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10.03.2008 21:31 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

10.03.2008 21:31 Zitieren Zitieren

Definitionen chronisch krank bzw. behindert?

Ab wann gilt man als chronisch krank? Und was ist der Unterschied zu einer Behinderung? Ich meine jetzt nur Menschen mit psychischen Erkrankungen, nicht Dialysepflichtige oder Rollifahrer usw. Irgendwo meine ich mal eine zeitliche Vorgabe von 6 Monaten gelesen zu haben, bin mir aber nicht mehr so ganz sicher...
In einem Interview mit einem Student hier aus der Stadt stand, dass man sich an der Uni als chronisch krank melden sollte (wenn man "psychische Probleme" hat), weil es dann Vorteile gibt, wenn das Studium länger dauert und bei den Gebühren. Stimmt das? Und ich meine, alleine psychische "Probleme" werden dafür ja sicherlich nicht ausreichen, Probleme hat wohl jeder mal, ohne gleich chronisch krank zu sein... Und wäre es auf diesem Hintergrund sinnvoll, sich darum vor Studienbeginn als chronisch krank anerkennen zu lassen oder bringt das eher Nachteile bei der Bewerbung mit sich? Ich habe nämlich vor, mich im Sommer für Heilpädagogik zu bewerben, habe auch schon eine Ausbildung in dem Bereich - und es heißt in allen Unterlagen immer, dass eine überdurchschnittliche psychische Belastbarkeit da sein muss.
Stimmt es auch, dass eine psychische Behinderung vorliegt, wenn man mindestens ein halbes Jahr stationär oder ambulant in Psychotherapie ist? Wenn ja - müssten dann nicht so gut wie alle Betroffenen, die eine Therapie machen, behindert sein (denn selbst eine Kurzzeittherapie mit 25 Sitzungen zieht sich ja leicht über 6 Monate hin wenn man wöchentlich geht und zwischendurch Ferien sind)? Und ab wann "zählen" dann die 6 Monate? Ab dem Tag, an dem man eine Überweisung zur Therapie bekommen hat, ab dem 1. Vorgespräch oder erst wenn die Therapie genehmigt wurde und angefangen hat? Bei mir gibt es da nämlich deutliche Unterschiede: Überweisung im Mai, Probesitzungen im Juni und Juli, dann wegen Umzug nochmals von Oktober bis Dezember und seit Januar dann "offiziell" Psychotherapie mit Genehmigung von der Krankenkasse.
So, das waren jetzt viele Frage, aber ich hoffe, dass hier der ein oder andere Erfahrungen damit hat und mir weiterhelfen kann mit Infos. Danke und liebe Grüße
Sofie

11.03.2008 15:36 Zitieren Zitieren

SuperDennis
Gast

11.03.2008 15:36 Zitieren Zitieren

Wieso fühltste dich denn so krank? Erzähl doch mal, wasn los?

11.03.2008 21:02 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

11.03.2008 21:02 Zitieren Zitieren

sorry, aber das geht dich nichts an, was genau los ist !!! ist viel zu persönlich, als dass ich es hier einfach so reinschrieben würde -ok?

15.03.2008 14:32 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

15.03.2008 14:32 Zitieren Zitieren

So, offenbar weis hier auch niemand mehr wie ich, oder?
Schade, denn übers Internet werde ich auch nicht so richtig schlau...
Sofie

