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18.12.2009 12:20 Zitieren Zitieren

levy
Pointer-User

18.12.2009 12:20 Zitieren Zitieren

Therapie

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18.12.2009 20:14 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
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18.12.2009 20:14 Zitieren Zitieren

Liebe Levy,
Eben so wie Sie, habe ich ein ungutes Gefuehl bei dieser Konstellation. Sie erscheint mir ausgesprochen „clinchig“, die Grenzen verschwommen. Ich will versuchen, meine Gedanken zu Ihren Informationen in Worte zu fassen.
Ihre therapeutische Beraterin in der Beratungsstelle hat Ihnen zu Beginn der Gespraeche erklaert, dass sie zwar eine fachliche Beratung, aber keine Psychotherapie mit Ihnen durchfuehren koennte. Diese Auskunft ist von daher korrekt, weil Therapeuten in oeffentlichen Beratungsstellen einen Dienst leisten, der allen zukommen muss, die sich an die Beratungsstelle wenden.
Ein therapeutisches Setting mit 1 – 2 Gespraechen die Woche von jeweils 50 Minuten Dauer fuer einzelne Klienten wuerde die zur Verfuegung stehende Zeit fuer alle uebrigen Ratsuchende so sehr einschraenken, dass so eine solche Sonderleistung im Allgemeinen nicht infrage kommt.
Wenn ein psychologischer oder aerztlicher Berater allerdings im Rahmen seiner eigenen Psychotherapieausbildung gerade Lehrbehandlungen unter Supervision durchfuehrt, kann er unter Umstaenden auch einem oder zwei seiner Klienten eine regelrechte psychotherapeutische Behandlung anbieten.
Warum bietet Ihnen Ihre Beraterin nun aber ausgerechnet nach zwei Jahren reiner Beratung eine psychotherapeutische Behandlung an? Und zwar ausgerechnet dann, wenn Sie signalisieren, dass Sie die Beratung beenden moechten? Eine solche Veraenderung des Settings macht doch nur dann einen Sinn, wenn sich im Rahmen der Beratung Themen ergeben haben, die eine Vertiefung unbedingt wuenschenswert erscheinen lassen. Und wenn AUSSERDEM Klient und Berater den Eindruck haben, so effektiv miteinander arbeiten zu koennen, sodass sie ihre Gespraeche auf eine neue Stufe heben moechten.
Gerade dieser letzte Punkt war ja bei Ihnen aber nicht der Fall, Sie hatten den Eindruck, bei verschiedenen Themen mit Ihrer Beraterin nicht mehr weiterzukommen, und sie hatte Ihnen mitgeteilt, sich da auch nicht kompetent genug zu fuehlen.
Warum faellt sie also aus allen Wolken, weil Sie die Beratung abbrechen wollen, und warum will sie Sie jetzt unbedingt mit allen moeglichen Angeboten und Vorschlaegen halten, anstatt Sie an einen erfahreneren Therapeuten zu verweisen?
Alle moeglichen Erklaerungen dafuer deuten eigentlich nur auf ihre eigene Person hin, sei es, dass sie die eigenen Grenzen nicht sehen will - oder eben tatsaechlich uneingestandene Gefuehle fuer Sie entwickelt hat! Beides sollte in der Supervision mit einem qualifizierten Lehrtherapeuten analysiert werden, aber nicht mit der Klientin in Selbstgratifikation zu deren Nachteil ausgelebt.
Mit ihren Angebot hat sie Sie in einen unzulaessigen Gefuehlswirrwarr gestuerzt. Auf der einen Seite ist Ihnen unbehaglich zumute, weil Ihre eigene Wahrnehmung Ihnen sagt, dass da etwas nicht stimmig ist. Andererseits ist die Verfuehrung dieser Offerte ungeheuer gross, weil Sie sich sehr zu Ihrer Beraterin hingezogen fuehlen und befuerchten, eine ersehnte Chance zu verlieren, wenn Sie neinsagen.
Ich rate Ihnen aber dringend, Ihrer Wahrnehmung (und nicht Ihrer Sehnsucht) zu folgen. Eine Zustimmung wuerde Ihnen dann ganz sicher mehr schaden als nuetzen, unter anderem auch deshalb, weil Sie dadurch den vielleicht notwendigen Schritt hinauszoegern (oder vermeiden) wuerden, sich in eine wirklich fachlich kompetente Psychotherapie zu begeben.
Ihre Sehnsucht nach einem Mehr mit Ihrer Beraterin waere da ein sehr schlechter Ratgeber, so aufrichtig Ihre Gefuehle auch sind!
Sollten Sie das Angebot Ihrer Beraterin annehmen, ist nach aller Wahrscheinlichkeit zu erwarten, dass Sie sich auf etwas einlassen, das weder eine qualifizierte und effektive Therapie, noch eine offene private Beziehung darstellt, sondern eine psychisch ob kurz oder lang zutiefst verletzende (und therapeutisch unethische) Grauzone unhinterfragten Agierens.
LG, Dr. Karin Anderson

