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02.08.2006 18:10 Zitieren Zitieren

Gina
Gast

02.08.2006 18:10 Zitieren Zitieren

Phobie

Hallo!
Ich bin 17 und lebe in der Hauptstadt und
ich habe auch ein großes Problem und zwar leide ich an einer Hundephobie obwohl ich noch nie von einem Hund gebissen oder angegriffen wurde. Die macht mir wirklich zu schaffen, ich traue mich ja nicht einmal an kleinen Hunden vorbei. Ich krieg dann echt Panik und mein Kopf sagt mir "geh etwas zur Seite oder auf die andere Straßenseite". Das ist manchmal sogar für mich schon nervtötent. Das dumme ist, wenn ich nicht gerade die Straßenseite wechsel, dann gehe ich an den Hunden sogar teilweise vorbei mit ungefähr einem halben bis einen Meter Entfernung (zB wenn es einen Radweg gibt und auf der Fußgängerteil der Straße kommen Hunde in meine Richtung, dann gehe ich auf die andere Seite des Radweges obwohl das auch nur ein Meter Unterschied ist und dann fühle ich mich plötzlich sicher).
Hier in der Großstadt haben die meisten Leute auch kein Verständnis dafür, wenn ich den Hunden aus dem Weg gehe. Die kommen dann immer mit so dummen Sprüchen wie "der tut doch garnichts" usw. aber das hilft mir ja auch nicht, wenn die Herrchen dabei mich aggressiv und genervt anpflaumen. Meine Freundinnen die einen Hund besitzen sagen ja auch immer :"Wie kann man nur Angst vor Hunden haben? Die tun doch gar nichts.." Die Angst vor Hunden ist die einzige die ich habe. Auf ihre Frage antworte ich daher immer mit (meine Freundinnen haben u.a. Höhenangst, Platzangst, Angst vor Feuer) : "Du fragst wieso ich Angst vor Hunden habe obwohl ich nie ein schlechtes Erlebnis mit diesem Tier hatte? Ganz einfach: Erklär mir mal, wieso hast du denn Höhenangst, wenn du noch nie von der Höhe in die Tiefe gefallen bist?" oder " Wieso hast du Platzangst, wenn du noch nie in einem kleinen Raum eingesperrt wurdest?" oder "Wieso hast du Angst vor Feuer, wenn du noch nie in deinem Leben ein schlechtes Erlebnis mit Feuer gehabt hattest ode rjemals ein Streichholz in der Hand?" Doch da geben sie nie Antwort drauf, sind eher verblüfft, ignorieren es aber dann, da ihre Angst ja "normaler" ist als meine Angst vor Hunden. Sie sind ja der Ansicht mehr Menschen leiden an Höhenangst oder ähnlichem. Manchmla habe ich den Eindruck sie wollen mich gar nicht verstehen. Jeder mensch hat Ängste, alle Ängste scheinen für die als normal, außer eine Angst vor Hunden.
Und jetzt brauche ich ihre Hilfe: Haben Sie eine Idee, was ich gegen meine Hundephobie machen kann? Ich will nicht unbedingt in eine Therapie, sondern will versuchen das Problem alleine zu lösen.
Ich habe es schon probiert mit: Einfach Augen zu machen oder wegschauen, wenn ich an einem kleinen Hund vorbei laufe (Das hat auch geklappt, aber leider nicht bei großen)
Hunde einfach erstmal von weitem beobachten um ihre Reaktionen usw. einschätzen zu können

Aber das hilft alles irgendwie nichts, ich traue mich wirklich nicht nah an einen Hund. Ich habe sogar manchmal wenn ich auf der Straße dicht an Haustüren vorbeilaufe(n muss) totale Angst, dass jeden Moment jemand rauskommt und mit seinem Hund gassi gehen will. Das ist schonmal passiert, da habe ich mich total erschreckt, der hund hat angefangen zu bellen, das Herrchen mich angeschrien wieso ich mich vor einem Hund erschrecke, da der doch total brav ist und seitdem hat sich diese Angst irgendwie vergrößert, ich gehe echt schnell und mit andauernder Angst an Haustüren vorbei.

Ein freilaufender Hund, der auf mich zu rennt wäre absoluter Horror für mich, auch wenn er nur spielen will. Und einen Hund streicheln sowieso.

Ist das noch ein gesundes Maß an Angst? Bitte helfen Sie mir!!!

03.08.2006 17:48 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

03.08.2006 17:48 Zitieren Zitieren

Hallo Gina!Mir gehts auch so.Mir is aber schon öfter was passiert z.b wurd ich als Kind von einem in einer Ecke angebellt,mir is auch als Kind einer hinter her gerannt und die Leute die noch da waren haben sich ein abgelacht.All sowas,wenn ich einen Hund sehe denn krieg ich meistens richtig Panik egal wie groß oder klein der ist!Hab schon ziemlich heftige Umwege gemacht um nicht an einem vorbei zu laufen.Freunde von mir haben auch Hunde,bitte die denn immer sie villeicht aus dem Raum zu lassen.Mag einfach nicht diese hektischen Bewegungen von Hunden.Und da jeder Hund anders ist kann man die Phobie bestimmt nicht richtig überwinden,wenn du dir z.b einen Hund zulegst um das zu überwinden und der ganz lieb ist,kannst du dir trotzdem nie sicher sein ob die anderen Hunde den du begegnest auch so sind.Bei Höhe,Platzangst oder Angst vor Feuer weiß man immer worauf man sich einstellen muss wenn man mal da durch muss.Und bei Hunden is man sich nie sicher was die machen.