15.03.2008 22:02 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

15.03.2008 22:02 Zitieren Zitieren

Liebe Sofie,
Von einer chronischen Erkrankung spricht man dann, wenn eine Krankheit lange andauert und dabei (im Allgemeinen) langsam fortschreitet. Im streng medizinischen Sinn gilt jede Krankheit, die laenger als drei Monate anhaelt, bereits als chronisch.
Chronische psychische Erkrankungen sind beispielsweise schwere Formen der Schizophrenie und der Manisch-Depressiven Erkrankung mit haeufig wiederkehrenden Krankheitsschueben. Seelische Stoerungen, die nicht den Schweregrad einer Psychose erreichen, gehoeren nach meinem Verstaendnis aber nicht dazu (selbst wenn sich solche Definitionen in Diagnoseverzeichnissen finden lassen. Das hat aber eher etwas mit Buerokratie als mit psychischer Realitaet zu tun.)
Als langjaehrige Psychotherapeutin wuerde ich jedem dringend davon abraten, sich zur Vermeidung eines kurzfristigen Nachteils (Studium, Zivildienst usw.) bei irgendeinem Amt oder einer anderen offiziellen Stelle als psychisch krank einstufen zu lassen! Zwar mag dir jetzt das komplikationslos angehaengte Semester oder der Gebuehrennachlass hochwillkommen sein, aber einem moeglichen zukuenftigen Arbeitgeber bei einer Behoerde gilt so eine Einstufung vielleicht als absolutes Ausschlusskriterium!
Wenn du erstmal in einer offiziellen Akte mit einen solchen Eintrag stehst, kann dir das eventuell dein Leben lang anhaengen und erhebliche berufliche Nachteile mit sich bringen. Waehrend du sicher sein kannst, dass Aerzte oder Krankenhaeuser deine Informationen nur mit deinem Einverstaendnis an Dritte weitergeben, hast du ueberhaupt keine Kontrolle darueber, wer alles Zugang zu solchen Behoerdenunterlagen hat und an wen sie auf Anforderung weitergereicht werden.
Wenn du dich zur Heilpaedagogin ausbilden lassen moechtest, ist es sehr vorteilhaft, dir ueber deine eigenen Probleme Einsicht zu verschaffen und sie aufzuarbeiten, egal, ob das eher im Rahmen einer psychotherapeutischen Selbsterfahrung oder einer regulaeren Behandlung (praktisch besteht da kein Unterschied) geschieht. Dadurch erhoehst du ja deine seelische Belastbarkeit und vermeidest, deine eigenen, unbewussten Konflikte in den Umgang mit deinen Patienten, Klienten oder Pflegebefohlenen hineinzutragen. (Dies gilt im uebrigen fuer alle Leute, die sich in einem Heilberuf ausbilden lassen wollen).
Damit bringst du, abgesehen von deinem Interesse, anderen zu helfen, sehr gute Voraussetzungen fuer deine zukuenftige Arbeit als Heilpaedagogin mit. Wie belastbar und seelisch ausgeglichen du im Umgang mit deinen Patienten spaeter bist, haengt doch vor allem davon ab, wie motiviert und engagiert du bist, und wie gut du deine eigenen Schwaechen und Staerken kennst (und dich daher auch in die anderer besser einfuehlen kannst!).
Ich moechte mich sehr stark dagegen verwahren, dass jeder, der sich einer ambulanten oder stationaeren Psychotherapie unterzogen hat, deswegen bereits als "psychisch behindert" gilt. Eine qualifizierte psychotherapeutische Behandlung, egal ob tiefenpsychologisch orientiert oder verhaltenstherapeutisch, dauert immer mehrere Monate oder sogar Jahre. Denn stoerende Verhaltensmuster oder schaedigende Denkweisen, die sich ueber Jahre entwickelt haben, koennen schliesslich nicht per Schnellmethode einfach abgestellt werden.
Positive Veraenderungen finden ja nicht nur waehrend der Sitzungen statt. Jede Therapiestunde setzt so etwas wie eine seelische "Akupunkturnadel", die das Unbewusste dazu veranlasst, sich mit den angesprochenen Problemen weiterauseinanderzusetzen. Daher muss immer eine gewisse Zeit zwischen den einzelnen Sitzungen vergehen, in denen das Unbewusste diese Arbeit leisten kann und es ist absolut unsinnig, die Einschaetzung "chronisch" oder nicht von der Dauer einer Therapie abhaengig zu machen.
Lass dich nicht von deinem Wunschberuf abbringen, nur weil du lobenswerterweise mit psychotherapeutischer Hilfe an deinen Problemen arbeitest!
Und gib nicht mehr ueber dein Privatleben preis, als unbedingt noetig, besonders nicht gegenueber Personen, die an keine Schweigepflicht gebunden sind, und moeglicherweise aus ihrem Laienverstaendnis gegen dich diskriminieren koennen (und die solche intimen Dinge schliesslich auch ueberhaupt nichts angehen).
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

12.12.2012 23:09 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

12.12.2012 23:09 Zitieren Zitieren

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Zitat von ===Unregistriert:
Ab wann gilt man als chronisch krank? Und was ist der Unterschied zu einer Behinderung? Ich meine jetzt nur Menschen mit psychischen Erkrankungen, nicht Dialysepflichtige oder Rollifahrer usw. Irgendwo meine ich mal eine zeitliche Vorgabe von 6 Monaten gelesen zu haben, bin mir aber nicht mehr so ganz sicher...\r\nIn einem Interview mit einem Student hier aus der Stadt stand, dass man sich an der Uni als chronisch krank melden sollte (wenn man "psychische Probleme" hat), weil es dann Vorteile gibt, wenn das Studium länger dauert und bei den Gebühren. Stimmt das? Und ich meine, alleine psychische "Probleme" werden dafür ja sicherlich nicht ausreichen, Probleme hat wohl jeder mal, ohne gleich chronisch krank zu sein... Und wäre es auf diesem Hintergrund sinnvoll, sich darum vor Studienbeginn als chronisch krank anerkennen zu lassen oder bringt das eher Nachteile bei der Bewerbung mit sich? Ich habe nämlich vor, mich im Sommer für Heilpädagogik zu bewerben, habe auch schon eine Ausbildung in dem Bereich - und es heißt in allen Unterlagen immer, dass eine überdurchschnittliche psychische Belastbarkeit da sein muss.\r\nStimmt es auch, dass eine psychische Behinderung vorliegt, wenn man mindestens ein halbes Jahr stationär oder ambulant in Psychotherapie ist? Wenn ja - müssten dann nicht so gut wie alle Betroffenen, die eine Therapie machen, behindert sein (denn selbst eine Kurzzeittherapie mit 25 Sitzungen zieht sich ja leicht über 6 Monate hin wenn man wöchentlich geht und zwischendurch Ferien sind)? Und ab wann "zählen" dann die 6 Monate? Ab dem Tag, an dem man eine Überweisung zur Therapie bekommen hat, ab dem 1. Vorgespräch oder erst wenn die Therapie genehmigt wurde und angefangen hat? Bei mir gibt es da nämlich deutliche Unterschiede: Überweisung im Mai, Probesitzungen im Juni und Juli, dann wegen Umzug nochmals von Oktober bis Dezember und seit Januar dann "offiziell" Psychotherapie mit Genehmigung von der Krankenkasse.\r\nSo, das waren jetzt viele Frage, aber ich hoffe, dass hier der ein oder andere Erfahrungen damit hat und mir weiterhelfen kann mit Infos. Danke und liebe Grüße\r\nSofie

13.12.2012 16:08 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

13.12.2012 16:08 Zitieren Zitieren

Hallo,
Du hast hier nur Sofies Post zitiert, ohne eine eigene Frage anzuschliessen (Versehen?).
Ich will daher nur noch mal ausdrücklich darauf hinweisen, was ich Sofie bereits in 2008 geantwortet hatte.
LG, Dr. Karin Anderson

 
 

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