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24.01.2007 21:26 Zitieren Zitieren

zweisteinchen
Pointer-User

24.01.2007 21:26 Zitieren Zitieren

Bin ich missbraucht worden und werde ich misshandelt?

Ich habe ein ganz großes Problem.

Vor etwa eineinhalb Jahren bin ich von einem Lehrer verbal bedrängt worden, über etwa sechs Wochen hinweg, dann hatten wir nach den Herbstferien eine Lehrerin, und ich habe es totgeschwiegen. Es hat mich jedoch ein halbes Jahr später wieder eingeholt, daraufhin hat mich eine Lehrerin gesprochen, die bemerkt hatte, dass es mir nicht gut ging und ich habe es ihr erzählt. Doch dann ist mir in den Osterferien noch etwa passiert: Ein Junge hat mich extrem bedrängt. Weil ich über das Thema "sexueller Missbrauch" sehr viel gelesen habe - zu viel, wahrscheinlich-, bin ich mir nicht sicher, ob ich sexuell missbraucht worden bin oder "nur" bedrängt. Wie kann diese Art von Missbrauch aussehen? Wenn es Missbrauch war, was kann ich tun, wenn ich den Täter anzeigen will? Er war, als das passiert ist, noch nicht vierzehn, kann ich ihn trotzdem anzeigen?

Nur die Lehrerin, der ich das mit dem Lehrer erzählt hatte, weiß von beidem, dass ich mich von dem Lehrer bedrängt gefühlt habe, weiß auch, dass mir in den Osterferien noch etwas passiert ist. Meinen Eltern habe ich nichts davon erzählt. Denn ... mein Vater ist ein sehr ungeduldiger Mensch, wenn ich mich mit meiner Mutter und/oder einer meiner kleinen Schwestern (zwei, 9 und 12 Jahre alt, ich bin fast 14) streite, verliert er manchmal die Geduld und ihm rutscht auch dann oft die Hand aus, mir gegenüber, um den Streit zu "schlichten". Weil sich diese Situationen wie ein Vertrauensbruch anfühlen, was sie ja auch sind, und ich meine Schwestern, die sich jetzt (vielleicht auch aufgrund des Alters) immer öfter mal mit meiner Mutter auseinandersetzen, habe ich Angst, dass die beiden auch später unter dem Verhalten meines Vaters zu leiden haben. Das will ich auf keinen Fall, und werde mich nach Kräften bemühen, damit das nicht passiert. Aber wie kann ich aus diesem Teufelskreis ausbrechen? War/ist das Kindesmisshandlung, was ich erlebe/erlebt habe?
Ich würde inzwischen am liebsten nicht mehr nach Hause gehen, aber in der Schule bleibenist ja auch unmöglich, und sicher fühle ich mich dort auch nicht, zwar haben wir den Lehrer, der mich bedrängt hat, nicht mehr, doch er unterrichtet noch an unserer Schule.
Die Lehrerin, der ich mich anvertraut hatte, hat mir sehr geholfen, das Durcheinander, das in meinem Kopf herrschte, ein bisschen zu ordnen. Sie hat mir auch gesagt, dass die Situation zu Hause ganz schnell geändert werden müsste - aber was soll ich machen?
Sie hat mir auch des öfteren geraten, mich an eine Beratungsstelle zu wenden - das habe ich bereits getan, aber gemerkt, dass es mir unmöglich ist, so sehr ich mir Mühe gebe, mich jemandem anzuvertrauen, den ich nicht kenne. Ich konnte kaum erzählen, warum ich gekommen war, und weil ich im Nachhinein eher enttäuscht war, ... seitdem vertraue ich -bis auf die Lehrerin- niemandem mehr.

War das Missbrauch, was ich erlebt habe? Bin ich misshandelt worden, werde ich misshandelt? Wie kann ich endlich ausbrechen?

25.01.2007 12:31 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

25.01.2007 12:31 Zitieren Zitieren

hilfreich wäre es wenn du geschrieben hättest was dir passiert ist

25.01.2007 20:59 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

25.01.2007 20:59 Zitieren Zitieren

Hey es wäre wirklich besser, wenn du erzählen würdest, was dein Lehrer genau gemacht hat, sonst kann man das sehr schwer einschätzen.