19.12.2009 00:06 Zitieren Zitieren

levy
Pointer-User

19.12.2009 00:06 Zitieren Zitieren

Hallo liebe Frau Anderson,

vielen Dank für Ihre schnelle Reaktion! Das ist wirklich sehr hilfreich und ich bin froh, das ich sie da befragen kann. Ich habe noch ein paar Punkte, zu denen ich Ihre Meinung hören möchte und ich hoffe, ich darf Sie noch einmal bitten mir zu schreiben ( dann gebe ich auch Ruhe*)!
In der Art, wie es sehen, sehe ich es auch, mir war nur wichtig, es noch mal von einer
anderen Fachseite zu „hören“.
Dies ist nun doch mal ein Brief mit einigen Fragen und Informationen geworden, weil ich mir ganz sicher sein möchte, sie fachlich nicht falsch zu beurteilen.
Jedoch fällt es mir schwer zu gehen, da ich mittlerweile denke, ich verletze sie damit einerseits und andererseits natürlich auch die Befürchtung, das ich nie wieder in die Beratung kommen darf.
Ich habe überlegt, ob es denn möglich ist, das ganze wieder zurückzudrehen und ihr wieder unsere Beratungssituationen anzubieten, damit bin ich ja prima klargekommen und ich komme auch mit meinen Gefühlen (komischerweise) dann besser zurecht.
Aber ich vermute, es wird nichts mehr wie es war und die Lockerheit ist raus.
Als ich sie neulich fragte, wie lange ich denn noch kommen soll, es seien doch schon zwei Jahre, antwortete sie, „wir können jetzt erst anfangen zu arbeiten“. Jedes mal schiebt sie das auf mich, dabei hat sie mir immer gesagt, das sie keine Psychotherapie macht, entsprechend bleibe ich ja auch an der Oberfläche und nun dreht sie es so um. Dann erkläre ich ihr das ganze und dann sagt, sie ja, da hätte ich auch recht. Da wär sie wohl nicht klar genug gewesen. Voila!

