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14.03.2008 23:31 Zitieren Zitieren

Anita
Gast

14.03.2008 23:31 Zitieren Zitieren

ein wenig emotionslos

Liebe Fr. Dr. Anderson,

es hört sich vielleicht an wie eine Märchengeschichte aber es ist keine: Vorletztes Jahr wurde meine Freundin vergewaltigt und es war eine schwere Zeit, da sie keine prof. Hilfe in Anspruch nahm, sondern ich und andere mit ihr den Weg gingen.
Letztes Jahr fing ich aus Verzweiflung aus anderen Gründen, die hinzugekommen waren, das SVV an. Meine andere Freundin ebenfalls, was teils meine Schuld war. Ebenso versuchte ich ihr über ihr Kindheitstrauma (Missbrauch) hinwegzuhelfen, da auch diese Freundin keine Hilfe wollte. Ich hörte wieder auf (SVV) nach einiger Zeit und versuchte gegen Ende des Jahres, als sich nebenbei auch der ständige Streit mit meinen Eltern legte, wieder ein normales Leben zu Leben.
Letztes Jahr begann auch mein liebster Freund in eine sehr fragwürdige Szene abzurutschen und ich verlor ihn, da ich ihm nicht helfen konnte.
Jedoch ist das gar nicht so einfach, jetzt wieder ein normales Leben zu leben. Eigentlich bin ich ziemlich lebenslustig, aber manchmal fühle ich mich so, als ob ich aufgrund all dieser Ereignisse zu viele Ansichten auf einmal gewechselt hätte und keinen Stand mehr hätte.
Ich weiß nicht, ob sich das wieder legt, oder ob ich einfach mal ganz indirekt und anonym mit jemandem darüber reden sollte. Ich weiß bis heute nicht, ob es normal ist was ich alles erlebt habe, oder ob es vielleicht für immer unreal bleibt, da es so heftig ist.
Ich bin 17 Jahre alt und gehe auf ein Gymnasium. Alle beteiligten stammen eigentlich aus guten Verhältnissen und guten sozialen Kreisen, doch auch dort passiert wie man sieht Schrecklichstes...

Ich wäre ihnen dankbar für eine Antwort, wobei ich selbst nicht genau weiß, was ich hören möchte.

Liebe Grüße,
Anita

16.03.2008 21:00 Zitieren Zitieren

Unregistriert
Gast

16.03.2008 21:00 Zitieren Zitieren

Hey...

wenn es dir schlecht geht und deiner freundin auch, dann geht doch zusammen in eine therapie...hatte auch mal ein problem...essstörungen...ist jetzt zwar nicht dasselbe, aber ich habe auch eine therapie gemacht und jetzt ist alles wieder gut!

Ich hoffe ich konnte dir helfen und bitte befolge meinen rat!

Gruß Michi

18.06.2008 03:02 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

18.06.2008 03:02 Zitieren Zitieren

Liebe Anita,
Manchmal haeufen sich tragische Ereignisse, und die psychische Belastung wird einfach so gross, dass Koerper und Seele darauf mit Symptomen reagieren. Wenn man, wie du, zuhause einer Atmosphaere von Streit und staendiger Anspannung ausgesetzt ist, fehlen dazu auch noch die Rueckzugsmoeglichkeiten in die eigenen vier Waende und es ist schwer moeglich, sich von allem, was auf einen einstuermt, zu erholen.
Deine beiden Freundinnen haben dich, sicher nicht beabsichtigt, mit ihrem Kummer zweifellos ueberfordert. Das ist einer der wichtigen Gruende, warum Freunde nicht die Therapeutenrolle uebernehmen sollten, auch wenn sie noch so einfuehlsam und verstaendnisvoll sind.
Ein Therapeut kann und muss sich vom Leiden seiner Patienten innerlich distanzieren koennen, um weiter fuer sie dazusein und selbst gesund zu bleiben. Dieser notwendige Abstand ist Freunden (oder Verwandten) aber nicht moeglich, sie fangen an, mitzuleiden und koennen sich nicht mehr abgrenzen. Das gilt natuerlich ganz besonders dann, wenn sie, wie du, bereits aus anderen Gruenden seelisch belastet sind.
Hilflos mit anzusehen, wie jemand, den man sehr gern hat, in eine kriminelle oder Drogenszene abrutscht und seelisch dadurch verwahrlost, ist etwas ganz Furchtbares. Du moechtest etwas fuer ihn tun, und weisst doch, dass deine Argumente nicht gehoert und deine Angebote abgelehnt werden, oder, noch schlimmer, dass deine Hilfsbereitschaft sogar ausgenutzt und betrogen wird. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie traurig dich dieser zusaetzliche Verlust gemacht haben muss.
Das alles ist schon eine Menge, die du in kurzer Zeit verkraften musstest, deine Verwirrung und deine Zweifel sind daher sehr verstaendlich. Trotzdem bin ich aber sicher, dass du diese Belastungen ueberwinden wirst, denn du sagst ja selbst, dass du im Grunde ein lebenslustiger Mensch bist. In deinem Elternhaus scheint auch so einigermassen Ruhe eingekehrt zu sein, und deine Eltern haben offenbar ihre Krise ueberwinden koennen. Und dir ist es gelungen, dein Belastungssymptom, die Selbstverletzung, wieder aufzugeben. Das sind alles doch sehr positive Zeichen!
Sich fachliche Hilfe bei der Ueberwindung seiner Schwierigkeiten zu suchen, ist schon eine gute Sache. Wenn du das Gefuehl hast, dass doch noch viel unverarbeitet ist, und dich bedrueckt, solltest du vielleicht tatsaechlich einige psychotherapeutische Gespraeche mit einem aerztlichen oder pychologischen Therapeuten fuehren.
Deinen beiden Freundinnen waere therapeutische Hilfe in jedem Fall anzuraten, ich selbst habe sowohl mit Missbrauchs- als auch Vergewaltigungsopfern gearbeitet und weiss daher, wie wichtig es ist, diese schwer traumatischen Erfahrungen wirklich gruendlich zu verarbeiten, anstatt sie nur zu verdraengen (oder seine Freunde damit unfreiwillig zu belasten).
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

 
 

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