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10.03.2009 21:27 Zitieren Zitieren

Katja2010
Gast

10.03.2009 21:27 Zitieren Zitieren

mündliche Beteiligung schlecht, aber nicht schüchtern

Hallo Fr. Dr. Anderson,
ich brauche dringend Ihre Hilfe, da ich mit meinem Problem einfach nicht mehr weiter weiß und auch einige Jahre brauchte, um den Kern des Problems zu erfassen.

Und zwar geht es meine mündliche Beteiligung in der Schule:
Ich bin kurz vor dem Abitur und es ist schon seit etlichen Jahren so, dass meine mündlichen Noten miserabel sind, da ich mich im Unterricht so gut wie nie beteilige. Das Problem ist, dass viele (insbesondere meiner Lehrer) denken, dass es einfach nur an einer Schüchternheit liegen würde, dass ich Angst vor dem Sprechen im Unterricht hätte. So ist es aber nicht (ich habe es mir einige Jahre einreden lassen, aber mittlerweile das Problem erkannt) ! Wenn ich die Antwort weiß oder nur annähernd erahne, dann habe ich kein Problem damit, mich auch zu melden und meine Beiträge im Unterricht preiszugeben.
Zudem machen mir Präsentationen auch sehr viel Spaß, ich stehe gerne vor der Klasse, wenn ich mich gut vorbereitet habe, mir selbst alle Unklarheiten bezüglich eines Themas beseitigt habe, bzw. auch offene Fragen noch aufwerfen kann.

Nur das Problem ist, dass ich im Unterricht einfach sehr schnell abschalte, vor mich hinträume; wenn wir Texte lesen, dann muss ich ihn erstmal für mich alleine lesen, um den Kontext zu erfassen, wenn Fragen gestellt werden, dann ist es so, als hätte ich eine Denkblockade, als ob mein Kopf einfach nur leer wäre und ich mich keinen Zentimeter gedanklich vorwärts bewegen würde.
Ich frage mich dann, wenn andere rangenommen werden "Woher wissen sie das?" und nachher, wenn ich außerhalb der Schule bin und den Tag revue passieren lasse, dann denke ich mir "Warum hast du das nicht gewusst? Das wäre doch so leicht gewesen, da hättest du doch was sagen können!"
Genauso wenn ich rangenommen werde: Dei Frage kann noch so leicht sein, ich kann einfach nicht denken! In schriftlichen, ruhigen Situationen klappt es dagegen (wenn auch nie im Einserbereich, selten im Zweier).

Außerdem spielt die Uhrzeit bei mir eine starke Rolle: gegen nachmittags/abends/nachts bin ich deutlich aufnahmefähiger, ich verstehe das, was ich verstehen will.
Autodidaktisch klappt sowieso alles bei mir besser!
Während andere die Schule brauchen, um zu verstehen, sehe ich es als reine Zeitverschwendung, da ich schon oft bemerkt habe, dass es mir keine Schwierigkeiten bereitet, den Stoff eines halben Jahres Schule, von dem ich im Unterricht aufgrund meiner geistigen Abwesenheit so gut wie nichts behalten habe, innerhalb eines Tages zu lernen, behalten und zu begreifen.

Ich bin mittlerweile ziemlich am verzweifeln, vorallem, weil ich sehe, dass viele meiner Lehrer auch viel Geduld mit mir haben, mir versuchen zu helfen, indem sie mich mit besseren Noten motivieren wollen.
Mir geht es dann auch einfach seelisch schlecht, weil ich sie nicht enttäuschen will, aber ich kann ihnen das nicht so sagen, es würde ja wirken, als wäre ich ein wenig beschränkt, da ich nicht denken kann.
Erstaunlicherweise erfasse ich zwar im Unterricht nie die logischen Zusammenhänge durch diese "Denkblockade", jedoch kam schon bei einigen Tests (Eignungstests für Ausbildung bzw. ein Test, in dem man seine persönlichen Stärken herausfinden konnte) heraus, dass ich angeblich mehr als überdurchschnittlich gut logisch denken könne, jedoch merke ich leider nichts davon, ich fühle mich einfach nur dumm. Außerhalb der Schule, bei Praktika bzw. kleineren Jobs hatte ich jedoch immer wieder einen sehr guten Eindruck bei den "Oberen" hinterlassen, da sie der Ansicht waren, ich würde sehr schnell verstehen, lernen, meine Noten spiegeln allerdings das absolute Gegenteil wider. Dort fühle ich mich auch immer gut, intelligent.
Es ist, als ob ich mittlerweile zwei Personalitäten entwickelt hätte, in der Schule die ruhige, dumme und notentechnisch schlechte, die im Unterricht nichts sagt und außerhalb der Schule die kluge, die alles sofort erfasst und kontaktfreudig ist, sprich überhaupt keine Probleme damit hat mit Fremden ins Gespräch zu kommen.

