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31.12.2006 20:08 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

31.12.2006 20:08 Zitieren Zitieren

Ich werde mit der Situation nicht fertig :(

Am anfang dieses jahres wurde meine mutter sehr schwer krank. mein vater hatte mir erzählt dass sie sogar abends im bett liegt und weint weil sie nicht weis wie die zukunft aussieht. dann ist es so schlimm geworden dass sie in eine Klinik musste. meine mutter und die ärzte wollten nicht dass ich sie anfangs sehe...
dann ging es ihr nach 3 wochen etwas besser und sie musste nur noch jede woche dort hin. Ihre ganze haut war rot, alles ... sie musste morphium gegen die schmerzen nehmen und nahm durch kortison sehr zu. viele antibiotika musste sie pro tag schlucken und das schlimmste war, sie durfte nicht nach draußen in die sonne. Sie hat sich sehr verändert. Die atmosphäre früher war schön, familiär, klar auch nicht ohne probleme. der sommer war die schlimmste zeit ich habe sehr oft geweint. jetzt geht es ihr viel besser aber die schwere krankheit hat sie verändert,auch vom aussehen. ich weis wie schlimm und grausam es für meine mutter sein (gewesen)muss, sie hat ihren frust oft an mir ausgelassen. ihr geht es zwar nun besser aber es gibt jeden tag streit. ich habe oft das gefühl ich würde sie nur noch unglücklicher machen aber ich glaube sie hat mir seid anfang ihrer krankheit nicht mehr gesagt "ich hab dich lieb" oder mich in den arm genommen. den Dtreit halte ich nicht mehr aus, zu konflikten mit meinem vater kommt es dann auch ständig weil er zu meiner mutter hält. Kurz gefasst: Jeden tag nur Streit und schlechte laune! jetzt gerade ist silvester...wieder streit. ich feier alleine in meinem zimmer, mit meiner clique die vorhin vor der haustür stand um mich spontan zu einer party abzuholen durfte ich nicht. ich möchte wieder ein "richtig schönes leben".
ich gehe aufs gymnasium,alles ist gut aber er stress zu hause wirkt sich doch schon auf meine noten aus.

ich wei das hier ist ziemlich lang aber ich hoffe trotzdem auf antwort!
danke schön!

07.01.2007 00:32 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

07.01.2007 00:32 Zitieren Zitieren

ersteinmal möchte ich dir sagen, dass du dich, wie du ja selber auch weisst, in einer schwierigen situation befindest die, denke ich ,nur wenige menschen erfahren müssen.desshalb ist auf deinen hilferuf total schwer zu antworten...durch die starken medikamente und schmerzen ist deine mutter nicht mehr sie selbst und ads ist sicher erschreckend für dich. doch du solltest ihre 'wutausbrüche' nicht zu persönlich nehmen. sie liebt dich garantiert noch genauso wie vor der krankheit!aber sie ist einfach zu verzweifelt, dass ihr leben so schnell einfach umgekrempelt wurde, dass sie am lebsten nur noch schreien und weinen möchte...dass sie dich nicht mehr in den arm nimmt zeigt, dass sie jetzt erstmal zeit braucht um den schock zu verarbeiten...dir wird es sicher sehr, sehr schwer fallen aber vielleicht solltest du sie ersteinmal in ruhe lassen...ich weiss du willst sie bestimmt ständig trösten und ihr sagen, dass das balles wieder gut wird...ich würde das auch wollen...um dir weiter zu helfen wäre es doch ganz informativ was es denn genau für eine krankheit ist unter der deine mutter leidet...ich finde das auf jeden Fall total gut, dass hier auch mal wirklich ernsthafte fragen gestellt werden und nicht nur:meine brüste sind zu klein;mein arsch ist zu fett;...wenn diese menschen nur solche sachen interessieren, dann haben sie wahrscheinlich den wert der gesundheit und des lebens vergessen!......ich wünsche dir ganz ganz viel glück disen schwierigen teil deines lebens zu meistern!!!ich glaub an dich!...und gute besserung oder ein wunder an deine mama! gruß das mädchen mit hut

18.01.2007 02:10 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

18.01.2007 02:10 Zitieren Zitieren

Liebe...,
Ich habe dein Problem gelesen und werde dir, sobald ich Zeit habe, ausfuehrlich darauf antworten.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

