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10.06.2007 00:35 Zitieren Zitieren

halina
Gast

10.06.2007 00:35 Zitieren Zitieren

ritzen

hallo...
ich hab ein problem...seit ungefähr einem monat ritze ich mich regelmäßig...ich fühle nichts mehr,ich hab immer für das gefühl gelebt,geliebt und gemocht zu werden und gebraucht zu werden,aber nun kommt nichts mehr bei mir an,ich lebe wie auf distanz ,wie betäubt..ich kann auch nicht mehr sagen wie es mir geht,ich fühl einfach nichts,nur leere..ich komm damit nicht klar und an manchen abenden wenn das gefühl immer schlimmer wird,greif ich zur schere und füge mir schmerzen zu..ich kann nicht genau sagen,warum ich nichts mehr fühle und schaff es auch nicht wieder darauszukommen.aber das gefühl kam so in der zeit wo ich mein praktikum gemacht habe,im kindergarten..ich wurde früher mehrere male intim angefasst gegen meinen willen und habe auch meine ganze kindheit davon geträumt und in angst gelebt,ich wollte das immer alleine schaffen und wollte keine hilfe haben,wobei es auch nicht gegangen wäre,da ich nicht will,dass meine eltern etwas davon wissen.doch im kindergarten haben die kinder immer meine nähe gesucht und mich auch angefasst und ich bin immer ausgeflippt und ich hatte diese angst in mir die immer hochkam,so wurde mir imme rmehr bewusst,dass ich es nicht alleine schaffe damit klarzukommen.dann wurde mir noch erzählt,dass meine ehemalige beste freundin vergewaltigt wurde und sich sogar umbringen wollte und ich hab von dem allen nichts mitbekommen,ich hab mir unendliche vorwürfe gemacht.dann zu letzt,habe ich einer meiner besten freundinnen total wehgetan und sie verletzt,wodurch auch sie sich geritzt hat und ich hab mir daran die schuld gegeben,da ich eine entscheidung getroffen hab mit der si enicht leben kann/konnte..und meine ganze klasse ist gegen mich und ich komm damit nich tklar immer in diesen raum zu kommen,wenn ich weiß ,dass wenn ich rausgehe alle schlecht über mich reden.nun hat meine mutter die wunden an meinem arm gesehen und macht mich nur noch fertig und verlangt eine erklärung.ich habe angst,dass wenn ich das erzähle,dass mir der kontakt zu meinen freunden verboten wird,außerdem weiß ich,dass meine eltern das mit dem gefühl nicht verstehen werden und mich für dumm verkaufen und das mit dem aus meiner kindheit darf/kann ich ihnen auch nicht sagen...ich würde am liebsten alles für mich behalten,nur wenn ich das tue,darf ich nicht mehr weg ...hmm,es ist mir schwer gefallen,dass alles niederzuschreiben,aber viellleicht verstehen sie mich ein bisschen und könnenn mir rat geben,wie ich da wieder rauskommen kann...danke schonmal im vorraus....
ihre halina

10.06.2007 19:28 Zitieren Zitieren

gast
Pointer-User

10.06.2007 19:28 Zitieren Zitieren

Hallo Halina!
Vor einem halben Jahr habe ich mich selber noch geritzt, von dem her kann ich glaub ziemlich gut verstehen wie du dich fühlst, dennoch ist es keine Lösung. Es macht eigentlich nur noch mehr Probleme, z.b. gerade das Eltern/Mitmenschen soetwas mitbekommen und dann dumme Fragen stellen. Was dir damals passiert ist ist natürlich schlimm und du solltest dir wirklich überlegen ob du nicht vielleicht doch dich jemandem anvertrauen willst, den sonst hast du immer diese "schwere Last" und kannst nie frei sein. Wenn du zu deinen Eltern kein so großes vertrauen hast oder eben denkst das sie dir nicht glauben würden kannst du dich auch an andere Personen wenden, es gibt z.B. kostenlose Hotlines bei Karitas etc. wo du über deine Probleme reden kannst. Versuch einfach ganz langsam in deinem Leben aufzureumen, geh z.B. zu einem Beratungsgespräch bei einem Psychater in deiner Nähe (kostet nichts und du musst auch nicht deine Eltern etwas davon erzählen).
Außerdem würde ich dir raten, dass du einfach lernst dich zu akzeptieren...außerdem wird es sicher menschen geben die dich nett finden und mögen, du musst ja nicht gleich der star der Klasse sein. Früher konnte ich mich selbst nicht leiden und hatte auch 2jahre lang keine richtigen Freunde, doch dann hab ich gelernt mich so zu akzeptieren wie ich bin und jetzt hab ich richtig gute Freunde gefunden. Es ist nicht alles ausweglos, "wenn du denkst es geht nicht mehr kommt von irgendwo ein Lichtlein her",kennst du vielleicht den Spruch.
Vielleicht konnte ich dir ja wenigstens ein bisschen Helfen, Viel Glück

11.06.2007 00:14 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

11.06.2007 00:14 Zitieren Zitieren

Liebe Halina,
Viele Menschen, die traumatische Erlebnisse in ihrer Kindheit erfahren haben, glauben, dass sie allein damit zurechtkommen koennen, wenn sie nur nicht "daran ruehren" und mit niemandem darueber sprechen. Diese weggesperrten Erinnerungen und Gefuehle gehen davon aber leider ebenso wenig "weg" wie ein infizierter Wundherd, der oberflaechlich mit einem Pflaster verschlossen wurde.
Irgendwann passiert dann doch etwas, das dich mit den erlittenen seelischen Verletzungen konfrontiert, und dann reisst das "Pflaster" ab, und die Wunde faengt an, schmerzhaft zu pochen und zu eitern. Deine Erfahrungen bei deinem Kindergartenpraktikum sind geradezu typisch dafuer. Das starke Anlehnungsbeduerfnis der kleinen Kinder, ihr Anschmiegen und Anfassen hat bei dir die innere Tuer geoeffnet, hinter der du deine Missbrauchserfahrungen versteckt hast und das verlorenes Vertrauen in deine koerperliche Unversehrbarkeit.
Diese Gefuehle der Angst, der ohnmaechtigen Wut und der Schutzlosigkeit sind jetzt alle hochgekommen und lassen sich nicht mehr verdraengen. Wie alle Opfer von Missbrauch leidest du ausserdem unter Schuldgefuehlen, als haettest du dir die damaligen Uebergriffe selbst zuzuschreiben oder aus irgendeinem Grund nichts Anderes verdient.
Durch diese irrationalen Schuldgefuehle siehst du nun die schwierigen Ereignisse im Zusammenhang mit deinen Freundinnen wie durch ein Vergroesserungsglas. Du schreibst dir die Verantwortung fuer etwas zu, was du in Wirklichkeit nicht zu verantworten hast. Wie solltest du etwas davon mitbekommen, wenn deine ehemalige beste Freundin vergewaltigt wurde und sich dann beinahe das Leben nehmen wollte? Hat sie nicht genauso wie du versucht, allein damit fertigzuwerden, ohne darueber zu reden und Hilfe zu suchen?
Und Entscheidungen, fuer die andere kein Verstaendnis haben oder die ihnen sogar wehtun, gehoeren immer zum Leben dazu. Du kannst dir nicht selber treu sein und deinen Weg gehen - und es gleichzeitig allen rechtmachen! Wenn deine Freundin sich ritzt, ist das zwar schlimm, aber doch ihre eigene Entscheidung.
Und glaubst du wirklich, dass alle in deiner Klasse gegen dich sind? Warum denn eigentlich? Dass sie alle schlecht ueber dich reden, sobald du nicht im Raum bist - bist du dir sicher, dass das nicht eher eine aengstliche Fantasie von dir ist, weil du selbst so hart mit dir ins Gericht gehst? Je schlechter du ueber dich selber denkst, desto eher befuerchtest du, dass andere genauso ueber dich denken!
Wenn deine Mutter dich lieb hat, musste sie natuerlich die Wunden an deinem Arm bemerken. Und welche Mutter, die sich Sorgen um ihr Kind macht, wuerde daraufhin nicht versuchen, darueber zu sprechen und eine Erklaerung zu finden? Sie moechte dir doch sicherlich helfen - waere es dir wirklich lieber, sie waere so unaufmerksam und gleichgueltig, dass sie auf dieses Alarmsignal nicht reagierte?
Kannst du es nicht jetzt vielleicht doch ueber dich bringen, deinen Eltern ueber die Vorfaelle zu erzaehlen? Befuerchtest du, dass sie dir nicht glauben koennen - oder wollen? Auch wenn die Uebergriffe durch ein Familienmitglied geschehen sein sollten, es waere fuer dich und deine Eltern besser, wenn sie Bescheid wuessten und dich dann besser verstehen koennten.
Du hast ja erst seit kurzem mit dem Selbstverletzen angefangen, daraus ist noch keine eingefahrene Reaktionsweise geworden. Du hast jetzt die Moeglichkeit, zu lernen, auf gesuendere Weise mit deinen schlimmen Erfahrungen und Gefuehlen umzugehen. Dazu gehoert, sich anderen zu offenbaren, damit "der Eiter endlich abfliessen" und die Wunden heilen koennen.
Bitte nimm deine Erfahrungen beim Praktikum als Anlass, nicht mehr das Unmoegliche zu versuchen und alles zu verdraengen. Du siehst ja, dass deine Seele sich dagegen wehrt und dir durch Symptome wie das Ritzen klarzumachen versucht, dass du jetzt wirklich etwas fuer dich tun musst.
Dazu sind Gespraeche mit einer Psychotherapeutin (oder einem Psychotherapeuten) am besten geeignet. Genauso, wie du mit einer koerperlichen Wunde, die nicht heilen will, zum Arzt gehen wuerdest, solltest du dich mit einer seelischen Verletzung an einen Therapeuten wenden. Die Kosten dieser Behandlung werden von der Krankenkasse uebernommen.
Bitte, geh den Schritt, hab den Mut, dir helfen zu lassen. Den Anfang hast du ja bereits gemacht, indem du an unser Forum geschrieben hast. Du moechtest ja sicherlich wieder unbefangen mit den Nahebeduerfnissen von Menschen umgehen koennen, die du gern hast, oder die deiner Fuersorge anvertraut sind. Du darfst es nicht zulassen, dass deine frueheren Missbrauchserfahrungen dir dabei im Weg stehen!
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

 
 

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