Community

Foren-Suche

Login

Forum > Help-Forum

In diesem Forum kannst du nur lesen, nicht mehr neu posten. Hier geht es zum neuen Pointer-Forum, wo du dich über Fragen zu Uni und Studium, Job, Ausbildung und Freizeit austauschen kannst.

21.07.2009 15:32 Zitieren Zitieren

Maren
Pointer-User

21.07.2009 15:32 Zitieren Zitieren

Bin ich verliebt????????!

Liebe Frau Dr. Anderson,

ich weiß mir im Moment nicht anders zu helfen, als Ihnen zu schreiben. Ich mache seit ca. einem jahr eine ambulante Psychotherapie wegen Angststörung mit Agoraphobie, Depressionen, multipler Persönlichkeitsstörungen(z.B. emotionale instabile Persönlichkeit). War in der Kindheit mehrere Male sexuellen Übergriffen ausgestzt. Habe seit mehreren Jahren nur noch sehr selten Sex mit meinem Mann(2-3 mal im Jahr), weil ich kaum noch Lust empfinde und auch noch nie zum Orgasmus kam.Bin verheiratet und habe zwei Kinder, die schon reichlich pubertieren. Nehme seit Jahren verschiedene Psychopharmaka (Schlaftabletten (der Produktname wurde entfernt. Bitte nennt keine Produktnamen im Forum - Anmerkung der Moderatorin ))
Nun mein Problem: Ich komme mit meiner Psychotherapeutin super klar, habe zu ihr vollstes Vertrauen. Die Therapeutin/Patienten Beziehung ist absolut deutlich rein Therapiegebunden. Seit zwei Tagen geht sie mir aber nicht mehr aus dem Kopf. Ich habe total wirre Gefühle, welche ich nicht einordnen kann, was sie bedeuten. Sehe ich sie plötzlich mehr als Frau? Ich habe Phantasien, das wir uns näher kommen. Kann nur noch an sie denken, stöbere im Internet nach Informationen nach ihr. Habe Gefühle im Bauch, wie damals, als ich mich in meinen Mann verliebte. Ich weiß, das ich nur noch diese Woche eine Therapiestunde bei ihr habe, sie dann für 2 Wochen im Urlaub ist. Dann habe ich noch Mal 15 Stunden, die mir neu gewährt wurden von der Kasse. Hatte Anfang des Jahres Probleme mit SSV. Sie und ich haben schriftlich einen Vertrag, gemacht, wenn ich es wieder tue, bedeutet das den Abbruch der Therapie. Ich weiß diese neuen Gefühle nicht einzuordnen und habe das Gefühl, das ich deswegen wieder kurz davor bin, SSV an den Tag zu legen. Vor allem müsste ich dann auch meinem Mann irgendwie erklären, warum ich es wieder getan habe. Weiß im Moment nicht weiter. Wäre über eine rasche Antwort von Ihnen sehr dankbar.

LG,
Maren

02.08.2009 11:52 Zitieren Zitieren

Serena
Gast

02.08.2009 11:52 Zitieren Zitieren

Wie ist es denn weitergegangen?

03.08.2009 17:04 Zitieren Zitieren

HarryBo
Gast

03.08.2009 17:04 Zitieren Zitieren

jA GENAU; ERZÄHL MAL.

06.08.2009 02:31 Zitieren Zitieren

Merle
Gast

06.08.2009 02:31 Zitieren Zitieren

Was ist denn nun passiert?