26.01.2007 18:49 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

26.01.2007 18:49 Zitieren Zitieren

Liebe...,
Ich kann deine Situation sehr gut verstehen, denn ich weiss aus eigener Erfahrung, welch grosse seelische Belastung die schwere Erkrankung eines Familienmitglieds fuer die Angehoerigen darstellt
Weisst du eigentlich genau, an was fuer einer Erkrankung deine Mutter leidet und wie die Folgeerscheinungen dieser Krankheit sind? Nach deiner Beschreibung handelt es sich ja um eine moeglicherweise lebensbedrohende Krankheit, die mit schwersten medikamentoesen Geschuetzen behandelt werden muss. Diese Medikamente haben leider , so wirksam sie auch gegen Krankheiten sind, auch starke Nebenwirkungen. Die "rote Haut" deiner Mutter (voruebergehendes Austreten von Blut aus kleinsten Aederchen in der Haut), ihr veraendertes Ausehen infolge hoher Cortison-Dosen (Dickerwerden, rundes Gesicht), und ihre Ueberempfindlichkeit gegen Sonnenlicht sind ja nur einige dieser Nebenwirkungen.
Das Schlimmste an dieser ganzen Situation ist, dass jeder aus deiner Familie scheinbar mit seinen Gefuehlen allein fertigwerden muss. Deine Mutter muss sich mit ihrer lebensbedrohlichen Krankheit, einer moeglichen Behinderung und der Veraenderung ihres Koerpers und Aussehens auseinandersetzen, dein Vater muss sie troesten und unterstuetzen und kann sie nicht mit seiner eigenen Gefuehlen belasten. Beide Eltern sind so mit ihrer eigenen Trauer und Verzweiflung beschaeftigt, dass sie dich, auch wenn sie das sicher nicht beabsichtigen, mit deiner Angst und Not alleinlassen.
Sich mit dem Verlust seiner Gesundheit und einer moeglichen Verkuerzung seines Lebens auseinanderzusetzen ist ein schwieriger und langwieriger Prozess. Diese Trauerarbeit hat mehrere Phasen. Schock, Unglauben, Depression, und Wut (auf das Schicksal und alle, die gesund sind) wechseln einander ab, bis der Verlust schliesslich akzeptiert werden kann, und anstelle von Verzweiflung der Wille triit, alles zu tun, um aus dieser Situation das Beste fuer sich zu machen
Sich mit dem moeglichen Verlust seines Partners auseinanderzusetzen, seine ganze Lebensplanung aufzugeben, und die damit verbundenen Einschraenkungen zu akzeptieren, ist fuer deinen Vater ebenfalls sehr leidvoll. Zudem ist er ja auch noch derjenige, auf den sich deine Mutter stuetzen muss.
Du kannst das alles verstehen und nachvollziehen, aber du musst ja deine eigene Trauer verarbeiten und bleibst mit deiner Angst und Ungewissheit allein. Kein Wunder, dass das alles eine viel zu grosse Belastung fuer dich ist, und deine Zensuren darunter leiden. Auch wenn es schwer ist, bitte, versuch, die Reizbarkeit deiner Mutter, und ihre scheinbare "Blindheit" gegenueber deinen Noeten nicht auf dich zu beziehen. Du geraetst vor allem dadurch in die Rolle des Aerger-Objekts, weil du gerade da bist. Mit deiner Person hat das ueberhaupt nichts zu tun, und ich bin auch ganz sicher, dass deine Mutter dich sehr lieb hat. Sie laesst ihre gereizte Stimmung ab, und es fehlt ihr zur Zeit noch die Kraft, sich in deine Situation einfuehlen zu koennen. Das Gleiche gilt in anderer Weise fuer deinen Vater. So ungerecht das manchmal sein mag, er muss in dieser Situation tatsaechlich zu deiner Mutter halten. Es ist aber kein Wunder, dass du dich bei dieser Atmosphaere zuhause ungeliebt und "als 5. Rad am Wagen" fuehlst.
Du kannst aber etwas tun, um diese Situation zu aendern! Du kannst sie verbessern, sowohl fuer dich als auch fuer deine Eltern. Als Erstes, wenn du es nicht schon getan hast, informiere deine Lehrer ueber die Krankheit deiner Mutter. Wenn sie verstehen, warum du abgelenkt und unkonzentrierter bist als sonst, koennen sie mehr auf dich eingehen und dich auch besser unterstuetzen.
Zweitens, sprich mit deinen Freunden ueber deine Gefuehle. Du brauchst ein seelisches Ventil, du musst dich durch Darueberreden entlasten koennen, du brauchst Trost und Anteilnahme von "neutraler" Seite.
Und dann, sprich mit deinem Vater. Bitte ihn, dir ganz offen zu sagen, wie es mit der Krankheit deiner Mutter aussieht. Erklaere ihm, dass du alt genug bist, ueber diese Dinge Bescheid zu wissen, denn Ungewissheit macht erst Recht Angst. Frag ihn auch, wie es ihm in dieser Situation geht. Sag ihm, dass du weisst, wie schwer es fuer ihn ist, denn fuer dich ist es genauso schwer. Sag ihm, dass ihr zusammenhalten muesst. Nimm ihn ihn den Arm und sag ihm, dass du ihn lieb hast.
Und am wichtigsten, geh zu deiner Mutter. Auch wenn sie dich gerade mal wieder angemeckert oder ungerecht behandelt hat, sag ihr, du weisst, wie schwer es fuer sie ist!
NIMM SIE IN DEN ARM und SAG IHR, DASS DU SIE SEHR LIEB HAST! Ich kann dir aus eigener Erfahrung versichern, welchen Unterschied das fuer Eltern in so einer Situation macht. Ich werde naemlich nie vergessen, wie mich mein damals 14-jaehriger Sohn voellig ueberraschend in den Arm genommen hat, als ich in der gleichen Situation war wie dein Vater. Deine Eltern werden sich dann sicher wieder darauf besinnen, dass ihr eine Familie seid, die sich gegenseitig helfen kann, und nicht drei isolierte, traurige, aengstliche Individuen.
Es waere auch sehr gut, wenn deine Eltern offener miteinander und mit dir ueber die anstehenden Probleme sprechen koennten. Schwere Krankheiten als ein Tabu zu behandeln, schont den Kranken nicht wirklich, sondern belastet alle Beteiligten nur noch mehr.
Ich weiss, dass du und deine Eltern noch einen schweren Weg vor euch habt. Aber du kannst deiner Familie und dir selber helfen, den Trauerpanzer zu durchbrechen und wieder nach vorn zu schauen. Es gibt tatsaechlich Situationen, wo Kinder staerker sein koennen als ihre Eltern!
Ich wuensche dir und deiner Familie ganz viel Kraft und alles Gute,
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

 
 

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