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23.10.2008 21:00 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

23.10.2008 21:00 Zitieren Zitieren

schilddrüse?

hallo dr. anderson (und hallo an alle user Lächeln )

ich wende mich hier heute mit einem problem an sie, das mich fast in den wahnsinn treibt. ist eine lange story, ich bedanke mich im voraus dafür, dass sie sich zeit nehmen!

es begann vor ca. vier wochen. ich saß sonntags morgens am frühstückstisch und mir wurde plötzlich so komisch... es kribbelte am ganzen körper, ich hatte das gefühl, dass ich wohl gleich ohnmächtig würde. das gefühl kann man exakt so beschreiben, wie sich dieser moment anfühlt, kurz bevor man in eine narkose gleitet (also kurz bevor man das bewusstsein völlig verliert). es ist kein "schwindel" im sinne von drehschwindel o.ä., halt eben eher so ein ohnmachtsgefühl. habe mich dann hingelegt und meiner mutter bescheid gesagt.... passiert ist letztenendes aber nicht, ich habe nicht das bewusstsein verloren, es war halt immer kurz davor (gefühlstechnisch gesehen)...
das ganze hielt so ca. eine halbe stunde an, dass das gefühl immer mal wieder kam. aber passiert ist ernstlich nichts.
habe mir zunächst keine weiteren gedanken dazu gemacht und das mit einer synkope erklärt...
am montag ging es mir wunderbar, dienstag auf der arbeit jedoch erneut das gefühl... ich wehrte mich erfolgreich gegen die ohnmacht, aber es fühlte sich wirklich beängstigend an... ich habe mich dann zum arzt bringen lassen. noch während ich dem arzt die symptome beschrieb, hatte ich das gefühl wieder. er hat den blutdruck gemessen und festgestellt, dass dieser erhöht war (145 / 100)! er verordnete mir 2,5 mg ramipril zur blutdrucksenkung und erklärte den effekt mit einer hyperventilation, welche seiner meinung nach unbemerkt zuvor stattgefunden haben könnte... naja, musste ich ja erstmal glauben...
ich erntete einen krankenschein und überwachte in der woche sorgfältig meinen blutdruck... ich stellte fest, dass ich dieses ohnmachtsgefühl immer dann bekam, wenn sich mein unterer blutdruckwert der 100er marke näherte! während dessen hatte ich auch leichte sehstörungen, die sich nicht konkret erklären lassen. ich sehe keine doppelbilder, auch nicht verschwommen, vielmehr ist der gesamte seheindruck anders als gewohnt. ich nehme alles wahr, reagiere nicht verlangsamt oder so, sondern habe eher das gefühl, als sei mein kopf "hohl" und als müsse ich mich mehr konzentrieren beim gucken. schwer zu beschreiben halt... zudem hatte ich bei den attacken einen druck im gesamten kopf... so kündigten sich die attacken auch an... von hinten schlich sich ein leichter druck (nicht unbedingt als schmerz zu bezeichnen) in meinen kopf, der auch ohrenrauschen erzeugt und eben den etwas gestörten seheindruck... auch im halsbereich hatte ich ein druckgefühl...dann darauf das kribbeln mit dem gefühl gleich wegzutreten...
also wieder ab zum arzt, alles geschildert. sollte dann eine ganze tablette ramipril einnehmen, auf beta-blocker verzichtete er bewusst, weil ich auch eine schilddrüsen-unterfunktion habe, die ich gerade beginne zu behandeln (aber dazu später mehr)...
das ganze ging ein paar tage gut... der blutdruck stabilisierte sich bis auf wenige ausrutscher wieder, keine ohnmachtsattacken mehr... dann plötzlich mitten in der nacht: ich wurde wach, weil mein herz zu rasen begann! es pochte wie wild und ich hatte das gefühl, dass es mir aus der brust hüpfen wollte. mein blutdruck lag bei 160 / 120, puls bei 140! ich zitterte am ganzen körper wie beim schüttelfrost, aber ohne dass mir kalt war. panik machte sich breit, ich kam per eilboten in form eines rettungswagens ins krankenhaus...
dort wurde mir zusätzlich ein betablocker verordnet. und die ramipril auf morgens und abends je 1/2 tablette aufgeteilt... alles okay soweit, der blutdruck stabilisierte sich völlig!
zur ursachenabklärung, woher der hohe blutdruck kam, wurden meine inneren organe sonographiert, ebenso ein echokardiogramm und ein doppler meiner halsschlagadern gemacht. alles ohne befund soweit! prima, dachte ich, alles wunderbar. ekg`s waren allesamt bestens, was will man mehr?
ab nach hause, weiter selbst überwachen. blutdruck blieb in sehr guten werten, zunächst keine symptome mehr (nur sehr große müdigkeit, mein arzt meinte jedoch, dass das wohl normal sei anfangt, gerade wegen des beta-blockers, wir wollten das im auge behalten... recht hatte er, es gab sich mit der weile)...
dann plötzlich wieder wie angeflogen das ohnmachtsgefühl! ich hab schnell den blutdruck gemessen in der erwartung, erhöhte werte zu haben, aber nichts da! diesmal war alles anders! der blutdruck war vorbildlich! und das machte mir langsam angst!
also wieder zum arzt, überweisung zum neurologen, um die kopfgeschichte abklären zu lassen... dort muss ich am montag hin! der befund steht also noch aus!
und während ich nun so auf den termin warte, kommt ein symptom mehr zum anderen! und die symptome treten fast ausschließlich nachts bzw. in den morgenstunden auf (also immer, wenn man recht viel ruhe hat)! ich bin sehr nervös, habe das gefühl, dass mein herz rast, obwohl der puls mir was anderes sagt! ein kribbeln geht durch meinen körper, als würde leichter strom hindurch fließen, manchmal fühlen sich teile meines gesichts, meiner beine und arme an, als seien sie taub, wenn ich die entsprechenden körperteile bzw. die haut berühre, fühle ich alles ganz normal! ich komme durch die symptome kaum zum schlaf, die nervösität lässt mich einfach nicht entspannen... und: zumindest dieses symptom kenne ich von meiner schilddrüse her, und dazu möchte ich jetzt kommen (ich denke nämlich, dass das alles zusammenhängt!)...

meine autoimmune schilddrüsen-unterfunktion wurde im april diesen jahres diagnostiziert. auch eher zufällig. ich ging zu meiner frauenärztin, weil ich probleme mit meiner periode bekam. sie dauerte extrem lange und ständig hatte ich zwischen- und schmierblutungen. nach der untersuchung stand fest, dass keinerlei organische befunde vorlagen, keine myome o.ä.... also blutuntersuchung mit hormonstatus! und dabei wurde das festgestellt. also ab zum hausarzt um die hormone zu substituieren.... nicht ohne vorher noch ultraschall und szintigraphie machen zu lassen. keinerlei knoten o.ä., also nur die reine unterfunktion....
ich sollte also l-thyroxin einnehmen, einschleichend. anfangen mit 25µg, zwei wochen lang, dann je zwei wochen 50, 75 und letztlich 100µg... dann sollte eine kontrolle erfolgen. ich freute mich, dass ich die hormone gut zu vertragen schien, denn ich konnte zunächst so "durchwandern" mit der medikation! pustekuchen! ganz plötzlich bekam ich herzrhythmusstörungen vom feinsten, panikattacken, fast schon hyperaktivität, zittern der hände, kribbeln am körper, herzrasen.... ich erinnerte mich daran, was mein arzt meinte: "es könnte dazu kommen, dass ich symptome bekomme, die eigentlich für eine überfunktion typisch sind." und richtig: so war es.... ich sollte in dem falle die dosis wieder runtersetzen und danach langsamer erhöhen.... es kam aber soweit, dass ich wieder auf null war mit der dosis. erst dann erreichte ich einen erträglichen zustand... die symptome hörten nämlich einfach nicht auf...
nach einigen tagen ohne hormone ging ich wieder zu meinem arzt, um das weitere vorgehen zu besprechen. er schimpfte mit mir, weil ich wohl die hormone nicht ganz hätte abschaffen sollen, aber für mich war es wirklich unerträglich! ich fing also nun wieder an, diesmal jedoch mit 12,5µg, die ich für zunächst sechs unauffällige wochen ohne jeglichen beschwerden einnahm.... und noch während der geringen dosierung am ende der ersten sechs wochen trat der erste ohnmachtsanfall auf!!! zufall? ich erhöhte dennoch wie vereinbart die hormondosis auf 25µg....

was mich wundert ist, dass ich derartige beschwerden vorher niemals hatte. auch mein blutdruck war (trotz meines übergwichtes, zugegeben!) immer vorbildlich (habe desöfteren kontrolliert, ebenso wie meinen blutzucker. alles wunderbar gewesen)! keinerlei kopfschmerzen, ohrdruckprobleme, ohnmachtsgefühle o.ä.! wirklich erst alles nachdem ich anfing an der schilddrüse rumzudoktorn blinzeln ich weiß, dass es eine ernste erkrankung ist, die behandlung erfordert, aber ich habe langsam echt panik und bin verzweifelt....
psychisch bin ich ein stabiler mensch, mit zwar einige problemen, aber ich neige nicht zu depressionen. mein freundes- und familienkreis festigt und unterstützt mich sehr... ich bin mir ziemlich sicher, dass meine effekte keine psychische ursache haben, sondern rein gefühlsmäßig verdächtige ich die hormongeschichte als auslöser meiner ganzen misere. auch des erhöhten blutdrucks? wer weiß das schon? ausschließen kann ich es natürlich letztlich nicht, dass es doch alles psychischen ursprungs ist. dennoch möchte ich sicher gehen, dass keinerlei organische ursachen vorliegen, bevor ich daran glauben mag! denn der zeitpunkt, zu dem das alles begann, liegt mir zu verdächtig nahe an jenem, zu dem ich mit der hormontherapie begann....

was halten sie davon? ist es denkbar, dass auch die ohnmachtsattacken mit meiner unverträglichkeit gegenüber den hormonen zusammenhängt? und die plötzliche hypertonie? dieses "stromflussgefühl" und all die anderen symptome?

ich bin langsam echt am verzweifeln. was jetzt natürlich an psychischer belastung dazu kommt ist die angst davor, dass wieder symptome auftreten! und die nervliche belastung, mit dem dauersymptom, dem kribbeln, fertig zu werden, zu leben und zu arbeiten...

ausstehen tun jetzt noch die neurologische untersuchung und ein termin bei einem endokrinologen. bei letzterem hoffe ich noch kurzfristig einen termin zu bekommen. entschieden wird das nach dringlichkeit. ein regulärer termin wäre erst mitte nächsten jahres zu kriegen!!!! unglaublich, oder?

ich bin für jede hilfe, jeden erfahrungsbericht und jede vermutung dankbar!

ganz liebe grüße,
jenny

07.11.2008 22:55 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

07.11.2008 22:55 Zitieren Zitieren

Liebe Jenny,
Ich kann mir vorstellen, dass du dich mit diesen unerfreulichen und verwirrenden Symptomen sehr unwohl fuehlst. Mit meinem allgemein-internistischem Wissen als Nervenaerztin und Psychotherapeutin kann ich allerdings nur generell etwas dazu sagen.
Ich weiss, dass eine medikamentoese Einstellung auf eine Schilddruesenbehandlung immer einschleichend erfolgen, und in der Dosis sehr individuell auf den betreffenden Patienten abgestimmt werden muss, daher ist es sicher nicht ungewoehnlich, dass es eine Weile dauert, bis die richtige Dosierung fuer dich gefunden ist.
Da aber, wie du sagst, all diese Symptome erst nach Beginn deiner Behandlung mit L-Thyroxin angefangen haben, und mit moeglichen seltenen Nebenwirkungen des Medikaments, bzw. moeglichen Symptomen einer Ueberdosierung uebereinstimmen, kann ein Zusammenhang sicher nicht ausgeschlossen werden.
Wenn Medikamente verordnet werden, die, wie das Schilddruesenhormon, wesentliche Koerperfunktionen beeinflussen, ist es natuerlich schon auch moeglich, dass eine bisher unentdeckte andere Fehlfunktion ploetzlich erkennbare Symptome verursacht. Diese Moeglichkeit duerfte auf jeden Fall durch eine neurologische Untersuchung ausgeschlossen werden.
In Faellen, wo ein Patient besonders empfindlich auf Schilddruesenhormongaben reagiert, ist oft eine Einstellung in einer auf solche Hormonbehandlungen spezialisierten Klinik unter stationaeren Bedingungen und Beobachtung anzuraten.
Wichtig ist, dass nicht jedes deiner Symptome einzeln und fuer sich, sondern wirklich in der Zusammenschau gesehen und behandelt wird
In Anbetracht deiner doch sehr beeintraechtigenden Beschwerden solltest du darauf draengen, dass du rasch einen Termin bei dem Endokrinologen bekommst, der deine Symptome als Fachmann in ihrer Gesamtheit doch vielleicht schluessiger beurteilen kann.
LG, Dr. Karin Anderson

10.02.2009 11:10 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

10.02.2009 11:10 Zitieren Zitieren

Hallo Jenny....

mir geht es genau so ...jetzt seit einem JAhr..nur das ich die Syntome schon vorher hatte und dann erst bemerkt wurde das ich eine Unterfunktion habe...aber sonst geht es mir genau wie dir...ich weiß leider auch nicht weiter....aber würd mich ebenfalls sehr freuen wenn jemand mehr weiß...

Lg Jessi

30.05.2010 12:01 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

30.05.2010 12:01 Zitieren Zitieren

Hi,
Danke für die ausführliche Schilderung. Hast Du Ergenisse? Bitte unbedingt melden!
Gruß
Klaus

18.11.2011 13:27 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

18.11.2011 13:27 Zitieren Zitieren

Hallo Jenny,
danke für Deinen Bericht! Auch ich habe eine Hashimoto-Thyreoiditis. Und mir geht es ganz genauso wie Dir! Dieselben Symptome, das Kribbeln, Herzrasen, sogar Schmerzen überall....Ich hatte schon den Eindruck dass ich "allergisch" auf die Hormontabletten bin, was bestimmt nicht sein kann. Geht es Dir inzwischen besser? Hast Du eine Diagnose? Danke!
Liebe Grüße, Martina

 
 

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