06.08.2009 23:23 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

06.08.2009 23:23 Zitieren Zitieren

Liebe Maren,
Ich kann mir gut vorstellen, dass diese ploetzlichen intensiven Gefuehle und Fantasien fuer Ihre Therapeutin Ihnen Angst machen und Sie verwirren. Bitte, nehmen Sie sich diese Empfindungen nicht uebel und bitte, glauben Sie nicht, irgendetwas sei unnormal oder laufe verkehrt.
Intensive, auch erotisch getoente Liebesgefuehle dem Therapeuten koennen waehrend einer analytischen oder tiefenpsychologisch fundierten Therapie durchaus phasenweise auftreten, das kommt gar nicht selten vor.
Gerade, weil Sie eine gute, vertrauensvolle Beziehung zu Ihrer Therapeutin haben, gerade weil Sie sich bei ihr gut aufgehoben und von ihr verstanden fuehlen, gerade, weil Sie ein Defizit an Liebe und Geborgenheit in Ihrer Kindheit erlebt haben (und es anscheinend in Ihrer Ehe derzeit auch daran mangelt), ist es naheliegend, dass diese unerfuellten Sehnsuechte durch die therapeutische Arbeit ans Tageslicht kommen.
Wenn solch kindliche Gefuehle aus der Tiefe Ihres Unbewussten aufsteigen, passiert es aber sehr leicht, dass sie von Ihrem Erwachsenenbewusstsein mit einem Zeitsprung, naemlich "erwachsen", eingeordnet und so interpretiert werden, als handele es sich dabei um reife, erwachsene Liebesgefuehle Ihrer Therapeutin gegenueber. Dies ist aber nicht der Fall, es ist eine Fehleinschaetzung ihres Erwachsenenbewusstseins.
Wichtig - und Zeichen eines Therapiefortschritts (!) - ist, dass diese intensiven Wuensche und Sehnsuechte, die das kleine Maedchen offenbar wegsperren musste, um die bedrueckende Realitaet aushalten zu koennen, jetzt herausduerfen und angesehen und empfunden werden doennen. Fruehe Gefuehle sind nicht "ordentlich", sondern koennen sehr intensiv und ueberwaeltigend sein. Sie zuzulassen und bewusst zu erleben, ist immer ein Schritt voran!
Bitte, sprechen Sie mit Ihrer Therapeutin ueber Ihre Gefuehle und Fantasien, Sie muessen sich dafuer nicht schaemen. Liebesgefuehle sind etwas Zartes und Positives, egal unter welchen Umstaenden sie zustandekommen. Ihre Therapeutin, die ja offfenbar qualifiziert und kompetent ist, wird diese Gefuehle richtig einordnen koennen und Ihnen helfen, sie (und sich) besser zu verstehen. Der therapeutische Prozess wird dadurch vorangebracht und Sie werden innerlich ein Stueck mit Ihrer Arbeit an sich selbst weiterkommen.
Gefuehle, die waehrend des Therapieprozesses entstehen, gehoeren ins therapeutische Setting und sollten auch dort gelassen werden. Daher waere es wenig sinnvoll, mit ihrem Partner darueber zu sprechen. Ihr Mann waere damit ganz sicher voellig ueberfordert., Sie brauchen ihm nicht zu "beichten", es geht nicht um ihn.
Also, lassen Sie sich nicht zu sehr erschrecken, sondern sprechen Sie mit ihrer Therapeutin diese Dinge so schnell wie moeglich an, wenn sie aus ihrem Urlaub zurueck ist. Bis dahin sollten Sie versuchen, aufzuschreiben, was Sie bewegt, vielleicht in einer Art Tagebuch (vor allem auch eventuelle Traeume waehrend der Therapiepause).
Ich wuerde Ihnen aber sehr empfehlen, diese Aufzeichnungen nachher nicht einfach Ihrer Therapeutin in die Hand zu druecken. In die Therapiesitzung gehoert das gesprochene Wort, das unmittelbare Miteinander, nicht die Kommunikation ueber Umwege. Natuerlich koennen Sie etwas von dem Geschriebenen vorlesen, aber Ihre Notizen sollen in erster Linie fuer Sie selbst dasein, ein Dialog mit sich selbst als Ueberbrueckungshilfe.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

07.08.2009 13:37 Zitieren Zitieren

Maren
Pointer-User

07.08.2009 13:37 Zitieren Zitieren

So, mal schauen, wann das freigegeben wird...

>>>T E S T<<<

09.08.2009 12:19 Zitieren Zitieren

Maren
Pointer-User

09.08.2009 12:19 Zitieren Zitieren

Nachdem ich schon einen langen Text geschrieben hatte, der aus welchen Gründen auch immer nicht angekommen ist, schreibe ich noch Mal.

Ich habe es meiner Therapeutin gesagt, besser gesagt, geschrieben. Nachdem ich es ihr die ganze Stunde über nicht ins Gesicht sagen konnte, fragte sie mich zehn Minuten vor Ende der Stunde, ob ich es ihr aufschreiben möchte. Das tat ich dann. Und sie las es. Ich kam mir vor wie ein kleines Kind, das beim Klauen erwischt worden war. Total schlimm. Sie fragte mich zwar die ganze Stund gekonnt aus, was los wäre aber ich konnte ihr immer nur in Stichpunkten sagen, was los ist. Das was zwischen uns steht. Das ich seit vier Tagen in einem totalen Gefühlschaos lebe. Das ich ständig an sie denken muss, Sehnsucht nach ihr habe, nach ihrer Nähe, Liebe , Geborgenheit. Das ich nicht genau weiss, was es ist. Das ich sie nicht nur als Therapeutin sehe. Vielleicht als mehr. Das ich es aber nicht wirklich weiss. Da dann leider die Stunde rum war, nachdem sie es gelesen hatte, sagte sie, dass wir erst nach ihrem Urlaub darüber sprechen können. Das ist jetzt kommender Mittwoch... Nur komisch: Nachdem ich es ihr geschrieben hatte, am nächsten Tag ging es mir besser und die Gefühle haben sich irgendwie wieder "normalisiert"... Ich weiss auch nicht so recht, was ich davon halten soll....