09.08.2006 22:31 Zitieren Zitieren

Gina
Gast

09.08.2006 22:31 Zitieren Zitieren

Hi!
Wenigstens scheine ich nicht die einzige zu sein, der es so geht.
Ja, das mit den hektischen Bewegungen, das ist wirklich schrecklich. Man weiß irgendwie nie wie man sich verhalten soll und irgendwann kommt dann richtig Panik dazu.
Angebellt wurde ich früher auch öfters obwohl ich nichts gemacht habe (vielleicht ist das mit einer der Gründe weshalb sich meine Angst immer weiter verstärkt hat!?!) . Doch die Besitzer kamen mit dem Kommentar: "Ach der tut doch nix." und dann wurde ich sehr oft ausgelacht deshalb.
Ich weiß garnict wie ich diese Angst noch in den Griff bekommen soll...

10.08.2006 04:50 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

10.08.2006 04:50 Zitieren Zitieren

Liebe Gina,
Eine Hundephobie ist wirklich nicht so selten! Viele Menschen moegen nur nicht gern darueber reden, weil sie die gleichen Reaktionen der Hundefreunde fuerchten, die du auch erlebt hast. Obwohl sich manchmal ein negatives Erlebnis in der Vergangenheit als Ausloeser einer Phobie finden laesst, ist das keineswegs immer der Fall, und Angst- und Panikgefuehle kommen auf, auch wenn der Verstand eigentlich sagt, dass diese Furcht unbegruendet oder zumindest uebertrieben ist.
Bei deiner Hundephobie wuerde ich von ueberproportional sprechen, denn alle Hunde sind ja nun mal keineswegs immer "lieb" und ausserdem spueren sie natuerlich auch deutlich deine Angst und dein Unbehagen (sie riechen es an deinem Schweiss) - daher dann das aufgeregte Gebell.
Wie bei allen Phobien kommt es immer darauf an, in welchem Mass die Angstgefuehle deine Lebensqualitaet einschraenken. Wenn es "nur" um ein staerkeres Unbehagen geht und du im Allgemeinen in der Lage bist, deine Hundephobie durch "Augen-zu-und durch" oder rechtzeitiges Ausweichen einigermassen zu beherrschen, kannst du versuchen, deine Angstbereitschaft durch Entspannungsuebungen wie z.B. das Autogene Training herabzusetzen.
Das AT, eine einfach erlernbare, aber sehr wirksame Selbsthypnosetechnik wird vielfach in Volkhochschulkursen angeboten. Ein preiswertes Selbsthilfebuechlein ist: "Autogenes Training" von Prof. Dr. Dietrich Langen (GU), das von der Stiftung Warentest als sehr empfehlenswert beurteilt wurde, und das ich auch fuer sehr gut halte.
Wenn die Hundephobie aber immer schlimmer wird und deine Aengste immer mehr in dein Leben eingreifen, z. B. wenn dich der Gedanke, ein Hund koennte ploetzlich aus einer Haustuer auf dich zuspringen, immer mehr in Panik versetzt und du deswegen vermeidest, ueberhaupt auf die Strasse zu gehen oder an Orte, wo Hunde sich aufhalten koennten, dann muesstest du dir doch fachmaennische Hilfe holen.
Bei Phobien halte ich eine Verhaltenstherapie fuer die geeigneteste psychotherapeutische Behandlungsmethode. Da eine solche Angststoerung Krankheitswert hat, wuerden die Kosten sicher auch von deiner Krankenkasse uebernommen werden.
Qualifizierte Verhaltenstherapeuten findest du in den Gelben Seiten entweder unter der Rubrik aerztliche Psychotherapeuten oder psychologische Psychotherapeuten. Wichtig ist, dass die Therapeutin oder der Therapeut eine Kassenzulassung hat, denn nur dann kannst du sicher sein, dass sie oder er die noetige Qualifikation besitzt.
Phobien sind ueberwindbar! Es ist aber wichtig, dass du bald etwas unternimmst, damit sich die Nervenverbindungen in deinem Gehirn nicht immer staerker auf die abnorme Angstbereitschaft einstellen, sondern entweder durch Entspannungtechniken oder Verhaltenstherapie umprogrammiert werden.
Ich bin sicher, dass du es schaffen kannst, genuegend Mut dazu hast du ja! Uebrigens finde ich deine schlagfertigen Gegenargumente auf die verstaendnislosen Bemerkungen deiner Freundinnen geradezu genial.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

 
 

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