorsaetzen. Sie veraendern allenfalls ihren Charakter oder treten zeitweise in den Hintergrund. Bis zur naechsten seelischen Krise. Dann sind sie wieder da und vielleicht sogar noch schlimmer. Also, trau dich und such dir die Hilfe, die dir wirklich helfen kann!
Ich habe bewusst darauf verzichtet, dir Links zu Selbsthife-Websites zu nenne. Alle derartigen Websites, die ich gesehen habe, sind meiner Meinung nach wenig hilfreich und eher dazu angetan, selbstverletzendes Verhalten zu verstaerken.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

 
 

Aktuell im Forum gelesen

Thema / Erstellt von

Letzter Beitrag

Antw.

Hits

16.05.2003 um 16:05
von me16 Direkt zum letzten Beitrag springen

3

1.102

28.05.2013 um 21:12
von Unregistriert Direkt zum letzten Beitrag springen

6

1.845

Schwanger trotz Unterhose? Seiten 1, 2, 3
Unregistriert

25.09.2013 um 18:46
von 24680 Direkt zum letzten Beitrag springen

30

83.004

11.11.2005 um 14:13
von Dr. Karin AndersonExpoerte Direkt zum letzten Beitrag springen

7

993

05.09.2011 um 10:28
von Unregistriert Direkt zum letzten Beitrag springen

2

1.062

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung