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31.03.2007 19:08 Zitieren Zitieren

zweisteinchen
Pointer-User

31.03.2007 19:08 Zitieren Zitieren

Therapie...?! -&gt Wer, wie, wann, was?

Hi,
also ich hab da mal eine Frage an die von euch, die das lesen (Danke!) und schon eine Therapie hinter sich haben, um ein Trauma zu bewälitgen. Denn ich soll, weil ich nach mehreren Missbrauchssituationen mich mit einem Trauma herumschlagen muss, eine Therapie anfangen. Zumindest raten mir das sämtliche Personen, denne ich von meinen Erlebnissen erzählt habe. Ich weiß ja, dass sie Recht haben, un auch, dass ich nicht alleine damit fertig werde, mit den Bildern, Geräuschen, Wortfetzen und manchmal ganzen Erinnerungsbruchstücken... aber es fällt mir unheimlich schwer, mit jemandem zu reden, mit dem ich reden soll, wenn es mir schlecht geht. Deshalb würde mich interessieren, wie so eine Therapie eigentlich abläuft:
-Bekommt man, wenn man denn eine angefangen hat, einen festen Termin?
-Wie oft / wie regelmäßig (also z. B. alle 14 Tage/ jede Woche/...)?
-Muss man immer kommen, auch wenn man gerade nicht darüber reden will?
-Darf ich eine Therapie abbrechen, wenn mir partout ein Gedankengang oder eine bestimmte Art zu denken eingebläut wird, dieser aber für mich zu schmerzhaft ist, darf ich dann gehen und nicht mehr zu dem Therapeuten/der Therapeutin zurückkommen, auch wenn dieser glaubt, dass es jetzt falsch ist, die Therapie abzubrechen?
-Wenn nein, muss ich dann trotzdem wiederkommen, wenn ich die Therapie erst einmal angefangen habe?
-Gibt es auch eine "Therapieform", in der ich nur mit Fragen zu der Therapeutin/ dem Therapeuten kommen kann, und den Rest kann ich dann mit mir ausmachen, oder will sie/er dann wenigstens wissen, was ich dann mit mir ausmache, also was und wie ich denke? (Denn bisher (eineinhalb Jahre lang) habe ich das gut genug mit mir ausmachen können und verstehe inzwischen auch meine Reaktionen und Gefühle einigermaßen. Eine Freundin hat mir erzählt, dass eben genau das der Grundstein einer Therapie sei - Verständnis. [Stimmt das?])
-Muss ich ihr/ihm irgendetwas erzählen, wenn ich schon mitten in der Therapie bin und er/sie mir eine Frage stellt (z. B. "Wie genau sehen die Bilder aus, die du vor deinem geistigen Auge siehst?"blinzeln
- Welche Fragen werden überhaupt zu Anfang gestellt? Muss ich alle diese Fragen beantworten oder kann ich sagen, die Frage wäre mit zu persönlich?
- Müssen meine Eltern informiert werden, wenn ja, in welchem Fall? (z. B.: Ich habe einen Termin nicht eingehalten, die Therapie plötzlich abgebrochen, etc.)
- Sind Therapeuten meinen Eltern gegenüber immer noch an die Schweigepflicht gebunden, selbst wenn diese sich begründete Sorgen um mich machen?
- Wann, in welchem Fall, sind Therapeuten nicht mehr an ihre gesetzliche Schweigepflicht gebunden, ohne dass ich meine Zustimmung gegeben habe, dass er/sie etwas erzählt von dem, was ich gesagt habe? (außer wenn eine gerichtliche Verfügung oder Vorladung oder was auch immer vorliegt, hauptsache gerichtlich)
- Wie läuft das mit der Krankenversicherung? Ist eine wirkliche Therapie, nicht einfach nur eine Beratung, kostenlos?

Bitte antwortet mir auf meine Fragen, wenn ihr könnt, es ist mir wirklich sehr wichtig! Danke!
LG rote-Feder

03.09.2007 04:24 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

03.09.2007 04:24 Zitieren Zitieren

Liebes Zweisternchen,
Es ist gut, vor Beginn einer Therapie viele Fragen zu stellen und sich viele Informationen zu holen. Ich will versuchen, dir so gut wie moeglich auf deine Fragen zu antworten.

1. Du bekommst einen festen, regelmaessigen Therapietermin, der 1 bis 2 mal die Woche stattfindet. 14-taegige Termine geben Therapeuten im Allgemeinen nur dann, wenn ein Patient sehr weit weg wohnt oder wenn die Therapie bereits sehr weit fortgeschritten ist.

2. Termine sollten nur aus sehr dringenden Gruenden abgesagt werden (ausser bei vorher vereinbarten Ferien). Eine Therapie ist wie eine Medizin, sie kann nicht wirken, wenn sie nur unregelmaessig genommen wird. Ausserdem gibt dir der Therapeut ja einen festen Therapieplatz. Diese 50 Minuten sind nur fuer dich da, der Therapeut hat kein volles Wartezimmer, aus dem er einfach den naechsten Patienten holt, wenn jemand nicht erscheint, oder jemanden von seiner Warteliste einbestellen, wenn er noch gar keinen Therapieplatz zu vergeben hat.

3. Eine Therapie ist freiwillig und wirkt auch nur, wenn der Patient genuegend Vertrauen zu seinem Therapeuten hat und bereit ist, mitzuarbeiten. Ein guter Therapeut wird nie versuchen, dir einen "bestimmten Gedankengang einzublaeuen", er wird dir zuhoeren und dir helfen, deine Gedanken und Gefuehle zu sortieren. Er erwartet allerdings von dir, dass du mit ihm darueber sprichst, wie es dir mit der Therapie geht, wenn du dich unwohl fuehlst, oder wenn du ans Abbrechen denkst.

4. Eine Therapie findet nicht nur waehrend der Therapiesitzungen statt, sondern der seelische Veraenderungsprozess geht auch waehrend der therapiefreien Tage zwischen den Sitzungen weiter. Du arbeitest also immer auch einen grossen Teil allein an dir. Wichtig ist aber, dass du deinem Therapeuten mitteilst, was dir eingefallen, was du getraeumt, welche Fantasien du gehabt und was du in der Zwischenzeit erlebt hast. Denn die Therapiesitzung ist ja gerade der neutrale Raum, wo du dich angstfrei mit all diesen Dingen auseinandersetzen kannst, wo du seelische Unterstuetzung erhaeltst, um mit schwierigen Gefuehlen fertig zu werden.
Natuerlich darfst du viele Fragen stellen. Aber der Therapeut kann dir nur helfen, wenn er von dir auch erfaehrt, was diese Fragen und Antworten fuer dich bedeuten.

5. Ein Therapeut ist nicht daran interessiert, dir "Wuermer aus der Nase zu ziehen". Natuerlich wird er dir Fragen stellen, als Hilfestellung, um ueber etwas nachzudenken. Wenn du ihm nicht antworten willst, ist das deine Entscheidung. Er wird dich dann hoechstens fragen, welche Gefuehle seine Frage in dir ausgeloest hat. Grundsaetzlich ist es dir ueberlassen, worueber, wie lange oder ob du ueberhaupt ueber etwas reden willst.
Die meisten Fragen stellt der Therapeut waehrend der Vorgespraeche, bevor die eigentliche Therapie anfaengt. Diese Fragen dienen dem Kennenlernen. Er muss ja wissen, warum du eigentlich eine Therapie machen willst, und welche Probleme dir zusetzen. Ausserdem muss er die Daten deines Lebenslaufs kennen, also nach Eltern, Geschwistern, Grosseltern, Kindheit, Schule, Interessen, Freunden usw, fragen. Waehrend der Therapie werden Fragen nur gestellt, um Zusammenhaenge besser verstehen zu koennen, wenn du etwas berichtest. Der Therapeut erwartet von dir, dass du ueber das sprichst, was dich bewegt und was bei dir obenan ist, er gibt dir kein Thema vor.

6. Deine Eltern werden dann miteinbezogen, wenn du es ausdruecklich wuenschst. Bei Jugendlichen bestellt der Therapeut die Eltern oft am Anfang einmal ein, um ihnen zu erklaeren, wie eine Therapie ablaeuft, und ihnen die Moeglichkeit zu geben, sich zu informieren und Fragen zu stellen. Die Eltern sind naemlich oft sehr unsicher, haben Schuldgefuehle und Aengste. Ueber Therapieinhalte spricht der Therapeut aber nicht mit ihnen, er haelt sich an seine Schweigepflicht, es sei denn, du entbindest ihn davon. Das gilt auch fuer einen Therapieabbruch.

7. Die Krankenkassen uebernehmen die Therapiekosten dann, wenn eine krankheitswertige Stoerung vorliegt, und nicht etwa nur eine "Selbstfindung" angestrebt wird. Der Therapeut und der Patient muessen die Therapie beantragen, der Therapeut diesen Antrag mit einem ausfuehrlichen Gutachten begruenden. Dieses Gutachten wird nur von einem aerztlichen oder psychologischen Gutachter gelesen und beurteilt, nicht etwa von Sachbearbeitern der Krankenkassen.

8. Deine Frage, ob eine "richtige" Therapie denn nicht nur ein kostenloses Gespraech sein sollte - solche Gespraeche fuehrst du ja sicher mit genuegend Leuten, die du gern hast, oder die ein Interesse an dir haben. Bei einer Therapie bringt dir der Therapeut aber nicht nur Interesse und Verstaendnis entgegen, sondern er bietet dir seine ganze berufliche Kompetenz und Erfahrung an. Er hat eine lange und umfangreiche Ausbildung mit vielen Stunden Selbsterfahrung (eigener Therapie) hinter sich, und ist ein hochqualifizierter Fachmann(frau). Du darfst von ihm (oder ihr) zu Recht erwarten, dass du ueber alles reden darfst, dass er alles aushalten kann, sich nicht gekraenkt oder ueberrollt fuehlt, dass er dich nicht mit freundlichem Schulterklopfen oder gutgemeinten Ratschlaegen abspeist, usw.

Natuerlich bedeutet eine Therapie auch Arbeit, Muehe und gelegentlich traurige und schmerzhafte Gefuehle. Aber eine Therapie ist auch ein Ort, wo du dich wohlfuehlen kannst, wo du dich akzeptiert und aufgehoben fuehlst, weil du weisst, dass jemand uneingeschraenkt fuer dich da ist, dir zuhoert, dich unterstuetzt und dir hilft, deine Probleme zu meistern und dein Potential zu verwirklichen.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

 
 

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