War jetzt wohl alles etwas wirr geschrieben, sorry...!

Liebe Grüße,

Maren

10.08.2009 10:52 Zitieren Zitieren

Maren
Pointer-User

10.08.2009 10:52 Zitieren Zitieren

Hallo Fr. Dr. Anderson,

vielen Dank für Ihre ausführlichen Zeilen. Sie haben mich doch etwas beruhigt.
Eine weitere Frage, die mir unter den "Nägeln brennt":

Halten Sie es für richtig, das, wenn ich mich doch wieder ein Mal selbst verletze, dass meine Therapeutin die Therapie abbricht? Wir hatten ja solch einen "Therapievertrag" gemacht. In dem Moment, wo ich es kaum oder nicht mehr aushalte, diesen Druck und die innere Anpannung, ist es mir fast egal, ob sie die Therapie abbricht. Es ist wie ausgeblendet. Danach habe ich Angst, dass sie dann Ernst macht und wirklich die Therapie abbricht. Aber ich kann dann nicht anders. Ich schneide mich dann am Unterarm(mehrfach). Also, danach haben wir diesen Vertrag gemacht. Seitdem habe ich es nur leicht gemacht und so, dass sie es nicht sieht. Ist es nicht so, das es ja ein Symptom des Borderline ist(was ja auch schon von zwei Gutachtern diagnostiziert wurde im Rentenverfahren) und ich dann eher ihre Hilfe bräuchte als das sie die Therapie abbricht? Was soll ich dann machen..?!

Ich wäre über eine Antwort von Ihnen sehr dankbar!

Liebe Grüße,

Maren

11.08.2009 17:21 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

11.08.2009 17:21 Zitieren Zitieren

Liebe Maren,
Therapieregeln und -vertraege sollen sicherstellen, dass die therapeutische Arbeit moeglichst ungestoert, in einem sicheren Rahmen geschehen kann. Ihre Therapeutin moechte vermutlich mit ihrer Ankuendigung, Selbstverletzung wuerde zum Therapieabbruch fuehren, verhindern, dass Sie starke Gefuehle ausserhalb der Therapie selbstdestruktiv abreagieren und "wegmachen", anstatt sie in der Therapie anzusprechen und damit ihre Bearbeitung zu ermoeglichen.
Der Schutz der Therapie ist oberstes Gebot, das bedeutet aber auch, dass in gewissen Faellen Hilfs- und Ueberbrueckungsmassnahmen notwendig sind, um manche Patienten ueberhaupt in die Lage zu versetzen, sich auf die therapeutische Arbeit konzentrieren zu koennen.
Medikamentoese Unterstuetzung mit Psychopharmaka ist eine Moeglichkeit, extrem angespannten oder depressiven Patienten dabei zu helfen, stark fordernde Gefuehlsarbeit zu leisten. Eine andere Moeglichkeit sind kreative Gestaltungen, etwa durch Malen, Musik, oder Schreiben. Alle diese Taetigkeiten machen es moeglich, Gefuehle konstruktiv umzusetzen, sie so besser auszuhalten und sich ein Stueck zu harmonisieren.
Natuerlich ist weder Ihnen noch der Therapeutin damit gedient, wenn Sie so unter Druck geraten, dass Sie sich als letzten Ausweg selbstverletzen, um halbwegs funktionsfaehig zu bleiben, dann aber als Konsequenz die Therapie abgebrochen wird. Daher sollten Sie unbedingt Ihren Zwiespalt in der Therapie ansprechen und mit Ihrer Therapeutin "erlaubte" Hilfsstrategien vereinbaren.
Das koennten beispielsweise Ersatzhandlungen sein, die intensive Empfindungen hervorrufen, ohne Schaeden und Verletzungen zu hinterlassen, wie etwa das bekannte Schnippen mit dem Gummiband, Eiswuerfel in die Hand nehmen, in etwas sehr Scharfes oder intensiv Wuerziges beissen, oder Pfefferminzoel unter die Nase reiben.
Ich kann Ihnen ausserdem noch eine Massnahme aus der Hypnotherapie empfehlen, mit der in vielen Faellen die Hypnose eingeleitet wird. Naemlich dreimal ganz tief Luft holen und dann sehr langsam wieder ausatmen. Damit versorgen Sie ihr Gehirn mit einer Extraportion Sauerstoff und triggern dadurch automatisch dasjenige Gehirnzentrum, das fuer Entpannung zustaendig ist.
Diese Empfehlung ist kein Hokuspokus, sondern beruht auf wissenschaftlich erwiesenen Fakten. Das dreimal tief Ein- und Ausatmen hat ausserdem noch den Vorteil, das Sie sich ein Stueck innerlich distanzieren und dadurch beruhigen koennen.
Was uebrigens vielen meiner Patienten waehrend der Sitzungen geholfen hat, mit aehnlich angespannter Sprachlosigkeit umzugehen, war, die beaengstigenden Gefuehle nicht unmittelbar direkt anzusprechen, sondern mit einem Bild symbolisch zu beschreiben ("Wenn Sie jetzt ein Bild von sich malen wuerden, wie wuerden Sie sich darstellen?" - "Eine Frau, die von der Taille abwaerts versteinert ist..." usw.)
LG, Dr. Karin Anderson