Frau Dr. Anderson, könnten Sie sich vielleicht vorstellen, was mit mir los ist?
Ich bitte um schnelle Antwort!
Es ist einfach nur belastend ein Widerspruch in sich zu sein.

11.03.2009 18:08 Zitieren Zitieren

Mantury
Gast

11.03.2009 18:08 Zitieren Zitieren

Ich bin zwar jetzt nicht vorm Abi aber ich kenn das Problem auch. Einfach alles wissen und können aber
leicht ablenken lassen.das mit dem dahinträumen ha ich auch vielleicht nich so intensiv wie du aber auch
Das liegt daran das der Unterricht wahrscheinlich keinen
Reiz für dich mehr hat(D.H. es is dir zu langweilig)
Daran kann man eigentlich nicht viel ändern aber es gibt Tabletten( falls das überhauptfür dich in Frage kommt).
das hilft dir wahrscheinlich nich viel aber trotzdem

15.03.2009 23:09 Zitieren Zitieren

Dr. Karin AndersonExpoerte
Pointer-Expertin
Benutzerbild

15.03.2009 23:09 Zitieren Zitieren

Hallo, Katja,
Mir kommt dein Problem sehr bekannt vor. Eine meiner Patientinnen berichtete mir das Gleiche von ihrem Teenage-Sohn. Seine Schulleistungen waren sehr maessig und er war ein sehr lustloser Schueler, der den Lehrern durch sein Stoeren und seine offensichtliche Faulheit auf die Nerven ging.
Nur zu einer Lernveranstaltung ging er freiwillig und gern, naemlich in eine Art Mathe-Schnupper-Kurs fuer Schueler an der Universitaet. Auf Veranlassung des kursleitenden Professors wurde dieser Junge dann einem Intelligenztest unterzogen - und erwies sich als hochbegabt!
Der Psychologe, der den Test durchfuehrte, wollte dann auch die aeltere Schwester des Jungen sehen, die mit mittelmaessigen Leistungen an der Schule voellig unauffaellig war. Auch sie war hochbegabt, hatte ihre Unterforderung in der Klasse aber besser ueberspielen koennen als ihr juengerer Bruder, wollte auch nicht gegenueber ihren Freunden auffallen, und hatte deswegen gewissermassen auf geistiges "Sparprogramm" geschaltet.
Was du von dir schilderst, dein situationsabhaengiges geistiges Abdriften und die selektive Unkonzentriertheit, die Diskrepanz zwischen guten Leistungen, wenn du dich mehr gefordert fuehlst, und Abschalten, wenn es um weniger interessante Themen geht, koennte sehr wohl die gleiche Ursache haben.
Ist dein Intelligenzquotient eigentlich jemals getestet worden? Wie ich in vielen Publikationen gelesen habe, fallen Hochbegabte naemlich meist nicht durch ihre tollen Zensuren auf, sondern ganz im Gegenteil (besonders, wenn es sich um Jungen handelt). Die Unterforderung, die sie schon frueh erleben, laesst die Motivation zur Leistung schwinden und ihr Gehirn schaltet dann auf "Durchzug", wenn es nichts wirklich Interessantes zu denken gibt.
Die beiden Jugendlichen, deren Geschichte ich in meiner Praxis miterlebt habe, sind schliesslich auf ein Internat fuer Hochbegabte umgeschult worden. Dort verbesserten sich ihre Leistungen rapide, hier gab es ja Wettbewerb und Herausforderung durch ihre Mitschueler und Lehrer, die sie an ihren alten Schulen nicht gewohnt waren.
Ich wuerde dir daher unbedingt empfehlen, deinen IQ testen zu lassen. Falls du zu den Hochbegabten zaehlen solltest, muesstest du eine entsprechende Foerderung erhalten, damit du dein Potential nicht weiter unter den Scheffel stellst.
Liebe Gruesse, Dr. Karin Anderson

 
 

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