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01.04.2010 08:54 Zitieren Zitieren

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01.04.2010 08:54 Zitieren Zitieren

Selbst- und Fremdwahrnehmung

Ich würde sagen, dass das auf jeden fall nicht "normal" ist. Und dass dich das belastet ist durchaus verständlich. Aber das sollte in den Griff zu bekommen sein.
Hast du dich schon mal vor nen Spiegel gestellt und dir bestimmte bzw. häufige Gesten und Gesichtsausdrücke angesehen? Vll. fällt dir selber auf, was daran unsympathisch oder unhöflich wirkt.
Ich weiss nicht wie du aussiehst, aber manchmal kann eine kleine Veränderung des Äusseren auch Wunder bewirken. Ich kenne z.B. einen Mann, dessen Augenbrauen sehr prägnant sind und deshald wirkt es schnell so als würde er böse schauen, was aber durchaus nicht seine Absicht ist.
Du könntest auch einen guten Freund bitten, dich in bestimmten Situationen explizit darauf hinzuweisen, solltest du seiner Meinung nach komisch oder überreagieren. Dann merkst du was falsch und wie es verstanden wird.
Und wenn alles nicht mehr hilft, dann gibts nur noch den weg zum Spezialisten..

Ich hoffe ich konnte dir irgendwie helfen.

16.05.2010 20:22 Zitieren Zitieren

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16.05.2010 20:22 Zitieren Zitieren

Hallo,
Deine Unsicherheit im Umgang mit anderen traegt sicherlich einen grossen Teil dazu bei, dass du so anders auf andere wirkst, als du dich selbst erlebst. Sie wissen ja nicht, dass sich hinter deiner scheinbaren Selbstsicherheit dein ungutes Gefuehl verbirgt, irgendwie nicht dazuzugehoeren, und missverstehen deinen Mangel an sozialer Kompetenz als Ausdruck von Souveraenitat und bewusstem Distanzieren
Von Gehemmtheit, Unsicherheit und Schuechternheit bestimmte Verhaltensweisen sind zweifellos diegenigen die am haeufigsten von der Umgebung fehlgedeutet werden. Scheues Die-anderen-nicht-ansehen-koennen imponiert da als Arroganz, ueberkompensatorisch forsches Auftreten als Dominierenwollen, und die Hemmung, etwas moeglicherweise Falsches zu sagen, als Desinteressiertheit.
Der bewusste Versuch, sich anders, “richtig“ entsprechend einem “Ratgeber-Buch” zu verhalten, ist etwa so erfolgversprechend wie Muenchhausens Idee, sich selbst am Schopf aus dem Sumpf zu ziehen - zu fabelhaft, um wahr zu sein! So lange sich naemlich die zugrunde liegenden unsicheren und aengstlichen Gefuehle nicht aendern, bleibt die Fassade, deine “Schutzhuelle”, die gleiche, denn schliesslich verbirgt sich dahinter ja deine Verletzlichkeit.
Natuerlich werden sich diese sozialen Aengste mit der Zeit und mit wachsendem Selbstvertrauen allmaehlich mildern. Wenn du aber aktiv etwas dagegen unternehmen willst, kann ich dir nur raten, dich so oft wie moeglich Gruppensituationen auszusetzen, und zwar solchen, in denen du mit anderen zusammen fuer ein gemeinsames Ziel zusammenkommst (wie in einer Arbeitsgruppe oder einer gemeinnuetzigen Organisation wie Greenpeace etc.). In so einem Umfeld kannst du dich naemlich unbefangener verhalten, weil es um einen gemeinsamen Zweck geht, und die anderen koennen dich allmaehlich kennenlernen.
Die beste Moeglichkeit, Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung einander anzugleichen, sich selbst anderen so mitzuteilen, wie man sich fuehlt, und von anderen ein ehrliches, wertschaetzendes Feedback zu erhalten, waere natuerlich eine analytisch orientierte oder tiefenpsychologisch fundierte Gruppentherapie.
Leider scheinen Gruppentherapien derzeit nicht mehr so “in” zu sein, wie sie es in den gruppenbegeisterten 70iger und 80iger Jahren war. Fuer eine tiefgehende Selbsterfahrung mit gleichzeitigem Erlernen besserer sozialer Kompetenz ist ein therapeutisches Gruppensetting aber unuebertroffen.
Du solltest dich vielleicht einmal erkundigen, ob es im Rahmen deiner Uni therapeutische Angebote fuer Studenten gibt. Natuerlich werden therapeutische Gruppen auch von Aerzten, Psychologen, einigen Selbsthilfeorganisationen und kirchlichen Einrichtungen angeboten. Die Krankenkassen uebernehmen die Kosten allerdings nur dann, wenn eine neurotische Stoerung von Krankheitswert vorliegt.
LG, Dr. Karin Anderson

 
 

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