22.08.2009 06:31 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

22.08.2009 06:31 Zitieren Zitieren

Liebe Maren,
Es ist gut, dass Sie diesen Ablauf so deutlich geschildert haben - auch wenn wir ihn seiner Intensitaet wegen nicht im Forum veroeffentlichen koennen.
Wenn in ein statisches Bild Bewegung kommt, ist das prinzipiell positiv, weil es einen Entwicklungsschritt bedeutet - auch wenn es sehr quaelend und kaum auszuhalten ist. Ein starres Erinnerungsbild ist wie ein PC-Bildschirm, der "eingefroren" ist, nichts ruehrt sich und das Bild bleibt unveraenderbar bestehen. Wenn aus dem Bild ein Film wird, fuehlt sich das zwar beaengstigender an, aber was sich bewegt, kann sich auch veraendern und irgendwann einen Abschluss finden.
Ihre Therapeutin hat Ihnen mit den Symbolen Safe und Fernbedienung Moeglichkeiten aufgezeigt, sich zeitweise von diesen Inhalten eine Pause zu schaffen. Sobald allerdings ein bestimmter Knopf als Trigger bei Ihnen gedrueckt wird, faengt der Film wieder an zu laufen, denn er ist ja noch nicht bearbeitet, und die Eindruecke sind offenbar zu stark, um sich lange unterbrechen zu lassen.
Wie ich schon vorher sagte, Sie muessen mit Ihrer Therapeutin Strategien besprechen, einen starken sensorischen Ersatz fuer das Schneiden zu finden, wenn sich die massiven Gefuehlseindruecke sonst nicht aushalten lassen. Solche Ersatzstrategien sind legitim und Sie sind kein Versager, weil Sie sich von den schlimmen Erinnerungen so ueberwaeltigt fuehlen. Intensiver Sport ist auf jeden Fall hilfreich, Sie brauchen aber zweifellos noch mehr Strategien, auf die Sie notfalls zurueckgreifen koennen.
Bitte, haben Sie Verstaendnis dafuer, dass ich mich hier nicht in einer Weise in Ihre laufende Therapie einmischen kann, die mich zu einer Art Zweit- oder sogar Gegentherapeutin werden lassen. Ich verstehe Ihr Dilemma, aber Sie muessen sich darueber mit Ihrer Therapeutin auseinandersetzen, und eine Loesung mit ihr finden, sich den Inhalten ihres "Films" allmaehlich zu naehern, um sie bewaeltigen zu koennen.
Versuchen Sie, sich nicht von Ihrer Angst ins Bockhorn jagen zu lassen, die Veraenderungen der Dynamik Ihrer Erinnerungen zeigt ja, dass eine Entwicklung moeglich ist und - auch wenn es sich angesichts Ihrer peinigenden Gefuehle merkwuerdig anhoeren mag - normalerweise sorgt das Unbewusste dafuer, dass nicht mehr "hochkommt" als auch bewaeltigt werden kann - auch wenn das viel Zeit und Muehe kostet.
LG, Dr. Karin Anderson

 
 

Aktuell im Forum gelesen

Thema / Erstellt von

Letzter Beitrag

Antw.

Hits

Junge Freundin
Unregistriert

11.05.2007 um 14:25
von tommy Direkt zum letzten Beitrag springen

3

1.262

24.01.2011 um 20:23
von Unregistriert Direkt zum letzten Beitrag springen

2

658

01.07.2008 um 23:24
von Unregistriert Direkt zum letzten Beitrag springen

32

38.950

16.03.2013 um 16:51
von Xing Direkt zum letzten Beitrag springen

8

19.170

17.06.2009 um 15:11
von goucho Direkt zum letzten Beitrag springen

1

1.298

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung