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22.02.2005 15:36 Zitieren Zitieren

Lena_1985
Pointer-User

22.02.2005 15:36 Zitieren Zitieren

Gemeinsamer Roman

Hey Rasmus, ich war schon öfter schriftstellerisch aktiv. Ich hätte schon Interesse daran, mit dir zusammen zu schreiben. Hast du schon angefangen? Schreib einfach mal und dann seh ich, was mir dazu einfällt. Hattest du an ein bestimmtes Genre gedacht, oder willst du erst mal einfach drauf los schreiben?

26.07.2005 17:59 Zitieren Zitieren

Lena_1985
Pointer-User

26.07.2005 17:59 Zitieren Zitieren

Ich glaub, der pennt noch.Hab nie mehr was von dem gehört.Schade eigentlich, hätte ganz lustig werden können...

28.07.2005 11:17 Zitieren Zitieren

ruckel610
Pointer-User

28.07.2005 11:17 Zitieren Zitieren

Zitat von =Lena_1985:
Ich glaub, der pennt noch.Hab nie mehr was von dem gehört.Schade eigentlich, hätte ganz lustig werden können...



hi lena,

da hast du vollkommen recht; hättest du vielleicht eine idee, wie man sowas angehen könnte? oder kennst du ein anderes forum, wo gemeinsam geschrieben wird?


gruß ruckel610

12.10.2005 17:42 Zitieren Zitieren

shortcut
Pointer-User

12.10.2005 17:42 Zitieren Zitieren

Tja, so wird das wohl nix mit eurem Roman... ;-)

14.10.2005 09:08 Zitieren Zitieren

Grit
Gast

14.10.2005 09:08 Zitieren Zitieren

Wenn jemand Lust hat, sollte er oder sie einfach einfachen...

14.10.2005 12:16 Zitieren Zitieren

KGRExpoerte
Pointer-Moderator

14.10.2005 12:16 Zitieren Zitieren

GRÜNGRAUBLAUE AUGEN

Sie waren wie Kinder. Sie nahmen Messer und ritzten sich nur so zum Spaß, bis es wehtat und blutete. Sie bestaunten das Blut und rieben ihre Wunden aneinander, eine Art Blutsbrüderschaft bildend. Sie banden sich Ketten um den Körper und rissen daran, bis das Eisen in die Haut schnitt. Sie waren stolz auf ihre Narben, die eigentümlicherweise immer dann zu schmerzen und wieder zu bluten begannen, wenn sie gelöst voneinander an verschiedenen Orten ihren Alltagsgeschäften nachgingen. Sie schickten kleine, vergiftete Pfeile durch das Telefon. Auch dieses Gift wirkte, wie jedes in kleinen Dosen verabreichte, eigentümlich berauschend und manchmal gar nicht so unangenehm. Sie begannen, sich vorsichtig selbst mit diesen für den anderen bestimmten Pfeilen zu ritzen, um wieder das Blut zu bestaunen, und sie fehlten sich so. Er wollte sich an ihr reiben, leicht blutend noch und eigentümlich berauscht durch den Gedanken an das mögliche Leben, das schmerzhaft-glückliche. Noch halb betäubt durch ihren Geruch und den des eigenen Blutes machte er ihr eines Tages einen Vorschlag: "Vielleicht sollten wir", sagte er zunächst zögerlich, dann mit fester werdender Stimme, während ein kleiner Blutstropfen aus einer Wunde hinter dem rechten Ohr quoll, "vielleicht sollten wir doch in den nächsten Tagen auf die Ketten verzichten und nur noch verbunden sein durch uns und elastische Bänder." Um nicht ganz schwerelos durch den freien Raum zu schießen, dachte er dabei, das schon trocknende Blut abtupfend. Und da nahm sie ihn bei der Hand, küsste ihn auf die fast schon verheilte Stelle rechts hinter dem Ohr, schlug ihm fast ein wenig zu heftig ins Gesicht und sagte: "Wie soll das gehen ohne die Ketten, die ich nicht mehr will?"
"Weiß ich auch nicht", sagte er und war doch nicht ehrlich, denn wegen der kaum verheilten Verletzung hatte er sich nicht getraut zu sagen: "Wir wissen jetzt, dass wir lebendig sind, denn wir bluten, wenn wir uns beißen oder schneiden. Und weil ich das jetzt weiß, will ich Dich, denn Du bist lebendig und ich lebe und so viel Leben potenziert sich ins Unendliche." Und dachte an gemeinsamen Weg durch das Gestrüpp, verbunden durch die Qualität elastischer Bänder, die sich dehnen können und deshalb nicht schneiden und doch nicht reißen, sollte einer links oder rechts vom schmalen Grat, der das Leben ist, zu fallen versuchen. Und er dachte an die Wärme ihres Körpers, die Handvoll Busen, die etwas zu großen Füße, dieses liebe und kluge Gesicht, und er dachte ganz flüchtig und vage an Kinder und die dann geglückte Kombination des Blutes, wenn man sich richtig aneinander reibt. "Es wird nicht gehen", sagte er laut und vernehmlich und mit der Lust am Verletzen und der Angst vor Verletzung durchs Telefon. "Es wird nicht gehen", sagte sie mit der Erinnerung an zukünftige Verletzungen. "Du hast recht", sagte er fast lustlos schon und dachte bei sich: Wir beide irren uns, und wir wissen das auch, aber wir werden es uns nicht verraten, weil wir keine Kinder mehr sind.

Es dauerte viele Jahre, bis sie sich zufällig wieder begegneten. Schon von fern erkannte er ihre hoch gewachsene Gestalt, sah den Mann an ihrer Seite und die beiden Kinder links und rechts. Es war zu spät, die Straßenseite zu wechseln, also gingen acht Personen aufeinander zu und aneinander vorbei und klares Erkennen in den Augen, sah sie ihn kurz an und er an ihr vorbei. "Wer war die Frau", fragte sein Jüngster, das Sensibelchen mit der Antenne für das kaum Wahrnehmbare. Er verbannte die Frage mit einem Blick in die verständigen, blaugrauen Augen des Kleinen und stellte beruhigt fest, dass seine Frau von alledem nichts bemerkt hatte. An der nächsten Straßenecke sah er sich verstohlen um und erkannte, dass auch sie sich umgedreht hatte und aus ihren grüngrauen Augen kurz herüberschaute.

Mit einem Griff hinter das rechte Ohr beseitigte er den kleinen Blutstropfen.

18.10.2005 15:28 Zitieren Zitieren

rincewind
Pointer-User

18.10.2005 15:28 Zitieren Zitieren

Extrem gut, mehr davon bitte. Nachdem Du ja hast so lange auf Dich warten lassen.

19.10.2005 13:57 Zitieren Zitieren

KGRExpoerte
Pointer-Moderator

19.10.2005 13:57 Zitieren Zitieren

Selber machen!

04.12.2005 14:42 Zitieren Zitieren

confusia
Pointer-User

04.12.2005 14:42 Zitieren Zitieren

Auweia, man entkommt ihm nicht...
Ich bin Selbstverletzer und dachte, mal ein Forum abseits dieses Themas gefunden zu haben... *grummel*

blinzeln

01.11.2006 11:01 Zitieren Zitieren

The unforgotten
Pointer-User

01.11.2006 11:01 Zitieren Zitieren

...
Mit einem Griff hinter das rechte Ohr beseitigte er den kleinen Blutstropfen.
Er streifte den dunkelrot glänzenden Tropfen mit seinen großen rauhen Arbeiterfinger ab. Zu ihrer Verwunderung schleckt er seine Finger ab, um den Geschmack ihres Blutes zu schmecken.
Daraufhin rastet sie total aus und beschimpft ihn als Blutdieb. Früher war sie auch so drauf. Aber sie hat sich geändert. Heute hasst sie so eteas. Sie drehte sich um und rannte davon.
Doch er folgte ihr unauffällig bis in den Wald hinein. Er sah, wie sie sich auf einen moosbewachsenen Baumstumpf setzte und die wärmenden Sonnenstrahlen in der kalten Morgenluft genoss.

 
 
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