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15.02.2007 02:02 Zitieren Zitieren

nataschenka
Pointer-User

15.02.2007 02:02 Zitieren Zitieren

Immer wieder rückfällig

Hallo
also ich ritze mich seit ich ca 12 bin also schon seit 6 Jahren. Ich hatte es eigentlich seit einem Jahr geschafft mich nicht mehr zu ritzen, wobei mir mein freund und meine 2 besten freundinnen geholfen haben. Meine Eltern haben zwar auch davon gewusst, aber es war ihnen unangenehm weil sie sowas als unnormal und abartig ansehen. Meine freundin, die das damals zufällig rausgekriegt hat, hat mich bei einer Lehrerin verpfiffen, wodurch meine Eltern Wind davon bekamen. Doch jetzt dürfen meine Eltern auf gar keinen Fall was mitbekommen weil mein Papa ist krebskrank und meine Mama muss sich um ihn kümmern und hat überhaupt keine Zeit mehr für uns 5. Wie soll ich mich denn verhalten wenn meine freunde das wieder rauskriegen ich kann meinen Eltern doch so eine Belastung nicht zumuten!!
Nataschenka

17.02.2007 09:41 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

17.02.2007 09:41 Zitieren Zitieren

Liebe Nataschenka,
Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie sehr bedrueckt und innerlich angespannt du dich fuehlen musst!
Als erstes moechte ich dir sagen, dass ich es sehr beachtlich finde, dass du es bereits einmal geschafft hattest, deine Neigung zur Selbstverletzung zu ueberwinden. Auch wenn damals aeusserer Druck durch deine Eltern dazu beitrug - du hast dich ja doch letztendlich selbst dazu entschlossen und hast es auch zulassen koennen, dass deine Freunde dir dabei halfen.
Dein jetziger Rueckfall ist angesicht der schwierigen Situation bei euch zuhause sehr verstaendlich. Du weisst auf der einen Seite, dass deine Eltern so mit der Krankheit deines Vaters beschaeftigt sein muessen, dass fuer dich und deine Geschwister keine Aufmerksamkeit mehr uebrig bleibt. Andererseits muss dieses Alleingelassenwerden aber ausser Hilflosigkeit und Trauer auch aergerliche Gefuehle ausloesen, die dir wahrscheinlich wiederum ein schlechtes Gewissen machen.
Solch innerer Zwiespalt, so eine starke innere Anspannung sind oft daran schuld, dass man in “altgewohnte” ungesunde Verhaltensweisen zurueckfaellt, weil die neuen, gesuenderen Bewaeltigungsmechanismen noch nicht stark genug verankert sind. Das gilt fuer selbstverletzende Verhaltensweisen ebenso, wie fuer Rauchen oder andere Suechte.
Was du aber bereits einmal geschafft hast, kannst du wieder schaffen! Deine Psyche und dein Koerper haben ja die Erinnerung an den Prozess des Aufhoerens gespeichert und die Nervenbahnen dafuer sind in deinem Gehirn bereits angelegt. Auch wenn du jetzt einen zeitweisen Rueckfall erlitten hast, dein Unbewusstes weiss ja, wie es den Hebel umlegen kann, und es wird daher diesmal einfacher fuer dich sein, mit dem Ritzen aufzuhoeren.
Ich sehe zwei Moeglichkeiten fuer dich, dich in deiner schwierigen Situation zu entlasten. Der erste Ansatz ist bei deinen Eltern. Wie genau sind deine Geschwister und du ueber die Krebserkrankung und die Prognose deines Vaters eigentlich informiert? Wird in der Familie darueber gesprochen oder unterliegt das Thema einem Tabu? Je weniger darueber geredet wird, je weniger Informationen ihr darueber habt, desto belastender muss die Situation fuer alle Beteiligten sein.
Fuer dich ist es sehr wichtig, aktiv zu werden und aus deiner Position der Hilflosigkeit herauszukommen. Daher biete deiner Mutter deine seelische Unterstuetzung an. Ich bin ganz sicher, dass deine Mutter dir fuer deine Hilfe dankbar sein wird. Biete ihr an, mit dir, als erwachsener Tochter, ueber ihre Aengste und Sorgen zu sprechen. So ein Austausch wuerde fuer euch beide ungeheuer entlastend sein und euch auch wieder naeher bringen!
Du solltest auch versuchen, mit deinem Vater zu sprechen. Wenn er sich darauf einlassen kann, lass ihn ueber seine Krankheit reden. Wenn er sich nicht so weit oeffnen kann, sprich mit ihm ueber schoene gemeinsame Erinnerungen. Ueber Dinge, die ihr zusammen erlebt habt. Ueber Dinge, die du an deinem Vater bewunderst, also ueber Dinge, die ein Band zwischen euch knuepfen. Fuer ihn ist es bestimmt wichtig, zu wissen, dass er in deinen Augen ein guter Vater ist, von dem du ein positives Bild in dir traegst.
Und ausserdem solltest du versuchen, den Zusammenhalt mit deinen Geschwistern zu verstaerken. Sie sind ja in derselben traurigen Situation wie du, und haben vielleicht noch weniger Moeglichkeiten, sich seelische Unterstuetzung bei Freunden oder sonstwo zu holen. Je juenger deine Geschwister sind, desto groesser ist wahrscheinlich ihre Angst und ihre Ungewissheit, denn sie wissen vielleicht noch weniger Bescheid, als du. Da ich nicht weiss, wie alt deine Geschwister sind, kann ich dir hier nicht mehr dazu raten. Aber du kennst sie ja, und weisst sicherlich am besten, wie du die einzelnen Brueder und Schwestern erreichen kannst.
Du wirst sehen, je mehr du fuer andere in deiner Familie tun kannst, desto weniger hilflos und isoliert wirst du dich fuehlen. Diese Zuwendung wird dich nicht etwa noch mehr belasten, sondern dich, im Gegenteil, staerker machen. So bitter und schwierig diese Zeit fuer dich ganz sicher auch ist, wenn du in dieser Weise aktiv wirst, kann daraus eine ungeheuer wichtige Lebenserfahrung fuer dich werden, die dich innerlich reifen laesst.
Und was du ausserdem jetzt wieder in Anspruch nehmen solltest, ist die Hilfe deiner Freunde. Sie werden bestimmt jetzt genauso wieder fuer dich da sein, wie damals, als es vordergruendig “nur” um das Ritzen ging. Sei ganz offen mit ihnen, sag ihnen auch, dass du in dieser Situation wieder einen Rueckfall hattest. Deine Freundin wird dich sicherlich nicht wieder “verpetzen” (was damals aber wohl das Richtige war!), denn der Sachverhalt ist ein anderer, und sie weiss, wie belastet deine Eltern sind. Und diesmal wirst du ausserdem auch in der Lage sein, es ohne Druck von aussen zu schaffen, damit aufzuhoeren.
Nimm dir deinen Rueckfall nicht uebel! Sieh ihn als Zeichen an, dass deine Seele dir zeigt, dass du etwas tun musst. Ich bin sicher, dass du es schaffen wirst, deine Hilflosigkeit zu ueberwinden und dich auf deine innere Staerke zu besinnen.
Ich wuensche dir alles Liebe und ganz viel Kraft,
Dr. Karin Anderson

 
 

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