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30.12.2006 00:17 Zitieren Zitieren

Ena
Pointer-User

30.12.2006 00:17 Zitieren Zitieren

help me?

hallo liebe community oder wer auch immer das hier lesen mag.

dieses forum heißt "help" und ja, ich suche hilfe. ich habe im moment nicht ein problem, sondern einen ganze menge davon. angefangen von schulproblemen, streitigkeiten in und mit der familie, mangelndes selbstbewusstsein und kontaktfähigkeit, dazu schulprobleme und diverse stimmungsschwankungen. so viel. zu viel

woher das alles?
das hauptproblem ist meine mutter. sie hält mich für den inhalt ihres lebens seit meine großmutter nach langer krankheit vor zwei jahren verstarb. nebenbei trinkt sie, ist selbst psychisch labil und hat eine art messiesyndrom. mir wächst von zeit zu zeit alles immer mal wieder über den kopf.

meine frage jetzt: soll ich eine therapie anfangen? ich neige zu wutausbrüchen, die ich gegen mich selbst richte. ich ritze mich dabei nicht, sondern schlage beispielsweise so oft gegen die wand, bis es mir weh tut. durch den schmerz spüre ich in gewisser weise auch, dass ich lebe.

oder würde eine therapie nix ändern? keine ahnung. alles so viel.

ena

31.01.2007 21:51 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

31.01.2007 21:51 Zitieren Zitieren

Liebe Ena,
Leider schreibst du nicht, wie alt du bist, ich schaetze mal um die 16 (bitte das Alter immer dazuschreiben!). Mich wundert nach deiner Beschreibung nicht, dass dir manchmal alles zu viel wird.
Wenn deine Mutter dich nach dem Tod deiner Grossmutter zu ihrem Lebensinhalt macht (sind deine Eltern eigentlich geschieden?), heisst das vermutlich, dass sie sich, anstatt eigene Interessen zu entwickeln und eigene Freundschaften zu pflegen, sehr auf dich konzentriert und irgendwie erwartet, dass du all ihre Beduerfnisse nach Zuneigung, Bestaetigung und Unterhaltung erfuellst.
Moechte sie deine "beste Freundin" sein? Erwartet sie von dir, dass du ihr "alles" erzaehlst? Hast du ein schlechtes Gewissen, wenn du sie allein laesst, weil sie sich dann verlassen fuehlt, Sorgen um dich macht - oder Alkohol trinkt? Hast du das Gefuehl, dass deine Mutter, nachdem sie ihre Mutter verloren hat, eigentlich von dir bemuttert werden moechte?
Dazu beschreibst du, dass deine Mutter nicht nur ein Problem mit dem Alkohol hat, sondern auch an einem Messy-Syndrom leidet. Kann sie nichts wegwerfen, hortet sie allemoeglichen ueberfluessigen Dinge, laesst sie alles herumliegen und ist nicht in der Lage, Ordnung zu schaffen? Ist es dir deswegen vielleicht sogar unangenehm, Freunde mit nach Hause zu bringen?
Beides, der Alkohol und das Messy-Syndrom, sind auf jeden Fall Zeichen von seelischen Schwierigkeiten, ebenso wie das "Klammern". Es waere sehr wichtig, dass sich deine Mutter therapeutische Hilfe sucht, um ihre Trauer um deine Grossmutter zu verarbeiten und die psychischen Probleme, die fuer ihre anderen Schwierigkeiten verantwortlich sind.
Deine Wutausbrueche und dein selbstverletzendes Verhalten sind natuerlich, wie du ja auch selber weisst, Symptome fuer den starken, seelischen Druck, dem du zuhause ausgesetzt bist. Zwar wuerde es dich sicherlich sehr entlasten, wenn deine Mutter ihre Schwierigkeiten mit Hilfe einer Therapie bewaeltigen koennte, und du solltest auch versuchen, ihr diesen Rat zu geben, aber es waere schon wichtig, dass du selbst eine Moeglichkeit findest, dir die noetige seelische Unterstuetzung zu holen, damit du bessere Strategien entwickeln kannst, um mit aggressiven Gefuehlen und Frustrationen umzugehen. Vor allem solltest du ja auch in die Lage sein, dich ohne Druck und Schuldgefuehle so von deiner Mutter abzunabeln, wie es fuer dein Alter und deine Entwicklung richtig und angemessen ist.
Daher finde ich deine Idee gut, dir therapeutische Hilfe zu holen. Wenn du ueber 15 bist, kannst du notfalls auch ohne Erlaubnis deiner Mutter mit deiner Versichertenkarte in eine psychotherapeutische Praxis gehen. Kassenzugelassene aerztliche oder psychologische Therapeuten findest du in den Gelben Seiten unter "Aerzte fuer Psychotherapeutische Medizin" oder unter "Psychologen". Du kannst dich auch bei deiner Krankenkasse danach erkundigen (viele Krankenkassen haben auch Links auf ihren Websites).
Ich wuensche dir alles Gute fuer deine Zukunft,
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

 
 

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