26.01.2007 15:10 Zitieren Zitieren

zweisteinchen
Pointer-User

26.01.2007 15:10 Zitieren Zitieren

...Das kann ich leider nicht ganz erzählen, weil ich mich nicht mehr richtig daran erinnern kann - schließlich sind es auch eineinhalb Jahre.
Was ich noch weiß, ist, dass es irgendwann darum ging, dass wir im Unterricht einen Film angucken wollten, und dafür brauchten wir einen Fernseher. Er, dieser Lehrer, meinte, er wolle mal nach einem suchen - "Und du kommst mal mit", hat er gesagt. Da ist dann die erste große Erinnerungslücke. Ich weiß, dass und wie ich über den Gang gerannt bin, zum Sekreteriat, und dass ich da war, nicht gesagt habe, dass ich Hilfe bräuchte und stattdessen, nachdem sich dieser Lehrer nach einem Fernseher erkundigt hatte, einfach wieder gegangen bin - obwohl ich das Gefühl hatte, ich würde sterben vor Angst.
Als nächstes erinnere ich mich an die Tür zum Klassenraum, dann daran, dass mein Tischnachbar sagte: "Du bist ja kreidebleich". Mehr weiß ich leider nicht mehr.
Zuvor hatte mich dieser Lehrer ausgefragt - ob ich die Klasse wiederholen würe, weil ich so "erwachsen" aussehe, wo ich wohnen würde, wie alt ich sei, und er hat mir laufend, auch im Unterricht, auf die Oberweite gestarrt. Die ganze Klasse, 15 Schüler (wir sind eine geteilte Klasse - eine Hälfte hat Latein, die andere Französisch) haben es gemerkt, haben es gesehen, dass es mir nicht gut ging, dass ich mich bedrängt fühlte - aber keiner hat was gesagt.

08.03.2007 01:07 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

08.03.2007 01:07 Zitieren Zitieren

Liebe Zweisternchen,
Was du erlebt hast (und noch erlebst) ist wirklich Missbrauch!
Dein Lehrer hat seine Autoritaet und den Umstand genutzt, dass du mit ihm allein warst. Er hat dir unzulaessige Fragen gestellt und dich dann so sehr bedraengt, dass du das Gefuehl hattest "vor Angst zu sterben". Dieser Schock war so stark, dass du die genaue Erinnerung an Einzelheiten dazu offenbar verdraengen musstest, um deine Seele zu schuetzen! Und mit dem Jungen hast du etwas spaeter eine aehnlich traumatische Erfahrung machen muessen!
In beiden Situationen hast du leider niemanden gehabt, bei dem du Zuflucht und tatkraeftige Hilfe finden konntest, denn zuhause erlebst du ja von deinem Vater ebenfalls koerperliche Gewalt und Einschuechterung - und deine Mutter ist scheinbar nicht faehig, dich zu schuetzen. Und dabei duerfen Eltern ihre Kinder nicht schlagen, das ist gesetzlich verboten!
Diese Erfahrung der Wehrlosigkeit hast du dann leider durch deine Erlebnisse mit dem Lehrer und dem Jungen, wiederholen muessen. Und wenn du zuhause keine Geborgenheit und Achtung kennengelernt hat, kannst du Staerkeren, die ihre Macht missbrauchen, auch meist nicht viel entgegensetzen!
Auch wenn deine Lehrerin sehr mitfuehlend und troestend war - auch sie hat dich (wie deine Mutter) nicht wirklich geschuetzt! Der Lehrer haette angezeigt und auf jeden Fall aus dem Schuldienst entlassen werden muessen, denn er hat seine Vertrauensposition in krimineller Weise missbraucht. Natuerlich ist es unangenehm, einen Kollegen anzuschuldigen, aber dieser Lehrer hat doch nicht nur dich schwer geschaedigt, sondern es ist auch mit Sicherheit anzunehmen, dass du nicht sein erstes - oder letztes - Opfer bist!
Liebe Zweisternchen, bitte versteh, dass du ein Recht auf Respekt und Achtung hast. Niemand darf deinen Koeper oder deine Seele verletzen. Aber du MUSST mit anderen ueber deine Erlebnisse reden, auch wenn es dir sehr, sehr schwer faellt. Du bist es dir schuldig, denn du willst doch aus der Opferrolle heraus, die man dir aufgezwungen hat. Wenn du diese Erlebnisse weiter bei dir behaeltst, kannst du nicht wirklich heilen und bist durch dein mangelndes Selbstwertgefuehl immer in Gefahr, von anderen ueberrollt, missachtet und missbraucht zu werden.
Sprich noch einmal mit der Lehrerin, es ist ihre Pflicht, das Verhalten ihres Kollegen bei der Schulleitung zu melden, aber vielleicht denkt sie, dass sie nicht weitersagen darf, was du ihr anvertraut hast. Oder sie hat nicht richtig verstanden, wie schwerwiegend diese Vorfaelle sind. Eine andere Anlaufstelle, die dir helfen kann, ist der Kinderschutzbund. Die Mitarbeiter dort sind erfahren im Umgang mit Missbrauch und kennen auch die Schwierigkeiten der Opfer, ueber ihre Erlebnisse zu sprechen.
Es ist aber auch deswegen so wichtig, dass deine schlimmen Erlebnisse bekannt werden, weil du damit wirklich verhindern kannst, dass die Taeter auch andere missbrauchen! Du moechtest nicht, dass deine kleinen Schwestern misshandelt werden und du moechtest sicher auch nicht, dass sich der Lehrer noch an anderen Maedchen vergreift.
Ich wuensche dir ganz viel Staerke und Mut!
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

 
 

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