Allerdings regt mich das auf und ich fühle mich schuldig und hilflos, weil ich auch keine Lust habe, mehr um mein Gesehenwerden zu kämpfen.
Es ist sehr schwer hier nur einzelne Details wiederzugeben, da der Zusammenhang fehlt, das macht mir etwas Mühe.
Was ich allerdings noch von einigen Therapiestilen gelesen habe: Es gibt ja eine Schematherapie und sie verfolgt auch den integrativen Ansatz, der besagt ja scheinbar schon, das Gefühle geäußert werden. Ich bin eben dahingehend verwirrt, weil ich ihr fachlich nichts falsches unterstellen möchte.
Allerdings, öffne ich mich einerseits mal mehr mal weniger, da ich mich ja logischerweise in meiner Gefühlsituation nicht zum Deppen machen möchte. Wie das eben so ist, wenn man jemanden mag, macht man ja keine Antiwerbung. Mir sind diese Mechanismen alle klar.
Sie hat sich nun wohl deshalb darauf fixiert, ich sei ambivalent im Kontakt, weil ich ihr nicht recht traue. Dieser Eindruck ist vermutlich sogar richtig, allerdings aufgrund meiner Gefühlslage begründet und weil ich sie oft sehr unklar und unstrukturiert erlebe.
Anmerken möchte ich noch, das sie mir beim letzten Mal auf meine Frage: wie sehr ich sie erreiche, erst mal die Antwort gegeben hat: möchte ich nicht sagen, dann : es packt mich an, dann meine Frage: was bedeutet das ? und dann schaute sie mir so lange und tief in die Augen das hat mehr gesagt als alle Worte, (aber vermutlich interpretiere ich auch hier – ich bin selbst schon völlig GAGA!!), bis ich nach einiger Zeit den Blick abgewendet habe.
Sie betont des öfteren, das meine Augen so viel Seele hätten und das dass auch an ihr nicht vorbeigeht.
Auf meine Augen kommt sie des öfteren zu sprechen. Ich frage deshalb weil es vielleicht Ausdruck für eine Therapieform ist, und dem Klienten helfen kann , sich selbst einzuschätzen, eine Resonanz zu bekommen. Allerdings kenne ich diese Reaktionen von Leuten auf meine Augen... ABer vermutlich kann man das alles analytisch begründen... so oder so.
Zudem habe ich ihr immer wieder gesagt, das es mir sofort besser geht, wenn ich hier endlich mal ein paar vernünftige Kontakte finde. Und das ich da nicht in meiner Kindheit graben muss,( das habe ich sowieso ziemlich durch – andere frühere Therapie).
Ich habe andere Dinge in denen ich verunsichert bin, da hilft sie mir auch und was mir sehr hilft, das sie einfach mir in lebenspraktischen Dingen Ihre Sichtweise zur Verfügung stellt, mich bestätigt oder eben nicht.

Diese kann ich gut gebrauchen. Ich wollte gehen, da ich immer dasselbe erzähle und denke, was soll sie noch dazu sagen, (kann sie auch nicht, die Lösungsmöglichkeiten kenne ich ) und dann hat sie eben auch reagiert und gesagt, da sei sie hilflos.
Allerdings könnte sie da ja auch auf meine Verzweiflung reagieren, warum ich so reagiere, wenn ich mich alleine fühle, oder was da hoch kommt, dies tut sie nicht. Ich mache da nicht den Vorschlag, weil das wohl ihr part ist mich da zu fordern. Sonst kann ich auch zu Hause bleiben und mich wie gewohnt selbst befragen.
Es wäre super, wenn Sie mir nocheinmal schreiben!
Viele Grüße

01.01.2010 01:11 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

01.01.2010 01:11 Zitieren Zitieren

Liebe Levy,
Die Sache mit den "seelenvollen Augen" finde ich ausgesprochen bedenklich. Mir scheint, hier wird eine Grenze ueberschritten. Natuerlich darf auch ein Therapeut wohlueberlegt Gefuehle aeussern, die er in Bezug auf den Patienten hat, aber nur, wenn diese Intervention auch dem therapeutischen Prozess dient. Das scheint nach Ihrer Beschreibung aber zumindest zweifelhaft.
Auf "Start" zurueckgehen kann man zwar bei Monopoly, aber nicht in einer therapeutischen Beziehung, denn Gefuehle lassen sich nicht wieder "alles auf Anfang" schalten. Nur, wenn in der Therapie entstandene Gefuehle ausgiebig und eindeutig waehrend der Therapie zur Sprache gebracht und bearbeitet werden koennen, stellen sie keinen permanenten Stoerfaktor (und letztendlich eine Blockade) fuer die gemeinsame Arbeit dar.
Ueberlegen Sie sich daher wirklich sehr gut, worauf Sie sich einlassen wollen - Liebesgefuehle fuer die Therapeutin und die Angst, sie andernfalls zu verlieren, sind wirklich keine guten Voraussetzungen fuer eine erfolgreiche psychische Arbeit an sich selbst.
LG, Dr. Karin Anderson

 
 

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